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Thema
@belight
geschrieben von Sportkatze83
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@belight 20. Juli 2009 16:21 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 496 |
Sorry Belight, dass ich Dir schon wieder Löcher in den Bauch fragen muss, aber anscheinend haben wir ein paar Sachen gemeinsam.
Du hast ja mal geschrieben dass Du ein schlechtes Verhältnis zu Deiner Mutter hast aus diversen Gründen die in Deiner Kindheit vorgefallen sind. Wie verhält sich das denn heute so mit dem Kontakt bzw. wie gehst du damit um?
Bei mir ist es nämlich so dass ich immer die Mutterrolle übernommen hab, sprich ich hab meine Mutter vor meinem Vater verteidigt und beschützt und nicht sie mich vor ihm. Letztendlich ist er dann immer auf mich losgegangen verbal und körperlich (is ja klar, ich hab mich vor sie gestellt) und hat mich als die Böse gesehen. Mittlerweile sind meine Eltern schon eine ganze Zeit lang getrennt, ich habe keinen Kontakt mehr zu meinem Vater weil wir BEIDE in seinen Augen der letzte Abschaum sind. Mit meiner Mutter hab ich schon noch regen Kontakt, ich hab sie auch lieb, aber irgendwie stinkt mir immer mehr was damals vorgefallen ist. Vorallem sie tut nach Außen immer so wie toll sie ist dass sie unser Verhältnis so toll aufrecht erhalten konnte und ist stolz dass sie diejenige ist die noch Kontakt zu mir hat und nicht mein Vater (das beweist für sie dass sie die Gute in der Geschichte war) und das kotzt mich echt an.
Und ich mache mir Vorwüfe wegen meinem Vater, es war nicht ok wie er mit uns umgegangen ist, aber ich hätte mich da nicht einmischen dürfen, bzw. mich nicht von meiner Mutter reinziehen lassen sollen. Ich werde nie wieder großartigen Kontakt mit ihm haben (er will nichts mehr von mir wissen, auch keine Aussprache) und ich habe Angst dass irgendwann der Tag kommt an dem er stirbt und dann wird es nie wieder eine Möglichkeit geben. Sag bitte nicht ich soll versuchen mit ihm Kontakt aufzunehmen, das hab ich schon versucht, er hat aber kein Interesse daran und kommentiert es nur mit den Worten dass ich jetzt bei ihm ankriechen würde.
Wie würdest Du mit der Situation umgehen bzw. wie hast Du gelernt mit Deiner Situation mit Deiner Mutter umzugehen?
Lg Sportkatze
26 Jahre alt
1,70 m groß

Du hast ja mal geschrieben dass Du ein schlechtes Verhältnis zu Deiner Mutter hast aus diversen Gründen die in Deiner Kindheit vorgefallen sind. Wie verhält sich das denn heute so mit dem Kontakt bzw. wie gehst du damit um?
Bei mir ist es nämlich so dass ich immer die Mutterrolle übernommen hab, sprich ich hab meine Mutter vor meinem Vater verteidigt und beschützt und nicht sie mich vor ihm. Letztendlich ist er dann immer auf mich losgegangen verbal und körperlich (is ja klar, ich hab mich vor sie gestellt) und hat mich als die Böse gesehen. Mittlerweile sind meine Eltern schon eine ganze Zeit lang getrennt, ich habe keinen Kontakt mehr zu meinem Vater weil wir BEIDE in seinen Augen der letzte Abschaum sind. Mit meiner Mutter hab ich schon noch regen Kontakt, ich hab sie auch lieb, aber irgendwie stinkt mir immer mehr was damals vorgefallen ist. Vorallem sie tut nach Außen immer so wie toll sie ist dass sie unser Verhältnis so toll aufrecht erhalten konnte und ist stolz dass sie diejenige ist die noch Kontakt zu mir hat und nicht mein Vater (das beweist für sie dass sie die Gute in der Geschichte war) und das kotzt mich echt an.
