Schlank = erfolgreich

geschrieben von liliana123 
Schlank = erfolgreich
24. August 2006 14:47
Aus Untersuchungen in Berlin und Baden-Württemberg weiß man, dass der Anteil übergewichtiger und adipöser Zwölf- bis 16-Jähriger mit abnehmendem Bildungsgrad und Einkommen der Eltern steigt. Väter mit Abitur haben seltener übergewichtige Kinder als Väter mit Hauptschulabschluss. Zur Risikogruppe gehört auch der Nachwuchs von Migranten. Und dies ist ebenfalls statistisch belegt: In sozial schwachen Familien werden weniger Obst und Gemüse und mehr Fertiggerichte mit hohem, verstecktem Fettgehalt gegessen.

DICK, DUMM, ARM, das will doch der Absatz hier sagen. Nein??
Also doch schlank = erfolgreich??
Was sagt ihr dazu?

Liebe Grüße
lili




Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 15:11
Hey!

Ich denke, die Schlüsse dick = dumm/arm und schlank = erfolgreich sind zu pauschal. Aber es gibt ja schon Gründe für diese Statistik, auch wenn sie wiederum nur für "die Allgemeinheit" und nicht für den Einzelfall gelten.

Sich über eine gesunde Ernährung zu informieren, erfordert schon ein Maß an Bildung(swillen/-sfähigkeit).

Für sozial schwächere Familien ist es schwieriger, sich gesund zu ernähren, nicht nur wegen der Bildung, sondern wegen der Finanzierung: Gesund kochen etc. ist nunmal teurer als Fertiggerichte in die Mikrowelle schieben. Oder zumindest benötigt es viel mehr Zeit, sich erstmal wiederum schlau zu machen, dann sorgsam einkaufen zu gehen und dann noch alles sorgsam zuzubereiten. Und diese Zeit müssen viele Eltern darauf verwenden, Geld zu verdienen.

Also nicht dumm und arm = dick, sondern schlechte Umstände und Teufelskreis, denn wie sollen es die Kinder denn dann besser machen.

Und um erfolgreich zu sein, braucht es sicher etwas anderes, als schlank zu sein. Aber die generellen Eigenschaften "auf sich achten" und "aus sich etwas machen" bringen einen vielleicht sowohl im Leben als auch auf der Waage weiter.



29 Jahre, 1,71 m groß

Startgewicht April 2006: 89 kg
Zielgewicht Dezember 2006: 65 kg erreicht
Armut macht krank
24. August 2006 15:46
"schlank = erfolgreich" würde bedeuten, dass ich durch eine gute Figur bessere Berufsaussichten und ein höheres Gehalt bekäme - dann vergleiche aber mal Körpergewicht und Gehalt eines durchschnittlichen über-50-jährigen Chefs mit dem seiner 30-jährigen Sekretärin.

Andersrum wird ein Schuh draus: wer wenig Bildung und wenig Geld hat, hat bei der Ernährung wenig Gestaltungsspielraum. Armut macht krank.



Nachricht bearbeitet (24.08.2006 15:51)


(weiblich, geb. 1963)
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 16:02
Hanni schrieb:

> Für sozial schwächere Familien ist es schwieriger, sich gesund
> zu ernähren, nicht nur wegen der Bildung, sondern wegen der
> Finanzierung:

Das ist Quatsch. Wenn ich den Inhalte meines Einkaufswagens vergleiche mit dem Inhalt der Einkaufswagen der Übergewichtigen im gleichen Supermarkt stelle ich regelmäßig fest, dass die - ausser der täglichen Nahrung - noch jede Menge Zeugs ZUSÄTZLICH kaufen, das nicht dem Stillen des Hungers sondern ausschließlich dem Füllen der Fettpolster dient.

So ist es z. B. billiger und gesünder, KEINE Tüte Chips zu kaufen, als eine Tüte Chips. Cola light ist keinen Cent teurer als Cola. Fettarme Milch kostet weniger als 3,8%-ige Milch. Frisches Gemüse ist preiswerter als Fertiggerichte usw.

VIEL (zu viel) zu essen kostet wesentlich mehr Geld, als AUSREICHEND zu essen.

> Gesund kochen etc. ist nunmal teurer als
> Fertiggerichte in die Mikrowelle schieben.

Auch das ist Quatsch. Eine Tomatensoße aus Tomaten, Sellerie, Karotten, Petersilienwurzel, Zwiebeln, Tomatenpassata, Tomatenmark, Petrsilie, Oregano, Salz und Pfeffer herzustellen ist wesentlich preiswerter als eine Packung Miracoli.

Auch die Kosten für Mehl, Hefe und Wasser um daraus einen Pizzateig zu backen und die Kosten für ein bißchen Kochschinken, Tomatenpassata, Gewürze und Käse liegen weit unter dem, was der Pizza-Service verlangt.

Und die Herstellungskosten für selbstfabrizierte Hamburger liegt auch sehr deutlich unter den Kosten für die "Nahrungsmittel" von McD.

> Oder zumindest
> benötigt es viel mehr Zeit, sich erstmal wiederum schlau zu
> machen, dann sorgsam einkaufen zu gehen und dann noch alles
> sorgsam zuzubereiten. Und diese Zeit müssen viele Eltern darauf
> verwenden, Geld zu verdienen.

Sehr häufig ist "Zeit" das einzige, von dem sozial schwächer gestellte Menschen genügend haben. Leider nutzen viele diese Zeit lieber dafür, sich Nachmittagstalkshows reinzuziehen, als sich Gedanken um gesunde Ernährung zu machen.

Ich denke, dass ein Zusammenhang zwischen Übergewicht, Ungesundheit und sozial schwacher Stellung eher deswegen besteht, da sich solche Familien um ganz andere Dinge Gedanken machen (müssen) als um (gesunde) Ernährung.

Wer genügend Geld und eine gesicherte Zukunft hat, dem fällt es sicher leichter sich Gedanken über seine Ernährung zu machen.

