Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?

geschrieben von Cleo 
Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 10:38
Hallo zusammen,

ich habe vor ca. 1 Jahr das Rauchen aufgehört (und ich habe mächtig gequalmt, kann ich euch sagen).
Aus lauter Angst, dass ich noch moppeliger werde (Ausgangsgewicht siehe Ticker) habe ich dann meine Ernährung ziemlich umgestellt.

Mein Mann erfuhr zur gleichen Zeit, dass er dringend seinen Cholesterinspiegel senken musste.
Bei uns gab es also ab sofort weniger Fleisch, und wenn dann mageres, mehr Fisch, reichlich Obst und Gemüse und vor allem Vollkornprodukte.

Kalorien haben wir aber nicht gezählt.

Nun kann man anhand des Tickers sehen, dass ich echt trotz Rauchen aufhören schon knackig abgenommen habe (die Blutewerte sind bei meinem Mann auch besser geworden)

Ich höre nun einfach mehr auf meinen Körper, seit ich nicht mehr rauche, spricht er auch wieder mit mir.

So bilde ich mir ein, dass ich es sofort merke, wenn ich etwas gegessen habe, was "nicht gut für mich ist". Z.B. wenn ich einen Tag mal sehr fleischlastig gegessen habe, fühle ich mich am nächsten Tag eigentlich nicht so wohl (Verdauung läuft anders, u.s.w.)

Dieses - Was ist gut für einen und was nicht - sieht wahrscheinlich für jeden anders aus.

Ich frage mich nun, ob das nicht eigentlich das Geheimnis der Ernährungsumstellung (die man dann auch durchhalten kann für alle Ewigkeit) ist.
Sollte man einfach mehr in sich reinhorchen und dem Körper das geben, was ihm individuell gut tut? Dann dürfte sich doch eigentlich auch das Gewicht beinahe von selbst auf "Wohlfühlgewicht" einpendeln, oder?

Und die wehmütigen Gedanken a la "Nun darf ich dieses oder jenes nie wieder essen, sonst werde ich wieder dick" dürfte sich doch damit auch erledigt haben, oder?

Wie sehen eure Erfahrungen mit geänderter Ernährung uns Körpergefühl aus?



Aller Betrug in der Welt rührt daher, dass man uns lehrt, das Eingeständnis unserer Unkenntnis zu scheuen. (Michel de Montaigne, 1588)
Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 11:02
Cleo schrieb:

> Ich frage mich nun, ob das nicht eigentlich das Geheimnis der
> Ernährungsumstellung (die man dann auch durchhalten kann für
> alle Ewigkeit) ist.
> Sollte man einfach mehr in sich reinhorchen und dem Körper das
> geben, was ihm individuell gut tut? Dann dürfte sich doch
> eigentlich auch das Gewicht beinahe von selbst auf
> "Wohlfühlgewicht" einpendeln, oder?

ich denke, du bist eher eine der glücklichen, die das KÖNNEN. wenn ich auf meinen körper höre, sagt der mir: schokolade, tinchen! und zwar zu jeder tages- und nachtzeit.
wenn ich in meinen körper reinhorche, sagt der mir leider nie: vollkornbrot, tinchen! obst, tinchen! gemüse, tinchen! er sagt mir nur, ich soll ihn mit süßem und/oder fettigem füttern.

beispiel: ich kann wählen zwischen salat und käse-fettucini. ich nehme auf jeden fall letzteres, weil ich heiß auf das fettig-üppige bin.
oder: ich kann wählen zwischen brot und kuchen. ich nehm den kuchen, weil ich süßes liebe.

es ist nicht so, dass ich obst und vollkornbrot verabscheue, ich kann das schon ganz normal essen wie die meisten. aber ich bevorzuge doch immer die kalorienreicheren varianten.

im rahmen der ernährungsumstellung, die ich seit einigen monaten mache, achte ich natürlich darauf, bestimmte sachen zu unterlassen bzw. bestimmte nachrungsmittel durch andere zu ersetzen (statt weißbrot vollkorn-, statt nutella frischkäse, statt chips nüsse, statt schoki -manchmal- obst).
aber mein körper, der sagt mir nicht, dass ich darauf achten soll.
das geht bei mir persönlich nur mit zettel und stift, indem ich die kalorienbilanz und insgesamt ein ausgewogenes essen im auge behalten kann. leider.



Und Tschüss vom
Tinchen
Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 12:05
Hallo,

ich denke, das ist richtig. Ichhabe auch die Erfahrung gemacht, das ich nach der Ernährungsumstellung (aus gesundheitlichen Gründen) viel eher ein Gefühl dafür bekommen habe, was mein Körper mag und was nicht bzw. was ich brauche und was nicht.
Ich esse nach wie vor sehr gern Süßes und das erlaube ich mir dann einmal im Monat an einem Schlemmerwochenende. da ess ich dann, wonach mir der Sinn steht , aúch viel ungesundes, allerdings nichts zu fettes!!

