Macht Fett fett?

geschrieben von ZontableZz 
Macht Fett fett?
02. August 2004 21:14
Mich interessiert, da ich gegenteiliges gehört habe ob Fett fett macht.

Sprich:

Ist es ein Unterschied ob ich am Tag z.B. 2000 Kcal mit 20g Fett zu mir nehme oder 2000 kcal mit 120g Fett zu mir nehme.

Ich meine es ist doch so dass der Körper gewisse Kalos braucht. Macht es da jetzt letztenendes einen Unterschied ob die aus Fett verbrannt werden oder aus anderem?

Ich mein wenn mein Körper sie verbrennt verbrennt er sie doch. Ob er dabei nun 120g oder 20g Fett verbrennt ist doch im endeffekt egal ... oder etwa nicht???

Ich mein, dass man die 2000 Kalos mit viel Fett schneller beinenader hat ist klar und das somit die gefahr besteht, dass ich mehr als 2000 kalos zu mir nehme, höher ist und dass man mit 2000 kalos aus viel Fett nich unbedingt satt ist auch, aber ich meine angenommen ich komme wirklich nicht über diese anzahl Kalos.

Vielen Dank schon Mal

ZontableZz
Re: Macht Fett fett?
02. August 2004 22:15
Der Körper braucht wesentlich länger, Kohlehydrate in Fett umzuwandeln als wenn Du ihm das Fett schon fertig zuführst...
Re: Macht Fett fett?
03. August 2004 10:42
Info - Vorsicht, lang, lohnt sich aber, bis zum Ende zu lesen.

Aus: Der Kassenarzt 04/2003

Des Pudels Kern

Bringt die AOK die Dicken um ?

Wie sorgsam geht die AOK mit den Beiträgen ihrer Versicherten um? Mit der „Pfundskur“ unterstützt und propagiert die „Gesundheitskasse“ äußerst fragwürdige Ernährungsdogmen, deren Befolgung Abspeckwilligen eher zum gesundheitlichen Schaden sein dürfte. Warum, so muss man fragen, wurden die Kriterien der evidenzbasierten Medizin bei den üppigen Geldern für die „Pfundskur“ außer Kraft gesetzt?

Die Dicken im Lande nehmen immer mehr zu, und ein Präventionsprogramm der AOK fördert dies – nunmehr bereits im 14. Jahr – offenbar nach Kräften. Am Aschermittwoch, dem 5. März, ist es wieder so weit: Dann starten die „Gesundheitskasse“ in Baden-Württemberg, Radio SWR 1 und das Südwest Fernsehen die „Pfundskur“, ein medienwirksam inszeniertes 10-Wochen-Trainingsprogramm mit Ernährungs- und Bewegungstipps, das Abspeckwilligen mehr Gesundheit und eine bessere Lebensqualität verheißt.

Fatal: Pudel will nur „Fettaugen“ zählen
Der Haken dabei: Spiritus rector der Aktion ist Professor Volker Pudel, der Papst der Kohlenhydrat-Mast. Man müsse mehr essen, wenn man abnehmen wolle, verkündet der Göttinger Psychologe vollmundig. Seine Präferenz gilt den Kohlenhydraten. Das seien keine Dickmacher, sondern geradezu wahre Fitmacher, verkündet er jenseits jeder Evidence-based Medicine. An den Kohlenhydraten solle man sich – zum Beispiel in Form der Kartoffel, der Nudel oder des Brotes – satt essen, und „sogar Zucker macht nicht dick“. Vice versa wird Pudel zum peniblen „Fettaugen-Zähler“, wenn es um diese Energieform geht.

Wissenschaftlich belegt ist dies alles nicht, ganz im Gegenteil. Wenn es um die großen Stoffwechselerkrankungen unserer Zeit geht, das metabolische Syndrom mit dem konsekutiven Typ 2-Diabetes, „sollten wir nicht zu sehr auf das Fett abheben und dabei den Zucker vergessen“, so Professor Elio Riboli. Eine teils drastisch gesteigerte Zucker- bzw. Kohlenhydrataufnahme sei das große Ernährungsproblem der letzten Jahrzehnte, wie der jetzt bei der „International Agency for Research on Cancer“ in Lyon/Frankreich tätige, ehemalige Harvard-Forscher im Gespräch mit dem KASSEN-ARZT betonte.