Alex
Re: Armut macht krank
24. August 2006 16:08
Birgit schrieb:

> "schlank = erfolgreich" würde bedeuten, dass ich durch eine
> gute Figur bessere Berufsaussichten und ein höheres Gehalt
> bekäme - dann vergleiche aber mal Körpergewicht und Gehalt
> eines durchschnittlichen über-50-jährigen Chefs mit dem seiner
> 30-jährigen Sekretärin.

Du kannst nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Aber wenn du das durchschnittliche Gehalt und die Karrierechancen schlanker 30-jähriger Sekretärinnen mit dem Durchschnittsgehalt und den Karrierechancen dicker 30-jähriger Sekretärinnen vergleichst, wirst du (vermutlich) feststellen, dass die schlanken entweder wesentlich weniger fachlichen Einsatz für das gleiche Gehalt bringen müssen oder mit gleichem Einsatz wie die dicken wesentlich mehr verdienen und besser Karrierechancen haben.

> Andersrum wird ein Schuh draus: wer wenig Bildung und wenig
> Geld hat, hat bei der Ernährung wenig Gestaltungsspielraum.

Natürlich hat er Gestaltungsspielraum. Sicher, er kann keinen Loup de Mer oder keinen Steinbutt essen. Aber das bedeutet doch nicht, dass er auf fettige Wurst angewiesen ist oder dass er gezwungen ist, fingerdick Butter aufs Brot zu schmieren.

> Armut macht krank.

Da stimme ich dir zu 100% zu.

Alex
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 16:11
"Ich denke, dass ein Zusammenhang zwischen Übergewicht, Ungesundheit und sozial schwacher Stellung eher deswegen besteht, da sich solche Familien um ganz andere Dinge Gedanken machen (müssen) als um (gesunde) Ernährung.

Wer genügend Geld und eine gesicherte Zukunft hat, dem fällt es sicher leichter sich Gedanken über seine Ernährung zu machen."

Deine letzte Schlussfolgerung ist dieselbe wie meine. Du kommst nur ein klein wenig anders dazu. Alle meine Aussagen deswegen als "Quatsch" zu bezeichnen, finde ich ganz schön frech.

Woran liegt es denn, dass man die Tüte Chips noch dazukauft? Kein Gedanke an die Folgen (da kein Wissen), und Essen macht Spaß und davon hat man ja sonst nicht viel im Leben (Klischee).
Und kochen muss man auch erstmal lernen (ich weiß, wovon ich spreche). Und das richtige Einkaufen. Bei mir wird ein Einkauf fürs Kochen immer teurer, als wenn ich z.B. ne Fertigpizza holen würde. Aber vielleicht bin ich ja zu dumm fürs richtige Einkaufen, womit wir wieder beim Thema wären.
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 16:16


Aso so hart das jetzt auch von Alexander formuliert wurde so muss ich ihm doch zustimmen.

Ich denke die Statistik rühr zum Großteil daher dass die sozial besser gestellten Familien über mehr Disziplin, Arbeitswillen usw verfügen, und die sozial schwächeren Familien sich eher gehen lassen. Das ganze wird über generationen weitergegeben. Ein Kind das nichts anderes kennt wird selber aus diesem Muster nicht ausbrechen.

Und wie gesagt ich kritisiere hier nicht Dicke und ich habe auch nichts gegen Sie. Ich beziehe mich hier nur auf die genannte Statistik.
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 16:21
Hanni schrieb:

> Woran liegt es denn, dass man die Tüte Chips noch dazukauft?
> Kein Gedanke an die Folgen (da kein Wissen),

ich zweifle, dass es Menschen gibt, denen nicht klar ist, dass sie von Chips dick werden.

> Und kochen muss man auch erstmal lernen (ich weiß, wovon ich
> spreche).

Einverstanden.

> Und das richtige Einkaufen. Bei mir wird ein Einkauf
> fürs Kochen immer teurer, als wenn ich z.B. ne Fertigpizza
> holen würde.

Wenn du dir einen Einkaufszettel schreibst mit all den Zutaten die auch auf der Fertigpizza sind, kommt dich das wesentlich billiger als eine Fertigpizza zu bestellen. Wenn du natürlich planlos über den Markt schlenderst und hier ein bißchen Seeteufel, da ein paar Scheiben Serrano-Schinken und dort ein paar Spargel-Stangen mitnimmst, kommst du natürlich weit über den Preis für eine Fertigpizza :-)

Alex
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 17:20
josie schrieb:

> Ich denke die Statistik rühr zum Großteil daher dass die sozial
> besser gestellten Familien über mehr Disziplin, Arbeitswillen
> usw verfügen, und die sozial schwächeren Familien sich eher
> gehen lassen.

Das ist Quatsch! Ich habe genügend reiche Gegenbeispiele kennengelernt: Höhere Töchter, die die Schule schwänzten, Jungmanager, die von Beruf "Sohn" waren, ... die Liste ließe sich fortsetzen. Und ich kenne auch fleißige, strebsame Leute, die einfach keine Chance haben, aus ihrer Schicht rauszukommen.

Du setzt "sozial schwach" vermutlich mit "asozial" gleich, das ist so aber verkehrt: nicht jeder arme Mensch ist arbeitslos, und nicht jeder arbeitslose hat "null Bock". Ein Industriearbeiter, der Überstunden kloppt um seine Familie zu ernähren, und der sich billig an Nudeln mit Dosengulasch satt isst oder an Schmalzstullen, oder der sich nach Feierabend ne Tiefkühlpizza mit Salami reinzieht, der ist alles andere als disziplinlos. Es gibt verdammt disziplinierte, arbeitsame Menschen da draußen, und die sind nicht die Ausnahme!




(weiblich, geb. 1963)
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 17:30
Das "weise" Wort zum Donnerstag:

Durch alle Schichten hindurch gibt es "solche und solche". Statistiken erfassen eben nur den großen Überblick und anhand dessen zu diskutieren, ist ziemlich schwierig bis unmöglich. Gründe sind so vielfältig wie die Menschen, die nach ihnen leben. Man kann versuchen, ein paar davon genauer zu betrachten (Gründe, Menschen) - darf dabei aber eben nie vergessen, dass man nur über einen beschränkten Ausschnitt der Welt redet.

