Abnehmen mit Abführmitteln?

Beim Wunsch abzunehmen greifen manche Menschen zu Abführmitteln. Der Gedanke dahinter klingt zunächst logisch: Wenn Nahrung den Körper schneller wieder verlässt, müsste sie doch weniger zur Gewichtszunahme beitragen. Genau das ist aber ein gefährlicher Irrtum. Abführmittel helfen nicht beim Fettabbau. Sie sorgen höchstens kurzfristig dafür, dass sich der Darm entleert und die Zahl auf der Waage etwas niedriger aussieht.

Wie kommt es zu einer Gewichtszunahme?

Wenn sich Dein Gewicht auf der Waage verändert, kann das verschiedene Gründe haben. Nicht jede Veränderung bedeutet automatisch, dass Du Körperfett aufgebaut oder abgebaut hast. Häufig spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle.

  1. Aufbau oder Abbau von Muskelmasse
  2. Aufbau oder Abbau von Körperfett
  3. Veränderungen des Inhalts von Magen, Darm und Blase
  4. Wasserverlust durch Schwitzen
  5. Wassereinlagerungen, zum Beispiel durch Hitze, Salz, Hormone oder den Zyklus
  6. Ungenauigkeiten oder unterschiedliche Messbedingungen bei der Waage

Die Einnahme von Abführmitteln beeinflusst vor allem den Inhalt von Darm und teilweise auch den Wasserhaushalt. Dadurch kann das Körpergewicht kurzfristig sinken. Mit echtem Abnehmen hat das aber nichts zu tun. Körperfett wird dadurch nicht abgebaut. Du bist nach der Einnahme eines Abführmittels vielleicht vorübergehend leichter, aber nicht dauerhaft schlanker.

Leichter werden ist nicht dasselbe wie schlanker werden

Das Ziel einer sinnvollen Gewichtsabnahme ist nicht nur eine niedrigere Zahl auf der Waage, sondern vor allem der Abbau von Körperfett. Dafür braucht Dein Körper über längere Zeit ein angemessenes Kaloriendefizit. Abführmittel können dieses Ziel nicht ersetzen. Sie führen nicht dazu, dass bereits aufgenommene Kalorien einfach ungenutzt ausgeschieden werden.

Um den Erfolg einer Diät besser einzuschätzen, solltest Du Dich daher nicht ausschließlich auf die Waage verlassen. Oft ist es hilfreicher, zusätzlich den Bauchumfang oder das Verhältnis von Taille zu Körpergröße zu betrachten. Dafür kannst Du den WHtR-Rechner nutzen.

zum WHtR-Rechner ...

Wie schädlich sind Abführmittel?

Bei einer einmaligen Anwendung sind viele Abführmittel für gesunde Menschen meist nicht problematisch, wenn sie richtig angewendet werden. Gefährlich wird es jedoch, wenn Abführmittel regelmäßig oder ohne medizinischen Grund eingenommen werden. Dann können sie den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt stören. Besonders ein Kaliummangel kann ernsthafte Folgen haben.

Mögliche Beschwerden sind Muskelschwäche, Kreislaufprobleme, anhaltende Verstopfung und Herzrhythmusstörungen. Außerdem kann sich der Darm an die regelmäßige Einnahme gewöhnen, sodass die Verdauung ohne Abführmittel immer träger wird. Wenn Du Abführmittel häufiger einnimmst, um Dein Gewicht zu beeinflussen, solltest Du unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Abführmittel sind keine Methode zum Abnehmen

Abführmittel verändern kurzfristig den Darminhalt und manchmal auch den Wasserhaushalt. Sie bauen aber kein Körperfett ab und sind deshalb keine geeignete Methode zum Abnehmen. Wer dauerhaft schlanker werden möchte, sollte auf eine ausgewogene Ernährung, passende Portionsgrößen, ausreichend Bewegung und realistische Ziele setzen. Entscheidend ist nicht, den Körper möglichst schnell zu entleeren, sondern Körperfett auf gesunde Weise zu reduzieren.

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