Zu einer „glykämiereichen“, der Hyperinsulinämie förderlichen Ernährung trägt zum Beispiel auch die Kartoffel ganz wesentlich bei, denn die weist einen hohen „glykämischen Index“ auf. Hohe Insulinspiegel aber „sind auch ein ganz wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Rektum- und Kolonkarzinomen“, wie Riboli anhand kontrollierter Studienergebnisse berichtete: Bei Frauen erhöhen sie das Risiko für entsprechende Krebsformen gar um das Vierfache. Nicht zu vergessen, dass eine hohe Glukosebelastung auch Ausgangspunkt für die Bildung der „Advanced Glycation Endproducts“ (AGEs) ist, toxischen Substanzen, die Organe, Blutgefäße und Nerven schädigen, Ähnlichkeiten mit
Acrylamid aufweisen und vor allem bei (Prä-)Diabetikern vom Körper selbst produziert werden.

Das „tödliche Quartett“ des metabolischen Syndroms wird durch die „glykämiereiche“ Ernährung nicht nur über die zunehmende Insulinresistenz und eine damit zusammenhängende Hyperinsulinämie gefördert. Zusammen mit einer fettarmen Ernährung ist die kohlenhydratbetonte, zu hohen Blutzuckerspiegeln und -spitzen führende Kost der Adipositas sogar direkt förderlich, wie eine im „American Journal of Clinical Nutrition“ (76 suppl., 2002, 2815 – 2855) veröffentlichte Übersichtsarbeit von J. C. Brand-Müller et al. zeigt.

Ein Psychologe erlebt sein Waterloo
Genau da aber schließt sich für Professor Pudel der Teufelskreis. Bis dato behauptet er noch, dass der menschliche Körper aus Kohlenhydraten erst bei unrealistisch hoher, exzessiver Zufuhr – etwa „einem Kilo Gummibärchen“ pro Tag – Fett synthetisieren könne. Im Fachorgan der „American Society for Clinical Nutrition“ erlebt der Psychologe auch hier sein Waterloo. So weist eine mit Unterstützung der „American Heart Association“ an der University of California in Berkely und San Francisco durchgeführte Studie nach, dass unter fettarmer, kohlenhydratreicher Kost die hepatische De-novo-Lipogenese um das Fünf- bis Sechsfache höher ist als bei fettreicher, kohlenhydratarmer Kost (Am J Clin Nutr 77, 2003, 43–50). Zudem belegt auch diese jüngste Studie den direkten Zusammenhang zwischen einer forcierten Kohlenhydrataufnahme und einer Erhöhung der Triglyzeride. Dass die von Pudel und der AOK propagierte Kost ein ausgesprochenes Gesundheitsrisiko darstellen kann, belegt Nicolai Worm (Berg am Starnberger See) in einer aktuellen, in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ (127, 2002, 2743-2747) publizierten Übersichtsarbeit. Auch der Ernährungswissenschaftler räumt mit der These, dass „Fett fett macht und fettarm schlank“, gründlich auf.

Woran die „Pfundskur“ letztlich krankt
Worm weist unter anderem auf die Ergebnisse verschiedener Langzeit-Beobachtungsstudien hin, die Kohlenhydrate mit hoher glykämischer Last, die eine starke und lang anhaltende Blutzuckererhöhung bewirken, als „Diabetes-, KHK- und Krebsrisiko identifiziert haben, insbesondere bei übergewichtigen, bewegungsarmen Menschen.