Pastor Hanni
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 17:38
Hey:

Alexander schrieb:

>Wenn ich den Inhalte meines Einkaufswagens vergleiche mit dem Inhalt der

> Einkaufswagen der Übergewichtigen im gleichen Supermarkt stelle ich

>regelmäßig fest, dass die - ausser der täglichen Nahrung - noch jede Menge

> Zeugs ZUSÄTZLICH kaufen, das nicht dem Stillen des Hungers sondern

> ausschließlich dem Füllen der Fettpolster dient.


Ich glaube, dass nennt man selektive Wahrnehmung.
Was man erwartet zzu sehen, sieht man auch.
Anderes, in diesem Falle, Dicke mit gesund-gefüllten Einkaufswagen, sieht man dann gar nicht.
Und:
Hast Du nichts besseres zu tun, als die Einkaufswagen "dicker Leute" zu kontrollieren?
Ja, ja, jeder sieht, wenn ich saufe - aber keiner, wenn ich Durst habe.


>So ist es z. B. billiger und gesünder, KEINE Tüte Chips zu kaufen, als eine

>Tüte Chips. Cola light ist keinen Cent teurer als Cola. Fettarme Milch

>kostet weniger als 3,8%-ige Milch. Frisches Gemüse ist preiswerter als

>Fertiggerichte usw.


Leider kenne ich aber keine Billigmarke Cola (oder ähnl.Getränke), die es in "Light" gibt - manch einer hat nicht das Buget für überteuerte Markenprodukte.
Ich perönlich kenne keine "Dicken", die ständig 3,8%Milch trinken...
Über den letzten Satz kann ich nun echt nur lachen - Fertigprodukte sind um einges billiger, als frisches Gemüse, wenn Du markenlos kaufst.
Wenn Du für ein Mittagessen (für 4 Personen) nicht mehr als 1,50 ¤ am Tag hast, geht das mit Fertignahrung viel leichter!

>Eine Tomatensoße aus Tomaten, Sellerie, Karotten, Petersilienwurzel,

>Zwiebeln, Tomatenpassata, Tomatenmark, Petrsilie, Oregano, Salz und

>Pfeffer herzustellen ist wesentlich preiswerter als eine Packung Miracoli.


Schon wieder Marke, tz,tz,tz!
Wenn Du aber 'ne Fertigsauce für 0,39¤ + Nudeln für 0,29 ¤ ist Deins dann immer noch billiger?

>Auch die Kosten für Mehl, Hefe und Wasser um daraus einen Pizzateig zu

>backen und die Kosten für ein bißchen Kochschinken, Tomatenpassata,

> Gewürze und Käse liegen weit unter dem, was der Pizza-Service verlangt.

>Und die Herstellungskosten für selbstfabrizierte Hamburger liegt auch sehr

> deutlich unter den Kosten für die "Nahrungsmittel" von McD.

Klar, wer sich es leisten kann chic zum Italiener um die Ecke zu gehen, hat natürlich Probleme damit zu verstehen, das für "arme Menschen" sowas ein Festtag sein kann - in einem sonst recht tristem Leben.
Vom Geldbeutel her, bleibt da aber nur : McDoof, Imbiss oder ähnliches, ein Restaurantbesuch ist bei denen nun wahrlich nicht drin.
Und ich möchte den sehen, der für den Preis einer Fertigpizza (0,89¤) eine selberbacken kann...

>Sehr häufig ist "Zeit" das einzige, von dem sozial schwächer gestellte

>Menschen genügend haben. Leider nutzen viele diese Zeit lieber dafür,

> sich Nachmittagstalkshows reinzuziehen, als sich Gedanken um gesunde

>Ernährung zu machen.

Juhu - hoch leben die Vorurteile!!!!

>Aber wenn du das durchschnittliche Gehalt und die Karrierechancen

>schlanker 30-jähriger Sekretärinnen mit dem Durchschnittsgehalt und den

> Karrierechancen dicker 30-jähriger Sekretärinnen vergleichst, wirst du

>(vermutlich) feststellen, dass die schlanken entweder wesentlich weniger

> fachlichen Einsatz für das gleiche Gehalt bringen müssen oder mit

>gleichem Einsatz wie die dicken wesentlich mehr verdienen und besser

>Karrierechancen haben.

Hö,hö - wo haste denn das her ?
Von der AOK ? Würde passen - *g*
Die Statistik möchte ich sehen....
Ansonsten, s. eine Zitat-Reaktion weiter oben!


>Natürlich hat er Gestaltungsspielraum. Sicher, er kann keinen Loup de Mer

> oder keinen Steinbutt essen. Aber das bedeutet doch nicht, dass er auf

> fettige Wurst angewiesen ist oder dass er gezwungen ist, fingerdick

> Butter aufs Brot zu schmieren.

Nee, is klar!
Was macht es schon für einen Unterschied, ob man für seinen Aufschitt 3¤ pro Kilo oder mind. 7-8 ¤ bezahlt.

Klar, gibt es "schwarze Schafe" bei den "Dicken" - will ich gar nicht abstreiten - aber eine solche Verallgemeinerung - au weh!
Ehrlich, Alex, manchmal frage ich mich, ob Du auf dem Mond lebst ???

LG vom ziemlich erzürnten Plüschtiger

Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 17:59


Du hast mit deiner Aussage vollkommen recht.

Aber mir ging es nur darum wie so eine Statistik zustande kommen kann und ich erkläre es mir so, das dieser wie du es nanntest "assoziale" (das ist mir aber etwas zu extrem Formuliert) oder antriebslosere Bevölkerungsteil einen nicht geringen Anteil dieser sozial schwachen Bevölkerung ausmacht. Und dadurch dieses Ungleichgewicht.

Es gibt selbstverständlich immer Ausnamen und ich bin absolut kein Freund solcher Pauschalisierungen.

=> Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. ;-)
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 18:08
Plüschtiger schrieb:

> Alexander schrieb:
>
> > Wenn ich den Inhalte meines Einkaufswagens vergleiche mit dem
> > Inhalt der Einkaufswagen der Übergewichtigen im gleichen Supermarkt
> > stelle ich regelmäßig fest, dass die - ausser der täglichen Nahrung -
> > noch jede Menge Zeugs ZUSÄTZLICH kaufen, das nicht dem Stillen des
> > Hungers sondern ausschließlich dem Füllen der Fettpolster dient.
>
> Ich glaube, dass nennt man selektive Wahrnehmung.

Nein, das nennt man "Beobachtung". Ich habe noch selten den Einkaufswagen eines Übergewichtigen gesehen, der ausnahmslos mit fettreduzeirten Lebensmitteln oder mit Obst und Gemüse gefüllt war.

Wer übergewichtig ist, ist dies, weil er mehr ißt, als er verbraucht - egal ob arm oder reich, dumm oder schlau, arbeitend oder arbeitslos.

Und für die Behauptung, dass hochkalorische Lebensmittel preiswerter sind als niedrigkalorische Lebensmittel habe ich noch keinen Beleg gesehen.

> Hast Du nichts besseres zu tun, als die Einkaufswagen "dicker
> Leute" zu kontrollieren?

Nein, nicht wenn ich in der Schlange an der Kasse stehe.

> > So ist es z. B. billiger und gesünder, KEINE Tüte Chips zu
> > kaufen, als eine Tüte Chips. Cola light ist keinen Cent teurer als Cola.
> > Fettarme Milch kostet weniger als 3,8%-ige Milch. Frisches Gemüse ist
> > preiswerter als Fertiggerichte usw.
>
> Leider kenne ich aber keine Billigmarke Cola (oder
> ähnl.Getränke), die es in "Light" gibt - manch einer hat nicht
> das Buget für überteuerte Markenprodukte.

Es gibt jede Menge preiswerte Durstläscher als Cola - egal ob Billig- oder Teuer-Cola. Die Argumentation, das ärmere Menschen gezwungen sind, hochkalorische Billigcolas zu trinken, weil ihnen das Geld für Marken-Lightcolas fehlt, halte ich für sehr gewagt. Ich gehöre mittlerweile sicher zu den Wohlhabenderen in unserem Lande. Aber das war nicht immer so. Ich bin in relativ armen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Eltern hatten wirklich nicht das Geld, uns mit Light-Cola zu versorgen. Haben sie deswegen auf Billig-Zuckercola angeboten? Nein. Bei uns gab es dann eben eben Saftschorle. Denn die sind NOCH billiger als Discounter-Colas.

> Ich perönlich kenne keine "Dicken", die ständig 3,8%Milch
> trinken...

Ich kenne genug, die keine fettarme Milch trinken. Da kommt dann in den Kaffee eben die Kaffeesahne vom Discounter.

> Über den letzten Satz kann ich nun echt nur lachen -
> Fertigprodukte sind um einges billiger, als frisches Gemüse,
> wenn Du markenlos kaufst.
> Wenn Du für ein Mittagessen (für 4 Personen) nicht mehr als
> 1,50 ¤ am Tag hast, geht das mit Fertignahrung viel leichter!

Mit welchem Fertiggericht ernährst du vier Personen zum Preis von 1,50 EUR?

> > ist wesentlich preiswerter als eine Packung Miracoli.
>
> Schon wieder Marke, tz,tz,tz!

Lass die Marke weg. Eine selbstgekochte Tomatensauce ist billiger als JEDES Fertigprodukt.

> Wenn Du aber 'ne Fertigsauce für 0,39¤ + Nudeln für 0,29 ¤ ist
> Deins dann immer noch billiger?

Ja.

> Klar, wer sich es leisten kann chic zum Italiener um die Ecke
> zu gehen, hat natürlich Probleme damit zu verstehen, das für
> "arme Menschen" sowas ein Festtag sein kann - in einem sonst
> recht tristem Leben.

Erstaunlich, wie oft sich viele "arme" Leute einen solchen "Festtag" an der Pommesbude gönnen. Oder glaubst du, der typische Pommesbuden-Esser ist leitender Angestellter, der über ein Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 EUR verfügt?

Auch hier mach ich die gleiche Rechnung auf: eine Oberländer Wurst vom Metzger, zwei Kartoffeln für die Pommes, ein Klacks Ketchup und eine Prise Currypulver sind WESENTLICH preiswerter als der Gang zur Pommesbude.

> Und ich möchte den sehen, der für den Preis einer Fertigpizza
> (0,89¤) eine selberbacken kann...

Für diesen Preis backe ich eine Pizza, von der zwei Personen satt werden.

> > Leider nutzen viele diese Zeit lieber dafür,
> > sich Nachmittagstalkshows reinzuziehen, als sich Gedanken um
> > gesunde Ernährung zu machen.
>
> Juhu - hoch leben die Vorurteile!!!!

Auch hier die Frage: glaubst du allen Ernstes, das Millionenpublikum, das sich täglich so einen Schwachsinn reinzieht, sind alles die oben erwähnten leitenden Angestellten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 EUR?

> > Aber wenn du das durchschnittliche Gehalt und die
> > Karrierechancen schlanker 30-jähriger Sekretärinnen mit dem
> > Durchschnittsgehalt und den Karrierechancen dicker 30-jähriger
> > Sekretärinnen vergleichst, wirst du (vermutlich) feststellen, dass die
> > schlanken entweder wesentlich weniger fachlichen Einsatz für das
> > gleiche Gehalt bringen müssen oder mit gleichem Einsatz wie die
> > dicken wesentlich mehr verdienen und besser Karrierechancen haben.
>
> Hö,hö - wo haste denn das her ?
> Von der AOK ?

Nein. Ich war lange Jahre Abteilungsleiter in einem großen Unternehmen und habe während dieser Zeit etwa 100 Leute eingestellt und dementsprechend ca. 5000 Bewerbungen gelesen. Und im Großen und Ganzen war es tatsächlich so, dass die Gehaltsangaben und -forderungen attraktiver Menschen deutlich höhere lagen als die Geahltsforderungen weniger attraktiver Menschen.