Und ich mache mir Vorwüfe wegen meinem Vater, es war nicht ok wie er mit uns umgegangen ist, aber ich hätte mich da nicht einmischen dürfen, bzw. mich nicht von meiner Mutter reinziehen lassen sollen. Ich werde nie wieder großartigen Kontakt mit ihm haben (er will nichts mehr von mir wissen, auch keine Aussprache) und ich habe Angst dass irgendwann der Tag kommt an dem er stirbt und dann wird es nie wieder eine Möglichkeit geben. Sag bitte nicht ich soll versuchen mit ihm Kontakt aufzunehmen, das hab ich schon versucht, er hat aber kein Interesse daran und kommentiert es nur mit den Worten dass ich jetzt bei ihm ankriechen würde.
Wie würdest Du mit der Situation umgehen bzw. wie hast Du gelernt mit Deiner Situation mit Deiner Mutter umzugehen?
Lg Sportkatze
26 Jahre alt
1,70 m groß

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Re: @belight 20. Juli 2009 18:47 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 1.539 |
Liebe sportkatze,
vorweg sportkatze, für Fragen brauchst du dich bei mir niemals entschuldigen, das Schlimmste, was passieren kann ist, dass ich mal nicht antworte ;-)
Ich weiß, welches Elend hinter deinen Fragen steckt - leider!
Siehst du, was man als Eltern und im Besonderen als Mutter für eine riesige Verantwortung hat? Ja, du weißt das, das spüre ich. Ich fühlte mich bei deiner Schilderung spontan so, als ob du über meine Mutter berichten würdest. Das Einzige, was dich und mich von der Situation unterscheidet, ist, dass mein Erzeuger, der uns seit ich zurückdenken kann, mit dem Tod gedroht hat (in jeder nur erdenklicher Form) sich selbst feige das Leben genommen hat.
Aber zu deiner Frage: Ich hatte 7 Jahre lang gar keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, nicht ein Wort, nicht ein Brief, nicht gesehen, gar nichts. Die selbe Frage, die dich bei deinem Vater umtreibt, hat mich auch bewegt. Was, wenn einer anruft und sagt "deine Mutter ist gestorben", das war es, was mich jahrelang bei jedem Telefonläuten zusammenzucken ließ. Es gab etliche "Freunde" meiner Mutter, die mich in diesen Jahren telefonisch zur S.. machten, angeblich ohne Wissen meiner Mutter. Was ich mir einbilden würde, eine Mutter sei schließlich eine Mutter, ich solle froh darüber sein, sie hätte mir schließlich das Leben geschenkt. Das hat mich nur noch mehr bestärkt, keinen Kontakt mehr aufzunehmen, weil es mir ging wie dir: Meine Mutter hat mich während meiner ganzen Kindheits- und Jugendjahre benutzt, mich vor sich geschoben, ich sollte Stütze, Berater, Familientherapeut, Psychiater, Psychologe, Liebesersatz.... alles mögliche für sie sein. Hab ich nicht gespurt wie ein Hund, dann gabs wochenlang Schweigen, "Liebesentzug", der ja keiner war, weil nicht wirklich Liebe dahintersteckte. Und auch was du von deiner Mutter berichtest, war bei mir identisch: Die Betonung ihrerseits, wie toll sie sich doch mit ihrer "Kleinen" (ich hab noch eine Schwester, die ein Jahr älter ist) versteht, dass "wir schon immer auf einer Wellenlänge waren", ach sportkatze, im Nachhinein muss ich sagen, dass davon gar nix stimmt. In ihrer kranken Vorstellungswelt mag das sogar gestimmt haben, aber Tatsache ist, dass sie mich ständig für ihre Zwecke manipuliert hat.