Umgekehrt bewirkt eine höhere Fettzufuhr im Austausch gegen Kohlenhydrate nicht nur eine Sicherung der Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und lebenswichtigen essentiellen und hochungesättigten Fettsäuren, sondern auch eine Verbesserung der Fettstoffwechsel- und Zuckerstoffwechselsituation – vor allem, wenn überwiegend einfach ungesättigte Fettsäuren und vermehrt Omega-3-Fettsäuren zugeführt werden.“ Je insulinresistenter der Patient ist, desto ungünstiger wirkt eine kohlenhydratreiche Kost: „Deren negative Effekte auf die Blutzucker- und Insulinkonzentrationen sind nur durch hohe körperliche Aktivität oder durch eine Gewichtsreduktion zu vermeiden“, wobei die KohlenhydratMast ja per se die Adipositas noch nährt. „Doch bestehen“ – und auch daran krankt letztlich Pudels „Pfundskur“ – „erhebliche Zweifel daran, dass die Mehrheit der Übergewichtigen auf Dauer (!) an entsprechenden Sportprogrammen teilnimmt“ bzw. ihr Bewegungsverhalten grundsätzlich ändert.

Wie sieht sie aus, die artgerechte und gesunde Ernährung? Auch die 1992 erstmalig publizierte „US Food Guide Pyramid“ (siehe „Circulation“ 107, 2003, 10–16) konnte die „Dicken-Epidemie“ in den Staaten nicht stoppen, von Fachleuten wurde sie als regelrechtes „Desaster“ bezeichnet (siehe auch „Newsweek“ vom 20. Januar 2003, 32 ff.).

„LOGI-Pyramide“ als Weg aus dem Desaster
Die medizinische Fakultät der Bostoner Harvard-Universität hat im Herbst 2001 eine neue Ernährungspyramide vorgestellt, deren Umsetzung in den Alltag zu verbesserten Stoffwechselwerten und einem geringeren Risiko für die Entwicklung von Übergewicht führen soll. Diese „LOGI-Pyramide“ (LOGI = Low Glycemic Index) empfiehlt auf ihrer breiten Basis als Hauptnahrungsquellen für den Alltag „Obst und stärkefreies Gemüse, zubereitet mit gesundem Öl“, um dann auf einer weiteren, immer noch breiten Ebene auf „fettarme Milchprodukte, Eier, mageres Fleisch und Fisch, Nüsse und Hülsenfrüchte“ überzugehen.

Die bisher auf der Basis befindlichen Vollkornprodukte, Nudeln und Reis verschieben sich bei der aktuellen Pyramide in die von oben her vorletzte Stufe. Erst ganz oben, an der Spitze, finden sich Getreideprodukte aus raffiniertem Mehl, Kartoffeln und Süßigkeiten. Auch das müsste Professor Pudel und seine AOK eigentlich sehr nachdenklich stimmen.

Wann steigt das Fernsehen aus?
Der in Ernährungsfragen offensichtlich unbelehrbare Psychologe aber macht in seinem „Anti-Fett-Krieg“ unverdrossen weiter, so auch mit seinen via Internet Buchtipp Der Ernährungsfalle entschlüpft verbreiteten „Slimnet®“- und „Optifast®“-Programmen. Viel zu viele Nutzer springen hier schon nach kurzer Zeit ab, und das bringt selbst den geschäftstüchtigen Pudel ins Grübeln: „Ist das Angebot zu differenziert, zu schwierig zu verstehen . . ., oder sind es gar die 12 Euro, die für intensive Nutzung bezahlt werden?“ Und, so sein fast flehendlicher Hilferuf an den Internet-User: „Sagt mir doch bitte, bevor Ihr ‚aussteigen‘ wollt, noch schnell ‚warum?‘.“ Einen ähnlichen Appell muss Pudel demnächst vielleicht auch an das „Südwest Fernsehen“ und SWR 1 richten. Ist es mit dem Selbstverständnis öffentlich-rechtlicher Anstalten vereinbar, so muss man fragen, sich für die „Pfundskur“ weiter stark zumachen? Hans-Jürgen Richter

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Nur Fakten zählen
Gute Ratschläge mit fatalen Folgen?
Übergewicht und „falsche“ Ernährung sind Themen unserer Zeit, an vermeintlich „guten“ Ratschlägen und Programmen fehlt es hier nicht. Doch, Vorsicht: Da, wo auch so genannte Ernährungspäpste die Kriterien einer evidenzbasierten Medizin außer Acht lassen, mag der gesundheitliche Schaden der feilgebotenen Heilslehren bisweilen gar größer sein als ein eventueller Nutzen. Nur Fakten zählen, meint Nicolai Worm, und er zieht im Gespräch mit Hans-Jürgen Richter die (Energie-)Bilanz.