> > Natürlich hat er Gestaltungsspielraum. Sicher, er kann keinen
> > Loup de Mer oder keinen Steinbutt essen. Aber das bedeutet doch
> > nicht, dass er auf fettige Wurst angewiesen ist oder dass er
> > gezwungen ist, fingerdick Butter aufs Brot zu schmieren.
>
> Nee, is klar!
> Was macht es schon für einen Unterschied, ob man für seinen
> Aufschitt 3¤ pro Kilo oder mind. 7-8 ¤ bezahlt.

Der Unterschied zwischem mageren Kochschinken und fettiger Salami ist nicht wirklich hoch. Und wer sich an der Pommesbude für 5 EUR 'ne Curry mit Pommes leisten kann, der kann sich auch ein Putenschnitzel mit Reis leisten und dieses selbst zubereiten.

Alex
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 21:11
Alexander schrieb:

> Und für die Behauptung, dass hochkalorische Lebensmittel
> preiswerter sind als niedrigkalorische Lebensmittel habe ich
> noch keinen Beleg gesehen.

Ich ehrlich gesagt auch nicht: Mit 100 g Reis und einer halben Packung Tiefkühlgemüse zum Beispiel ist man mit 0,50 ¤ dabei.
Oder zum Beispiel gibt man für 100 g rote Linsen mit etwas Persilie, Wildreis, Pfeffer, Öl und Möhren auch nicht wirklich mehr aus.
Auch ich komme aus sozial schwachen Verhältnissen und bin ein Migrantenkind, habe aber absolut keine Probleme damit mich gesund zu ernähren.
Ich kaufe auch nicht bei "Feinkost Böhm" ein sondern eher bei Aldi - aber dass man deshalb gezwungen ist fettig zu essen kann ich absolut nicht unterschreiben.
Außerdem trinke ich nur Wasser - keine Ahnung warum es mindestens 1X am Tag immer Cola, oder Cola light sein muss.
Kurz: Ich bin arm, schaffe es aber gänzlich ohne Anstrengung mich gesund zu ernähren. Sollte also für andere Menschen auch kein Problem sein, wenn man sich ein bisschen informiert.

Edit: Oh Mann "Ansträngung" - peinlich...



Nachricht bearbeitet (25.08.2006 00:29)
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 21:49
Ich denke es liegt daran:

- Diese "dummen Eltern" hatten vllt selbst Eltern, die aus irgendwelchen Gründen nicht viel Geld hatten und sich mit langem Arbeiten (z.B. Mutter geht putzen, Vater arbeitet in ner Werkstatt) keine Zeit für ihre Kinder.
- Diese "dummen Eltern" hatten vielleicht Probleme in der Schule und das hing vllt auch mit dem Einkommen ihrer Eltern zusammen.
- Durch soziale Probleme verschlechtern sich bekanntlich auch schulische Leistungen
- Wer keine guten schulischen Leistungen vollbracht hat, der kann auch keine Arbeit machen, bei der man viel verdient, oder?
- wer wenig verdient, kann sich nur schlecht teure Lebensmittel leisten - da ist es verlockend Billigprodukte zu kaufen, die leider auch ungesund sind und dick machen.
- die Kinder dieser Eltern müssen zwangsläufig dieses "Futter" verspeisen und werden (auch) dick.
- Wenn es Probleme in der Schule gibt: Eltern können nicht immer helfen, weil sie selbst zu wenig wissen und Nachhilfe können sie sich nicht leisten.

Seht es doch mal so!

UND:

Meine Mutter hat KEINEN Schulabschluss, mein Vater "nur" Hauptschulabschluss, in meiner Familie sind aber kaum übergewichtige Menschen vorhanden (obwohl die meisten entweder nur Hauptschulabschluss oder Sonderschule (weiß nicht, was man da für einen Abschluss bekommt, glaub ich auch Hauptschule) gemacht haben). Meine Mutter hat mit Hormonproblemen zu kämpfen und ist deshalb leicht übergewichtig, meine Großmutter ebenfalls (ihre Mutter auch) und deren Schwester (Mutters Tante) hat durch Medikamente zugenommen (Herzprobleme). Meine Cousine frisst alles in sich rein (bei ihr trifft das zu, bei sonst in meiner Familie keinem). Und trotz dieser Studie habe ich die Realschule OHNE überhaupt nur ein klein bisschen zu lernen mit 2.8 (Notendurchschnitt) geschafft (ist zwar nicht das Beste, aber es hat gereicht um auf ne FOS zu kommen UND ich weiß dass es daran lag, dass ich faul war und wirklich nicht gelernt hab, weil meine Stärke waren Fremdsprachen und Deutsch (Engl. Franz. hatten wir als Fremdsprachen ich hatte in beiden ne Sprachprüfung mit Zertifikat bestanden, und Wirtschaftskunde lag mir auch, genauso wie Kunstgeschichte, hatte den Test mit 2+ ohne Lernen bestanden, weil ich auf ner Ausstellung war und dabei mehr gelernt hab, als wenn ich daheim die Unterlagen durchgeguckt hätte, so kann ich mir Sachen leider nicht gut merken). UND ich habe noch nie Übergewicht gehabt. Es ist schlimm, woraus diese Schlussfolgerungen entstehen können. Die ganze Sache mal andersherum zu betrachten, ist denen wahrscheinlich zu anstrengend - was meint ihr dazu?