Aber nach diesem Wochenende geniesse ich dann auch wieder mein "normales" Essen, denn der Appetit nach "Verbotenem" ist ja erst mal wieder voll und ganz gestillt :-)

Ich glaube auch, das der Körper auch sehr gut selber "weiss", welches Gewicht für ihn das richtige ist. Daher sollte man nicht so verbissen nach der Waage leben, sondern nach dem eigenen Wohlgefühl. Ich glaube, dann würden sich viele das Leben viel angenehmer machen :-)



Liebe Grüße
Andrea

Wir haben nur ein Leben;Warum machen wir es uns meistens so schwer??
Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 12:14
Hallo Tinchen,

ich glaube was Cleo meinte ist eigentlich weiniger dass der Körper einem sagt worauf er grad Appetit hat sondern mit welcher Ernährung er sich wirklich wohl fühlt.

Ich merke das auch. Natürlich habe ich mehr Lust auf Chips, als auf Obst. Aber den Unterschied merkt der Körper wirklich. Nachdem ich Obst gegessen habe, fühle ich mich viel wohler als nach einer Tüte Chips.

Versuch mal darauf zu achten und dann lernst du sicherlich auch auf deinen Körper zu hören......nicht auf deine Gelüste.

Du sagst, du schreibst dir alles auf einen Zettel was du isst. Versuch doch auch mal dazuzuschreiben, wie es dir geht, nach diesem Essen oder einen Tag danach.
Vielleicht ist das ne gute Kontrolle, was das Körpergefühl angeht und es hilft dir eventuell wirklich auf deinen Körper zu hören.

Viele Grüße
Andrea



Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 12:33
Pili schrieb:

> Hallo Tinchen,
>
> ich glaube was Cleo meinte ist eigentlich weiniger dass der
> Körper einem sagt worauf er grad Appetit hat sondern mit
> welcher Ernährung er sich wirklich wohl fühlt.

hm, wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich so:

während des verzehrs einer tafel schokolade: prima
nach dem verzehr einer tafel schokolade: eher schlecht, manchmal schlechtes gewissen bei übermäßigem verzehr (also 3 tafeln, weil kein stopp gefunden)...

während des verzehrs von drei bananen: gut (nicht prima)
nach dem verzehr von drei bananen: hoppla, immer noch gut!

>
> Ich merke das auch. Natürlich habe ich mehr Lust auf Chips, als
> auf Obst. Aber den Unterschied merkt der Körper wirklich.
> Nachdem ich Obst gegessen habe, fühle ich mich viel wohler als
> nach einer Tüte Chips.

noch mal hoppla: stimmt!

>
> Versuch mal darauf zu achten und dann lernst du sicherlich auch
> auf deinen Körper zu hören......nicht auf deine Gelüste.

ich glaube du hast recht.
also, klick gemacht hat's schon.
jetzt muss ich den klick nur noch in die tat umsetzen.

wenn ich lerne, mich vor jeder tafel schokolade daran zu erinnern, dass ich besser eine banane essen kann, weil es mir im endeffekt dann besser geht,
kann ich auf dauer vielleicht wirklich meinen zeitweise bedauerlich großen konsum an süßem und fettigem einschränken.

>
> Du sagst, du schreibst dir alles auf einen Zettel was du isst.
> Versuch doch auch mal dazuzuschreiben, wie es dir geht, nach
> diesem Essen oder einen Tag danach.
> Vielleicht ist das ne gute Kontrolle, was das Körpergefühl
> angeht und es hilft dir eventuell wirklich auf deinen Körper zu
> hören.

das tu ich doch glatt!
danke, du hast es geschafft, mich richtig zu motivieren!
coole sache!

>
> Viele Grüße
> Andrea
>



Und Tschüss vom
Tinchen
Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 12:51
Hallo Tinchen,

> hm, wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich so:
>
> während des verzehrs einer tafel schokolade: prima
> nach dem verzehr einer tafel schokolade: eher schlecht,
> manchmal schlechtes gewissen bei übermäßigem verzehr (also 3
> tafeln, weil kein stopp gefunden)...

Genau das meinte ich. Mir ging das immer genau so.
>
> während des verzehrs von drei bananen: gut (nicht prima)
> nach dem verzehr von drei bananen: hoppla, immer noch gut!
>

Ja, scheib dir das mal auf - beides.

> > Versuch mal darauf zu achten und dann lernst du sicherlich
> auch
> > auf deinen Körper zu hören......nicht auf deine Gelüste.
>
> ich glaube du hast recht.
> also, klick gemacht hat's schon.
> jetzt muss ich den klick nur noch in die tat umsetzen.
>
> wenn ich lerne, mich vor jeder tafel schokolade daran zu
> erinnern, dass ich besser eine banane essen kann, weil es mir
> im endeffekt dann besser geht,
> kann ich auf dauer vielleicht wirklich meinen zeitweise
> bedauerlich großen konsum an süßem und fettigem einschränken.