KASSENARZT: Metabolisches Syndrom, Insulinresistenz und der Typ 2-Diabetes mit all seinen Folgen: Wie lassen sich, Herr Dr. Worm, aus der Sicht der Ernährungswissenschaft die hierzulande dramatisch ansteigenden Risiko- und Morbiditätsinzidenzen erklären?

Worm: Insgesamt hat die Fettzufuhr leicht ab-, die Kohlenhydratzufuhr jedoch zugenommen, so dass die Kalorienzufuhr in der Bevölkerung sich nicht nennenswert verändert hat, während gleichzeitig die Bewegungsaktivitäten deutlich zurückgegangen sind. Die positive Energiebilanz mit einer stetigen Zunahme Adipöser fällt natürlich in Gesellschaften mit einer sich immer stärker ausprägenden Alterspyramide hinsichtlich der Problematik der Insulinresistenz und des mit ihm assoziierten Typ 2-Diabetes besonders ins Gewicht.

Das Risiko des üppigen Kohlenhydrat-Verzehrs

KASSENARZT: Ist es da sinnvoll, wie das einige so genannte Ernährungspäpste hierzulande tun, den Leuten pauschal zu empfehlen, sich möglichst viele Kohlenhydrate einzuverleiben, und das gar noch
ohne Begrenzung nach oben?

Worm: Sicher nicht. Enorme Probleme sind durch hier etablierte Ernährungsregeln geradezu vorprogrammiert, etwa indem die üppig zugeführten Kohlenhydrate nicht adäquat verstoffwechselt werden und hieraus Fettstoffwechselstörungen entstehen. Möglicherweise wird hierdurch das metabolische Syndrom gar noch geschürt, anstatt es zu bekämpfen. So zeigen mehrere, in den letzten Jahren publizierte Langzeitstudien, dass bei Übergewichtigen besonders die hohe Zufuhr von Kohlenhydraten – vor allem, wenn diese schnell ins Blut übergehen – einen Risikofaktor für die Entwicklung des Typ 2-Diabetes, von Herzinfarkten und sogar von Pankreaskarzinomen darstellt.

KASSENARZT: Gibt es dafür, einen höheren Kohlenhydrat-Anteil in der Nahrung zu propagieren, aus Sicht der Evidenz-based Medicine irgendeinen Anhaltspunkt?

Worm: Die Empfehlung, zur Prävention bzw. Therapie von Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wenig Fett und viel Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, basiert auf Experimenten und einem Konsens tradierten Wissens. Die nötige Evidenz, so wie sie heute anhand kontrollierter Studien verlangt wird, liegt hierfür nicht vor. Unter entsprechender Kost findet man weder eine dauerhafte, deutliche Senkung des Körpergewichts noch eine Reduktion der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit. Ob diese Ernährungsempfehlung im Endeffekt mehr Nutzen als Schaden oder vice versa bewirkt, bleibt unter evidenzbasierten Kautelen bis heute offen.

Wieder öfter die Muskeln spielen lassen

KASSENARZT: Können so genannte Light-Produkte eine Hilfe für Abspeckwillige sein?

Worm: Alle bisherigen Untersuchungen hierzu haben eindeutig gezeigt, dass diese Produkte Menschen nicht beim Abnehmen helfen. Zwar werden pro Mahlzeit weniger Kalorien aufgenommen. Im Essverhalten über einen längeren Zeitraum aber zeigt sich, dass entsprechende Einsparungen durch eine Mehrzufuhr von anderen Nahrungsmitteln kompensiert werden, so etwa bei fettreduzierten Light-Produkten über einen erhöhten Kohlenhydratverzehr.

KASSENARZT: Wie lässt sich die offenbare Crux der positiven Energiebilanz effektiv angehen?