Viele liebe Grüße








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- so I choose to fight -
Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 22:01
Darf ich mal fragen, wo du herkommst? Ich mein nur, weil ich finde schon, dass frisches Gemüse übermäßig teuer ist, genauso wie Obst und leckerer Salat. Und Kartoffeln schmecken leider auch nicht mehr so gut wie früher, außer vllt frittiert. Deshalb ess ich fast gar keine mehr, schmecken meist mehlig, die die man hier kaufen kann. Und ne LECKERE Tomatensoße zuzubereiten ist für manche vllt ein Unding, weil sie gar nicht wissen, wie man richtig lecker kocht (ich kenne solche Leute). Und auch deine Art sie zuzubereiten spricht mich nicht an. Ich würde viele frische Kräuter dazutun und viel mehr Gewürze (keine fertigen Mischunen mit Mononatriumglutamat, das Zeug verabscheue ich), weil ich das einfach lieber mag und auch diese sind total überteuert. Wenn man nicht viel Geld zum Leben hat und eventuell noch Schulden, aber nur einer in der Familie arbeitet, man ein Haus abbezahlen muss und noch Haustiere hat, dann ist es wirklich schwer, sich gesund zu ernähren. Ich sag meiner Mutter ja auch immer, dass sie fettarme Milch kaufen soll (weil billiger) und mal weniger Süßkram, stattdessen etwas Obst, aber naja... Obst vergeht sehr schnell, wenn ich mal nicht da bin, isst es auch keiner, deshalb kauft sie meist keins und Süßkram "frisst" mein Bruder SOFORT, sobald er was findet. Und die Milch... dazu sagt sie nur: "Die schmeckt anders, dann vergammelt die im Kühlschrank, weil sie keiner trinkt.", (außer mir halt). Ich werde jedenfalls, wenn ich mal allein wohne, oder auch die Wohnung im Haus bekomme und selbst einkaufen gehen kann/muss bzw. Geld dazu habe, überwiegend frische Sachen kaufen - Gemüse, das ich gern esse sowie meine Lieblingsobstsorten, fettarme Milch, Vollkornprodukte und wenig süßes, ungesundes Zeug, damit fühlt man sich einfach viel wohler und es schmeckt auch besser, wenn man es richtig macht. Nur eines: Fleisch werde ich wohl so gut wie nie essen, es ekelt mich das zuzubereiten, aber Fisch werd ich regelmäßig essen (so 2x die Woche, find ich total lecker) und einige leckere Milchprodukte wie Frischkäse, Magerquark mit Kräutern drin (eventuell selbst zubereitet aus Quark und Gartenkräutern) usw. Ich weiß zwar, dass es noch ne Weile dauern wird, bis es so weit ist, aber ich freu mich schon drauf ^^. Vielleicht kann ich mich ja mal mit meiner Mutter einigen und mit ihr einkaufen gehen, dann meine Sachen im Vorratskeller aufbewahren und selbst kochen... muss mal mit ihr reden gehen.

LG








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Re: Schlank = erfolgreich
24. August 2006 22:35
Ich möchte dir in diesem Sinne zu stimmen. Ich komme aus einer Migrantenfamilie und meine Eltern sind beide ungebildet. ABER, sie haben trotzdem auf gesunde Ernährung bei uns geachtet (zwar nicht das teure Bio-Zeug).

Auch die Korrelation, dass man dadurch keine Erfolgsaussichten hat, stimmt auch nicht.
Ich habe mein Abitur (meine beiden anderen Geschwister auch) geschafft und ich studiere Mathematik und Informatik.

Ich glaube viele Leute machen es sich auch leicht zu behaupten, es hinge mit dem Millieu zusammen.
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 00:39
ich wohne in königstein, in der stadt, wo das durchschnittseinkommen am zweithöchsten in deutschland ist. und hier gibt es sehr viele schlanke menschen.

beinahe könnte man glauben, wenn man in so eine reiche stadt hineingeboren wird, steht man schon unter druck. dem druck, gut auszusehen, blond zu sein, perlenohringe zu tragen, ein großes auto zu fahren und in seine jeans rein zu passen. das hängt alles irgendwie zusammen.

und es wird viel geredet. "wer lässt sich auf dem burgfest sehen?" "wer organisiert in der grundschule den basar?"
von den männern wird hier meistens erwartet, dass sie gut verdienen, befördert werden und ihrer familie ein großes haus mit hund bieten. von den frauen erwartet man, dass sie toll aussehen und sich um haus und kinder und ihr aupair kümmern.

wenn du hier aber ärmer (nicht arm, sondern nur eben nicht reich) bist, dann bist du auch schon außen vor. die anderen mütter werden dich beim elternabend deines kindes weniger beachten und lieber untereinander über ihr tennis oder golf reden. bist du aber eine von ihnen, dann spielst du auch im sportpark königstein 2mal die woche tennis und bestellst dir hinterher nur ein evian. es ist dann schon beinahe selbstverständlich, dass du dünn und gut frisierst bist.

selbst auf meiner schule (eine privatschule natürlich) kann man schon am aussehen feststellen, ob einer aufs gymnasium oder auf real geht. tatsächlich sind realschüler öfter übergweichtig, ziehen sich billiger an, haben schlechter gefärbtere haare und eine ganz andere mentälität.

vielleicht liegt alles an der mentalität: "ich bin schon reich geboren und muss nur halten, was ich habe und mich nicht hochkämpfen. ich bin ein wertvollerer und besserer mensch und muss daher auch besser aussehen"
vielleicht trifft das es.
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 07:45
Moin-moin!

Also, ich glaube, da kommen wir auf keinen Nenner...

Mir scheint, dass wir jeder von einer anderen Art von Armut reden, denn wenn es für Dich kein nennenswerter Unterschied ist, dass 200g Salami für 0,39¤ zu bekommen sind und 200g Kochschinken (das billigste an magerem Aufschnitt überhaupt) bei uns hier jedenfalls nicht unter 1,09¤, dann gehen wir von verschiedenen Wertigkeiten aus und diskutieren macht dann keinen Sinn.

Vielleicht kommt es auch tatsächlich noch darauf an, wo man wohnt, denn wenn ich manchmal so lese wie günstig einige - gerade Obst und Gemüse - einkaufen, schlackern mir neidvoll die Ohren ;-)

Und bevor das hier ausartet, schließe ich lieber Waffenstillstand!

Nur noch eines:
Nee, kein 3000¤-Angestellter wird ewig zu McDoof gehen oder blödsinnige Talkshows sehen (dann muss er nämlich arbeiten ;-) ), aber seine Frau...
Kenne hier einige, die nicht arbeiten müssen, aber nie Kochen (sondern auch noch den angebotenen Schulmittagstisch nutzen) und öfter in einem Jahr bei McDoof anzutrefen sind (Zitat:"Die Kids lieben es ja sooo"winking smiley, als ich den Laden in meinem ganzen Leben je betreten habe.
Und sind fernsehtechnisch über jeden Scheiß - oh, äh sorry - informiert.