Vor ca. 4 Jahren kam per Einschreiben dann Post in Form von einer Patientenverfügung, der Kauf einer Grabstelle, die Pflege desselben für das Jahr X. Mich sollte man benachrichtigen, wenn irgendwas mit ihr wäre, ich solle mich um alles kümmern (wie übrigens 25 lange Jahre meines Lebens), das schlug dem Fass den Boden aus. Ich hab das kommentarlos zurückgeschickt, die Sache sollte damit klar gewesen sein. Das war unter anderem auch der Zeitraum, in dem ich immer dicker wurde, aber auch dann endlich zur Gesprächstherapie ging. Meine Therapeutin war klasse - sie hat mir alle Optionen, die ich habe, erläutert, hat mir aber ganz deutlich gemacht, dass bei meiner Vorgeschichte alle Anlass zu schlechtem Gewissen haben aber beileibe nicht ich. Irgendwann konnte ich das akzeptieren, sogar verstehen, dass nicht ich eine Bringschuld habe und das war der Beginn meiner Genesung. Ich war wirklich stark psychosomatisch krank in all den Jahren des Schweigens, mir fehlte oft buchstäblich die Luft zum Atmen, vor allen Dingen während der Aufarbeitung hatte ich ganz schlimme Phasen. Das Schlimmste für mich war (im Nachhinein kann ich das so werten), dass als mein Erzeuger sich das Leben nahm (im Wasser - sehr unschön), meine Mutter mich als 18jähriges Mädchen zur Identifizierung schickte, weil "sie es nicht konnte". Merkst was, die Mutter, die mich ihr Leben lang manipuliert hat, hat nicht die Kraft, den eigenen Mann zu identifizieren, aber die Tochter, die 18 Jahre lang massiv unter einem Psychopathen gelitten hat, die kann das? Ihr verdanke ich es auch, dass ich Männern sehr kritisch gegenüberstehe, ich weiß das, dass ich da total empfindlich reagiere, wenn einer nur den Spaß macht und sagt "hey, hol mir mal ein Bier". Mein Mann holt sich seine Sachen selbst, aber ab und zu macht man mal solche Späße, aber dieses kleingemacht werden, als Bedienstete, Untertänige hingestellt werden, das hab ich pausenlos in meiner Kindheit gehabt und heute hasse ich das total.
Okay, weiter in der Geschichte: Vor ca. 2 Jahren kam zu meinem Geburtstag eine email (weiß der Teufel, woher sie meine Adresse hatte) mit Glückwünschen. Ich habe tagelang überlegt, was ich machen soll. Ich war hin- und hergerissen, hatte dieselben Gedanken wie du. Die Lösung kam in Form meiner Therapeutin daher, die ich anrief und um ein Gespräch bat. (Die Therapie war zu diesem Zeitpunkt schon 2 Jahre zu Ende). Nach dem Gespräch sagte sie mir, ich sei emotional mittlerweile so gelöst und würde meine Mutter schon lange nicht mehr mit dem Mutter-Kind-Verhältnis betrachten, dass sie sich ziemlich sicher sei, dass ich diesmal keinen Schaden mehr nehmen würde. Und weißt du, wie ich es nun geregelt habe? Ich habe meiner Mutter nach mehreren Aussprachen ("ich habe so verzweifelt gehofft, dass du mir auch mal sagst, dass ich was Gutes gemacht habe" - die selbe Leier wie in all den Jahren, meine Mutter - der Mittelpunkt der Welt...) einen email-Kontakt angeboten - nicht mehr und nicht weniger. Ich habe ihr erklärt, dass ich sie nie mehr so an mich ranlassen kann wie sie sich das als Mutter vielleicht wünscht, ich sie auch in ihrer Wohnung nie besuchen werde, weil ich keine Gemeinsamkeiten mehr haben will, keine verzweifelten Anrufe nachts um eins "ich kann meinen Computer nicht bedienen, kannst du mal schnell kommen" - und auch keine Manipulation über mein Kind, ihr Enkelkind zulasse. Ich habe ihr gesagt, dass meine Tochter von mir informiert wurde, warum das Verhältnis so ist, wie es ist und sie warten muss, ob meine Tochter irgendwann selbst auf sie zukommt oder nicht. Ihre Antwort darauf war "es scheint nur noch das zu gehen, wozu du bereit bist, ja?" Genau, hab ich gesagt, du kannst es annehmen oder ablehnen, das ist deine freie Entscheidung. Seitdem haben wir email-Kontakt, ich habe kein Herzklopfen mehr, wenn ich an meine Mutter denke und ich habe auch keine tagelangen Angstzustände mehr, weil ich befürchten müsste, dass sie bei mir auftaucht. Das habe ich ihr einfach verboten. Für Fremdleser hier mag dieses Verhältnis seltsam anmuten, aber für mich der einzig gangbare Weg. Ich habe auch die "Schuldgefühle" abgelegt, zu denken, ich müsste dabei ein schlechtes Gewissen haben, sie hatte auch keines, als sie mich jahrelang ausgesaugt hat.