Worm: Deren eine Seite, die Energiezufuhr, hat sich ja kaum geändert. So gilt es vor allem, am Energieverbrauch anzusetzen. Hier fällt besonders schwer ins Gewicht, dass man für die Wege zur Arbeitsstelle und nach Hause zurück heute fast ohne eigene Muskelkraft auskommt. Auch etwa die moderne Bürotechnologie erspart uns nahezu jede körperliche Bewegung. So verbrauchen, Untersuchungen aus England zufolge, die heutigen Beamten im Vergleich zu vor 40 Jahren an der Arbeitsstelle circa 60 Prozent weniger Energie. Der Sportverein oder das Fitnessstudio schaffen mit den paar Stunden, die man hier – wenn überhaupt – pro Woche investiert, auch nicht grundsätzlich Abhilfe. Der großen Masse der Bevölkerung hilft nur die gesteigerte körperliche Aktivität am Arbeitsplatz und zu Hause wie generell im Alltag weiter. Hierzu müssen betrieblich und politisch, gesellschaftlich und gewerkschaftlich die richtigen Weichen gestellt werden. Entsprechende Präventionskonzepte, den Energieverbrauch in der Bevölkerung gezielt zu steigern, sind dringend vonnöten.

Buchtipp
Der Ernährungsfalle entschlüpft
Es geht um das „Killersyndrom X“, die auch als metabolisches Syndrom bekannte Krankheitsgeißel unserer Zeit. Längst ist die „Wohlstandsfalle“ für Typ 2-Diabetiker zugeschnappt, eine Epidemie ungeahnten Ausmaßes droht. Auf unsere Gene zu hören, so der Autor, ist wichtig, und die sind von unserem „Steinzeitdasein“ geprägt: Wer essen wollte, musste sich das – durch Sammeln oder Jagen – körperlich erarbeiten. Was auf den Tisch kam, bestimmte die Umwelt. Kohlenhydrate waren immer knapp. Spätestens seit der industriellen Revolution ist die evolutionäre Einheit – Ernährung durch Bewegung – auseinandergerissen, ausgerechnet Kohlenhydrate sind zur dominierenden Nahrungsquelle geworden. Wir stecken in der „Ernährungsfalle“. Internationale Fachpublikationen bestätigen längst Worms Credo – mit dem überholten Vorurteil „Kohlenhydrate gut, Fett schlecht“ wird gründlich aufgeräumt.
N. Worm: „Syndrom X oder Ein Mammut auf den Teller“, systemed Verlag, 280 S.,
19,90 Euro, ISBN 3-927372-23-4



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Re: Macht Fett fett?
03. August 2004 11:21
Von Energiebilanz lese ich in keinem der zitierten Artikel etwas. Warum nicht? Wer mehr ißt, als er verbraucht, nimmt zu. Wer weniger ißt, als er verbraucht, nimmt ab.

Die Verstoffwechselung von Fett verbraucht lange nicht so viel Energie wie die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten.

Wer 3000 kcal Fett ißt, nimmt daher schneller zu bzw. langsamer ab, als jemand, der 3000 kcal Kohlenhydrate ißt.

So einfach ist das. Auch LOG, Montignac, Atkins oder Worm werden daran nichts ändern können.

Natürlich lassen sich Bücher mit "neuen Erkenntnissen" besser verkaufen.

Ärgerlich nur, dass solche Bücher völlig unberücksichtigt lassen, das in tausenden von Langzeit(!)studien belegt ist, dass zu viel Fettkonsum die Ursache für einen Großteil unserer Zivilisatinskrankheiten ist.

Alex
Re: Macht Fett fett?
03. August 2004 12:29
Kann nur aus Erfahrung sprechen und ich fand, daß die Pfundskur-Geschichte super funktioniert hat. Bin bei 1500 bis 2000 kcal pro Tag geblieben und bei 30 bis 40 g Fett und habe abgenommen...
Allerdings habe ich das Konzept nur bis hierhin übernommen und mir meine genaue Ernährungszusammenstellung noch mit Hilfe anderer Quellen zusammengebastelt.
Allerdings war ich danach irgendwann den 60g Fett und 2400 kcal untreu und muß jetzt wieder reduzieren, weil ich durch meine zweite Schwangerschaft, obwohl ich 7 Monate "vernünftig" war, wieder zugelegt habe. Im Moment sind 500 ml selbstgekochter Vanillepudding und eine Tafel Schokolade zusätzlich zum normalen Essen Standard und da muß ich einfach wieder von weg kommen!!!
Also, ran an den Speck, dann sind die 10 kg ganz schnell wieder weg (hoffentlich).



