Deprimierender Rückfall

geschrieben von Schokimaus 
@Ella
15. April 2007 21:20
Hallo,
ich würde gerne wissen warum du der Meinung bist das Jod und L-Thyroxin nicht zusammen gehören?
Ich muss die Tabletten nämlich mein Leben lang nehmen und würde gerne eine andere Meinung als die von meinem Doc hören.
LG
Kati
Re: Schilddrüse, Hormone und Jod
20. April 2007 14:47
Hallo Kati,

ich war lange nicht hier, deshalb die späte Antwort.

Hinsichtlich der Verwendung von Jod und L-Thyroxin in einem Präparat spricht insbesondere der vermutliche Grund für eine Unterfunktion:

Thyranojod darf nur dann gegeben werden, wenn 100 %ig ausgeschlossen ist, dass eine Autoimmunerkrankung Ursache der Unterfunktion ist und definitiv ein Jodmangel vorliegt. Jodmangel kommt heute aber nur noch sehr selten vor, eine Autoimmunerkrankung kann aber selbst dann nicht 100%ig ausgeschlossen werden, wenn keine Antikörper nachgewiesen werden können, da es auch sogenannte "seronegative" Autoimmunerkrankungen gibt. Das Vorliegen einer Autoimmunerkrankung kann allerdings auch über eine Ultraschalluntersuchung durch einen erfahrenen (!) Schilddrüsenarzt (Endokrinologe oder Nuklearmediziner) diagnostiziert werden. Stellt sich die Schilddrüse verkleinert dar, ist das Gewebe inhomogen oder echoarm, so sind das ausreichende Indizien für eine Autoimmunthyreoditis und führen zum Ausschluß von Jodmedikation.

Eine Verschreibung von Jod bei nachgewiesener Autoimmunthyreoditis (Hashimoto-Syndrom) gilt sogar als ärztlicher Kunstfehler !

Hintergrund:

Jod und L-Thyroxin haben sozusagen "gegenläufige" Wirkungen.

Jod "heizt" die Schilddrüse an, mehr Hormon zu produzieren (nicht erwünscht bei der Autoimmunerkrankung, da das die Schilddrüsenentzündung unterstützt), L-Thyroxin hingegen ersetzt die von der Schilddrüse nicht mehr produzierten Hormone, führt also zu einer Unterdrückung der Schilddrüsentätigkeit (erwünscht bei der Autoimmunerkrankung).

Ist eine Schilddrüse noch "fähig", ausreichend Hormone zu produzieren und ihr würde nur Jod fehlen, wäre eine Jodergänzung zu verantworten - aber dann ist eine Supplementierung mit Hormonen unnötig.

Ist die Schilddrüse allerdings zu schwach (zu klein, zu stark zerstört ...) um ausreichend Hormone zu produzieren, dann braucht der Körper NUR zusätzliches L-Thyroxin, nicht mehr Jod.

Die gleichzeitige Gabe von Jod und L-Thyroxin in einem Präparat ist meiner Ansicht nach unsinnig.

Übrigens: Auf der Seite von

www.ht-mb.de

findest du sehr viele Informationen über die Schilddrüse und in den dort verlinkten Foren tummeln sich viele gut informierte Betroffene.

Gruß Ella



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