Vielleicht vorher dann immer den Zettel rausholen, auf dem du dir notiert hast, wie du dich nach der Schokolade oder den Bananen gefühlt hast.
>
> >
> > Du sagst, du schreibst dir alles auf einen Zettel was du
> isst.
> > Versuch doch auch mal dazuzuschreiben, wie es dir geht, nach
> > diesem Essen oder einen Tag danach.
> > Vielleicht ist das ne gute Kontrolle, was das Körpergefühl
> > angeht und es hilft dir eventuell wirklich auf deinen Körper
> zu
> > hören.
>
> das tu ich doch glatt!
> danke, du hast es geschafft, mich richtig zu motivieren!
> coole sache!

Freut mich, wenn ich dir helfen konnte. ;-) Ich denke es ist einfacher etwas zu verändern, wenn man ehrlich aufschreibt, was man isst und wie man sich dann fühlt. Ich denke, mit der Zeit wirst du es nicht mehr aufschreiben müssen, sondern dein Körper "redet" nicht nur mit dir, sondern du kannst ihn besser verstehen und auch besser "zuhören".

Viele Grüße
Andrea



Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 14:13
hallo mädels...

grundsätzlich stimmt ich euch ja uneingeschränkt zu.

ich muss allerdings auch sagen, dass ich meine innere stimme - zumindest die, die mir sagt "topp, das jetzt nicht, das ist nicht gut fürs wohlbefinden!!!" - noch nie gehört.

ich weiß zwar, dass wenn ich abends noch meine, ein steak essen zu müssen, mir das die ganze schwer im magen liegt, aber es hat mich bisher noch nicht davon abgehalten, es zu trotzdem zu tun.

und anstelle dessen dann einen salat zu essen, halte ich im moment noch für einen nicht adäquaten ersatz.

aber ich werde mal darauf achten. (das mit dem aufschreiben halte ich für eine nicht so gute idee. aus meinem umfeld bekomme ich schon oft genug zu hören, wie affig es ist, dass ich zu jeder mahlzeit mein kcal.-tagebuch parat habe....)

vielleicht erklingt ja irgendwann auch meine innere stimme...... :-)



LG, Silvia



Beginn: 8.4.2005
Größe: 1,80
Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 14:44
...zwar nicht direkt angesprochen aber trotzdem mit motiviert bin....
Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
29. Juli 2005 17:45
Aber sagt mal, ich habe mal gehört, dass der Körper eben auch meldet, wenn er Mangelerscheinungen hat.

Wenn ich also unglücklich bin, oder ein anderes Problem habe und mein Körper meldet mir: "Iss Süßes, das macht glücklich" und ich mache das, widerspricht das aber euren Ratschlägen!!

Also so pauschal kann man es eben doch nicht sagen! Oder?
Herzliche Grüße
Charlotte





Beginn: 19.06.2006 Größe 1,65 m, Alter 39
Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
02. August 2005 11:59
Frau von Boch schrieb:

> Aber sagt mal, ich habe mal gehört, dass der Körper eben auch
> meldet, wenn er Mangelerscheinungen hat.
>
> Wenn ich also unglücklich bin, oder ein anderes Problem habe
> und mein Körper meldet mir: "Iss Süßes, das macht glücklich"
> und ich mache das, widerspricht das aber euren Ratschlägen!!
>
Wenn du unglücklich bist oder irgendein anderes Problem hast, sagt nicht dein Körper: "Iss Süßes, das macht glücklich" sondern deine Seele.

Und ich denke wenn du es dann nicht übertreibst, wird dir das dein Körper auch nicht übelnehmen.

Viele Grüße
Andrea



Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
02. August 2005 14:09
Wenn Dein KÖrper sagt iß was, weil Du unglücklich bist versucht er lediglich eine Leere in Dir zu füllen.
Und das geht mit Schokolade eben am besten. WEil die gut schmeckt, für den Moment ablenkt und man sich danach richtig voll fühlt.

Der Körper und die Seele sind ja nicht blöd und wenn sie leiden versuchen sie das irgendwie zu ändern.
Und wenn Du das selber nicht kannst, also die Leere, die dich unglücklich macht selber ändern, dann gibt Dir Dein Körper und Deine Seele eben irgendwelche Anweisungen.

Auf Dauer ist das natürlich keine Lösung, denn damit löst Du nicht das eigentliche Problem, aber für den Moment klappt das immer sehr gut sich mit Schoki abzulenken. Somit hat die Seele ihren Willen bekommen.

Das ist alles was dahinter steckt und hat nichts mit Ernährungsumstellung zu tun.
Re: Ernährungsumstellung = Essen, was gut ist?
02. August 2005 18:07
Hallo Cleo und ihr anderen,

bin ich denn die einzige, wenn ich feststelle:

Nach meiner Ernährungsumstellung (viel mehr Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, möglichst wenig Zucker und Fette) vor 3 Monaten hab ich immer öfter Heißhunger auf...
Äpfel
Salatteller
saure Gurken...

halt so Sachen, wo man ordentlich kauen kann.

Dann meldet sich nur öfters noch die Erinnerung und sagt: "aber Schokolade war doch immer gut für dich." und das ist sie auch noch, aber wenn ich doch gerade Appetit auf nen Apfel hab, werd ich mich doch nicht umentscheiden!
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