LG vom nun wieder friedlichen und ausgeschlafenen Plüschtiger

Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 08:54
Die Aussage trifft in sofern zu, das dieses Bild in den Köpfen der Menschen so existiert - hat aber mit der Realität nichts zu tun.

Ein Dicker aus einer Arbeiterfamilie kann genauso intelligent sein, wie ein Dünner aus einer Akademikerfamilie.

Nur da unser Idealbild des (nahezu) "perfekten Menschen" eben so aussieht, das dieser Mensch schlank und fit aussehen soll, werden wir wohl weiter gegen dieses "Trugbild" ankämpfen müssen.



Liebe Grüße
Andrea

Wir haben nur ein Leben;Warum machen wir es uns meistens so schwer??
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 09:04
"vielleicht liegt alles an der mentalität: "ich bin schon reich geboren und muss nur halten,

Nur?

was ich habe und mich nicht hochkämpfen. ich bin ein wertvollerer und besserer mensch und muss daher auch besser aussehen"
vielleicht trifft das es."

Würde ich schade finden, glaube ich nicht.

Die Erwartungen sind höher gesteckt, der Druck ist höher, man will ja nicht als Versager der Familie dastehen.

Auf das Zitat mit den Statistiken habe ich gewartet ;-), das finde ich aber immer so absolut und es ist auch nicht wie fälschlicherweise angenommen von Churchill, der sehr wohl auf Statistiken vertraute.
Man muss dann eben die Streuung beachten.

Daher noch ein kleiner statistischer Beitrag. Sorry ;-)

Es gibt auch eine positive Abhängigkeit zwischen Körpergröße und den Chancen auf eine Führungsposition. (das heißt ja nicht, dass jeder 2 Meter-Mensch ein Manager ist)
Und bei der Körper"breite"
Ich denke nicht unbedingt, dass Schlanksein mit Erfolg gleichzusetzen ist.
Tatsächlich ist es aber für einen adipösen Menschen unmöglich ein erfolgreicher Pilot zu werden oder überhaupt einer zu werden, da hier die körperliche Fitness ein Muss ist. Das gleiche gilt für die Stewardesse. Was man unter Erfolg versteht, ist ja wieder subjektiv. Dazu glaube ich auch, dass der Personaler bei gleichen Kompetenzen die dünne Bewerberin als Hotelrezeptionistin gegenüber der dicken Bewerberin bevorzugen würde. (Das sind aber nur Beispiele)

Das ist schade.

Der Zusammenhang von Bildungsstand, Einkommen (und evtl Gewicht) ist glaube ich wirklich ein Teufelskreis und für ein Kind, beispielsweise aus Jenfeld /Hamburg
ist es schwierig dem zu entkommen. Aber wie sind da die Erwartungen? Perspektivlosigkeit? und der Griff zur Chipstüte?
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 09:24
hallo alex. ich muss dir wirklich zustimmen. in allem, was du geschrieben hast. da das weiss gott nicht immer der fall ist, mach ich das jetzt einfach mal. und zum thema billigcola: bei uns gibts cola ligt no name-varianten im lidl und in anderen discountern. und mineralwasser ist wesentlich günstiger und gesünder. aber das nur mal so am rande.
ich beobachte auch gerne einkaufswagen und bin zu dem gleichen ergebnis gekommen, wie du. frag mich manchmal, ob die leute es vielleicht einfach nicht besser wissen. würde gerne mal schulungen anbieten. "ich werte ihren einkaufswagen aus". soundso viel fett, soundso viel kcal und dann einen alternativ einkaufswagen zusammenstellen für das gleiche geld aber einfach viellll gesünder.
ich denke auch, dass gesunde ernährung mit wenig geld machbar ist. klar muss man sich dann genau überlegen, was es gibt. aber wer gemüse und obst nach saison kauft, sollte das hinbekommen. ich bin auch immer wieder überrascht, wie häufig manche leute bei mcdoof essen, die weniger geld haben, als ich. was kostet ein maximenü? bei uns gibt es einen superchinesen, der mittagstisch (gesund, lecker) für 3,90euro anbietet. wer also geld genug hat, sich ausser haus was zu essen zu besorgen, hat durchaus die wahl. man muss also nicht aus kostengründen zu pommes und co greifen.
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 09:44
Gillian schrieb:

> - wer wenig verdient, kann sich nur schlecht teure Lebensmittel
> leisten - da ist es verlockend Billigprodukte zu kaufen, die
> leider auch ungesund sind und dick machen.

Die Behauptung, "wer kein Geld hat, muss Sachen essen die dick machen" hat noch niemand belegen können.

Alex
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 09:50
Hey!

Eigentlich wollte ich ja nun die Klappe halten :-) , aber ich habe mal 'ne grundsätzliche Frage:

Kann es sein, dass wir uns erstmal grundsätzlich einigen sollten, was wir mit "den Dicken" oder "Übergewicht" eigentlich meinen?
Ich habe inzwischen den Eindruck - und dann würde ich einigen Aussagen durchaus eher zustimmen - dass die meisten hier Menschen mit extremen Übergewicht (so ab 120/130 Kilo) vor sich sehen...

Aber die Aussagen kamen für mich so rüber, als wenn alle Übergewichtigen, also auch die mit 10/20 Kilo Balast, generell schlechtere Jobchancen hätten, nur disziplinlos und mit einem Intelligenzquotienten und Gebaren eines Faultiers ausgestattet wären.

Ich gebe durchaus zu, dass massives Übergewicht auch mit einem schmalen Geldbeutel verhindert werden kann - bleibe aber dabei, dass eine "rank-schlank und rundherum gesund"-Ernärung mit diesem nicht zu leisten ist.