Auf geht's...
Re: Macht Fett fett?
03. August 2004 12:51
Ärgerlich sind vor allem selbst ernannte Experten wie der Diplom-Psychologe Pudel, der sein mässiges Wissen äusserst medienwirksam und lukrativ in Szene setzt. Die (wissenschaftliche) Qualität der Studien, auf die er sich bezieht bzw. seine Interpretation ist manchmal abenteuerlich.......

Egal, es geht mir nicht darum, irgend jemand zu überzeugen, sondern Möglichkeiten zu zeigen. Es gibt Millionen von Leuten, die mit LowFat nicht zurecht kommen - für LowCarb gilt das genauso. Ich versteh bloss nicht, warum du nicht akzeptieren kannst, dass es viele Wege nach Rom gibt. Oder willlst du bloss wieder mal das letzte Wort haben ;-) ?

jinx



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Re: Macht Fett fett?
03. August 2004 13:12
jinx schrieb:

> Ich versteh bloss nicht, warum du nicht akzeptieren
> kannst, dass es viele Wege nach Rom gibt.

Doch, das akzeptiere ich voll und ganz. Ich habe nur damit Probleme, wenn Ernährungsformen empfohlen werden, die mittel- oder langfristig gesundheitsschädlich sind. Und LowCarb- bzw. HighFat-Diäten sind gesundheitsschädlich.

Alex
Re: Macht Fett fett?
03. August 2004 13:31
Es gibt jede Menge anders lautender Erkenntnisse - bloss weil deine Quellen etl. älter sind, sind sie nicht unbedingt richtiger. Was w i r k l i c h stimmt, wissen wir beide nicht hundertpro.

Nur mal zum Beispiel:

Fettarme und kohlenhydratarme Diäten zur Gewichtsreduktion
Deutsches Ärzteblatt 101, Ausgabe 28-29 vom 12.07.2004, Seite A-2060 / B-1723 / C-1655
MEDIZIN: Referiert

Der Gewichtsverlust einer stärke- oder fettreduzierten Diät scheint nach einem Jahr ähnlich unbefriedigend zu sein.
Allerdings sanken in einer Studie unter der Leitung von Frederick Samaha vom Philadelphia Veterans Affairs Medical Center, USA, durch die kohlenhydratarme Ernährung (Atkins-Diät) die Triglyceride stärker, und die HDL-Konzentration verminderte sich weniger als durch fettarmes Essen.
In dieser Untersuchung (1) wurden 132 stark adipöse Probanden mit einem BMI von mindestens 35 kg/m2 angehalten, eine der beiden Diäten zu befolgen. Bei der kohlenhydratarmen Diät sollten weniger als 30 g Kohlenhydrate und bei dem konventionellen Ernährungsplan maximal 500 Kalorien, davon höchstens 30 Prozent in Form von Fett, konsumiert werden. Nach einem Jahr hatten die Studienteilnehmer zwischen 3 und 5 kg Gewicht verloren. Dieser Unterschied war nicht signifikant. Allerdings sanken die Triglycerid-Konzentrationen stärker und die HDL-Werte verringerten sich weniger stark bei kohlenhydratarmer Kost als bei der konventionellen Diät. Bei der Untergruppe der Diabetiker besserten sich die HbA1c-Werte nach der Reduktion von Kohlenhydraten stärker als nach fettarmer Ernährung.