LG vom Plüschtiger

Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 09:57
Plüschtiger schrieb:

> Mir scheint, dass wir jeder von einer anderen Art von Armut
> reden, denn wenn es für Dich kein nennenswerter Unterschied
> ist, dass 200g Salami für 0,39¤ zu bekommen sind und 200g
> Kochschinken (das billigste an magerem Aufschnitt überhaupt)
> bei uns hier jedenfalls nicht unter 1,09¤, dann gehen wir von
> verschiedenen Wertigkeiten aus und diskutieren macht dann
> keinen Sinn.

Wer die Preisdifferenz von 40 Cent pro 100 Gramm Nahrungsmittel nicht aufbringen kann, soll eine SMS weniger verschicken und hat die Kohle wieder drin. Oder er geht einmal weniger zum McD. Oder er ißt einen Döner weniger am Stand. Oder, oder...

40 oder 80 Cent sind wirklich kein Betrag, weswegen Menschen gezwungen sind, sich so zu ernähren, dass sie dick werden. Dass Geringverdiener lt. div. Untersuchungen häufiger übergewichtig sind als Besserverdiener, hat nichts damit zu tun, dass eine Ernährung mit 2.000 kcal pro Tag teurer ist als eine Ernährung mit 4.000 kcal.

Ich behaupte mal, dass keiner der hier mitlesenden Übergewichtigen deswegen übergewichtig ist, weil er aufgrund finanzieller Nöte dazu gezwungen wurde, sich ausschließlich bzw. überwiegend von fettigen und hochkalorischen Lebensmittel zu ernähren.

Alex
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 10:03
Gillian schrieb:

> Darf ich mal fragen, wo du herkommst?

aus Stuttgart.

> Ich mein nur, weil ich
> finde schon, dass frisches Gemüse übermäßig teuer ist, genauso
> wie Obst und leckerer Salat.

Es gibt jede Menge saisonales Obst und Gemüse, das wesentlich preiswerter ist, als mit Sahne angereicherte Fertiggerichte. Natürlich kommen dann dann im Sommer keinen Weißkohl und Orangen sowie im Winter keine Erdbeeren und Kirschen auf den Tisch.

> Kartoffeln schmecken leider auch nicht mehr so gut wie früher,

Das hängt zum großen Teil davon ab, wie du sie zubereitest.

Alex
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 10:12
Alexander schrieb:

>Ich behaupte mal, dass keiner der hier mitlesenden Übergewichtigen

>deswegen übergewichtig ist, weil er aufgrund finanzieller Nöte dazu

>gezwungen wurde, sich ausschließlich bzw. überwiegend von fettigen und

>hochkalorischen Lebensmittel zu ernähren.

Da geb' ich Dir unumwunden Recht, denn die Menschen, von denen ich rede können es sich gar nicht leisten im Internet rumzusurfen (wenn sie denn überhaupt einen Puter haben) ...

Nun steige ich endgültig aus
der Plüschtiger

Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 10:32
Plüschtiger schrieb:

> Kann es sein, dass wir uns erstmal grundsätzlich einigen
> sollten, was wir mit "den Dicken" oder "Übergewicht" eigentlich
> meinen?

Ein BMI von 30, 35 oder mehr. Das sind die Größenordnungen, in denen Übergewicht ernsthaft gesundheitsbedrohlich wird.

> Aber die Aussagen kamen für mich so rüber, als wenn alle
> Übergewichtigen, also auch die mit 10/20 Kilo Balast, generell
> schlechtere Jobchancen hätten,

je schöner ein Mensch ist, desto bessere Chancen in Schule und Beruf hat er. Das bedeutet natürlich nicht, dass man als schöner Mensch "automatisch" Karriere macht. Ein dicker Schlauberger wird einem hübschen Idioten wohl jede Stelle wegschnappen.

> nur disziplinlos und mit einem
> Intelligenzquotienten und Gebaren eines Faultiers ausgestattet
> wären.

Nein, das sit mit Sicherheit nicht so. Es geht darum, zu überlegen, warum verschiedene Untersuchungen immer zu dem Ergebnis kommen, das sozial schwächer gestellte Menschen häufiger übergewichtig sind als sozial besser gestellte Menschen.

> Ich gebe durchaus zu, dass massives Übergewicht auch mit einem
> schmalen Geldbeutel verhindert werden kann - bleibe aber dabei,
> dass eine "rank-schlank und rundherum gesund"-Ernärung mit
> diesem nicht zu leisten ist.

Doch, das ist möglich. Das bedeutet u. U. aber Verzicht üben zu müssen. Und bei der Ernährung auf etwas zu verzichten, fällt einem Wohlhabenden der ansonsten auf nichts verzichten muss, sicher wesentlich leichter als einem Armen, der auch sonst auf vieles verzichten muss.

Richtig ist auch, dass es für Wohlhabende abwechslungsreicher ist, sich rank-schlank zu ernähren, da einfach die Auswahl der zur Verfügung stehenden Lebensmittel größer ist und man somit abwechslungsreicher kochen kann.

Alex
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 10:53
Plüschtiger schrieb:

> Alexander schrieb:
>
> > Ich behaupte mal, dass keiner der hier mitlesenden
> > Übergewichtigen deswegen übergewichtig ist, weil er
> > aufgrund finanzieller Nöte dazu gezwungen wurde, sich
> > ausschließlich bzw. überwiegend von fettigen und
> > hochkalorischen Lebensmittel zu ernähren.
>
> Da geb' ich Dir unumwunden Recht, denn die Menschen, von denen
> ich rede können es sich gar nicht leisten im Internet
> rumzusurfen (wenn sie denn überhaupt einen Puter haben) ...

Dann weiten wir diese Fragestellung aus auf die Rechnerlosen: "Warum bist du dick?" - "Ich bin dick, weil ich so arm bin, dass ich täglich 4.000 kcal essen muss. Hätte ich mehr Geld, könnte ich täglich nur 3.000 kcal essen."

Halte ich nicht wirklich für ein realistisches Szenario.

Alex
Re: Schlank = erfolgreich
25. August 2006 15:00
Ich komm auch aus Stuttgart. Wo kaufst Du ein?
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