In einer weiteren Studie in der gleichen Ausgabe der Annals of Internal Medicine (2) verglichen Eric Westman vom Duke University Medical Center vergleichbare Diäten an 120 gesunden übergewichtigen Personen. Nach sechs Monaten nahmen die Studienteilnehmer aufgrund der stärkereduzierten Ernährung 12 kg ab, wohingegen nach der konventionellen Diät ein Gewichtsverlust von 6,5 kg zu verzeichnen war. In dieser Untersuchung verbesserten sich die Werte für Triglyceride und HDL-Cholesterin bei Kohlenhydratreduktion stärker als durch fettarme Kost.
Diese eindrucksvollen Ergebnisse zweifelt Walter Willett von der Harvard School of Public Health in einem Editorial an (3). So zeigten die beiden bisher publizierten ein Jahr lang dauernden Studien nach sechs Monaten ebenfalls deutliche Gewichtsverlust, am Studienende blieben aber nur 2 kg Gewichtsreduktion übrig. Deshalb ist Willett der Ansicht, dass lediglich die positiven lang anhaltenden Effekte auf die Konzentrationen der Triglyceride und das HDL-Cholesterin für die kohlenhydrat a r m e Nahrung sprechen.

Da in den Studien starke individuelle Unterschiede in der Erfolgsrate festzustellen sind, schlägt Willett vor, dass übergewichtige Patienten ruhig verschiedene Methoden zur Gewichtsreduktion ausprobieren sollten, um die effektivste Diät herauszufinden. me

1. Stern L, Iqbal N, Seshradi P et al.: The effects of low-carrbohydrate versus conventional weight loss diets in severely obese adults: one-year follow-up of a randomized trial. Ann Intern Med 2004; 140: 778-785.

Frederick F. Samaha, Cardiology 8th floor, MC 111C, Philadelphia Veterans Affairs Medical Center, University and Woodland Avenue, Philadelphia,PA 19104, USA, E-Mail: rick.samaha@med.va.gov

2. Yancy WS, Olsen MK, Guyton JR, Bakst RP, Westman EC: A low-carbohydrate kerogenic diet to treat obesity and hyperlipidemia. A randomized controlled trial. Ann Intern Med 2004; 140: 769-777.

Eric C. Westman, Duke University Medical Center, Box 50, Suite 200-B Wing, 2200 West Main Street, Durham, NC 27705, USA, E-Mail: ewestman@duke.edu

3. Willett WC: Reduced-carbohydrate diets: no roll in weight management? Ann Intern Med 2004; 140: 836-837.


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Re: Macht Fett fett?
03. August 2004 19:55
Alexander schrieb:

>
> Wer 3000 kcal Fett ißt, nimmt daher schneller zu bzw. langsamer
> ab, als jemand, der 3000 kcal Kohlenhydrate ißt.
>
> So einfach ist das. Auch LOG, Montignac, Atkins oder Worm
> werden daran nichts ändern können.
>

Und der Trennkost-Guru wie heißt er noch gleich Dr. Hay oder so ähnlich?
Der behauptet, dass es überhaupt nicht auf die Bilanz ankommt.

Angenommen ich würde jeden Tag für 5000 Kalorien Chips essen (also Kohlehydrate mit Fett) würde ich laut Trennkost abnehmen.

Ich selbst kanns mir kaum vorstellen, aber meine Cousine hats gemacht und hat extrem abgenommen. Und glaub mir, die hat sich ordentlich was gegönnt....


Wie erklärt man sich das?



Gruß
Quasi
Re: Macht Fett fett?
04. August 2004 14:02
Das glaub ich deiner Cousine aber nicht.
Habe ich auch schon gehört von leuten die Trennkost machen und meinten, sie hätten ja dabei sooo viel gegessen.

Aber im nachhinein kam dann raus, dass sie eigentlich doch auf alles verzichtet haben, denn bei Trennkost sagt man auch man soll auf Süßes, FEttiges etc. verzichten.
Und wenn ich monatelang nur Obst, Gemüse und andere gesunde sachen esse, dann nehme ich natürlich ab.

Aber deine Cousine wird ganz sicher nicht 5.000 kcal an Chips gegessen haben und damit abgenommen haben.
Dann lügt Deine Cousine!!!
Re: Macht Fett fett?
04. August 2004 15:57
ZontableZz schrieb:

> Ist es ein Unterschied ob ich am Tag z.B. 2000 Kcal mit 20g
> Fett zu mir nehme oder 2000 kcal mit 120g Fett zu mir nehme.

Vermutlich ist das ziemlich egal. Obwohl einige Ernährungsgurus natürlich etwas anderes behaupten.

70-100 g Eiweiß solltest du täglich zu dir nehmen.



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