Ich würde dir niemals raten, Kontakt aufzunehmen, wenn du es nicht willst. Und wenn du es willst, dann hinterfrage ganz genau, warum du es willst. Du bist benutzt und manipuliert worden, du denkst, du müsstest deinem Vater erklären, warum du dich so verhalten hast. DAS MUSST DU NICHT! Er und deine Mutter waren die Erwachsenen (was für ein Witz in diesem Zusammenhang, gell?), die dich als Spielball hin- und hergeschoben haben. Und wenn dein Vater nur einen Funken Grips hat, dann weiß er das. Ich sag dir aber, er will es nicht wissen. Denn sonst müsste er eingestehen, dass er es in deiner Kindheit nicht geschafft hat, gegen deine Mutter anzutreten und für klare Verhältnisse zu sorgen. Es ist sehr bequem für ihn, dir die Schuld zuzuschieben, ein EinszuEinsVerhältnis zu meiner Situation damals.
Mach dir auch klar sportkatze, ob das, was du mit "Liebe" zu deiner Mutter beschreibst, wirklich Liebe ist. Ich denke mittlerweile an meine Mutter, wie ich an eine gute Bekannte denke, mit stiller Gelassenheit, sie kann mir nichts mehr anhaben. Ich hatte jahrelang Angst vor ihr und das hab ich mit Liebe verwechselt. Warum? Weil ich dachte, etwas zu verlieren, das ich nie so hatte, wie ich es mir gewünscht hätte - bedingungslose Liebe, nicht von Leistungen abhängig, von Gefälligkeiten, sondern einfach nur das Gefühl, als Kind von der Mama akzeptiert und aufgefangen zu werden. Vielleicht wird dir durch diese erschöpfende ;-) Schilderung auch bewusst, warum ich mich gerne einmische, wenn es um das Verhalten von Kindern geht. Die Kinder sind der Spiegel ihrer Eltern und das war auch der Grund für meine Therapie - ich wollte niemals so werden wie meine Mutter, aber alleine hätte ich einfach nicht gewusst, wie ich anders werden kann. Ich bin auch nicht immer gelassen meiner Tochter gegenüber, aber ich versuche gütig zu sein und vor allen Dingen Mutter. Meine Mutter hat sich immer als meine Freundin beschrieben, bevorzugt immer dann, wenn ich Freunde hatte. Das war mir schon damals oberpeinlich - ich hatte es hier schon irgendwann mal geschrieben - meine Mutter hatte zu meinem ersten Ehemann ein besseres Verhältnis als ich selbst.
Und noch was will ich dir gerne sagen sportkatze: Gib sofort und unumstößlich den Gedanken auf, dass du dich nicht hättest reinziehen lassen sollen. Schmeiß diesen Gedanken bildlich in den Fluss oder geh nachher raus und pfeffere nen Stein in den Bach und denke daran, dass du diesen Gedanken nun los bist und dich nie mehr belasten wird. Du hattest definitiv keine andere Wahl! Als Kind hast du nur die Eltern, die du nun mal hast - und irgendwo versucht jedes Kind in seiner kleinen Welt, Halt zu finden - der Elternteil, der besser manipulieren kann, gewinnt vorübergehend dieses perfide Spiel "Mama und Tochter gegen Papa" oder "Papa und Tochter gegen Mama" (natürlich nur bei gestörten Familienverhältnissen, das beziehe ich keineswegs auf intakte Familien).
Leider konnte bei dieser ganzen Schilderung nicht ausbleiben, dass sich wieder viele Dinge auf mich beziehen, trotzdem hoffe ich, dass du die Beweggründe, warum ich bestimmte Situationen geschildert habe, erkennst. Nur zu schreiben, ich habe nur noch email-Kontakt zu meiner Mutter hätte dir vermutlich gar nichts erklärt, deshalb dieser so ausschweifende Roman.
Wenn du weitere Fragen hast, dann nie zögern sportkatze, ich finde es so fürchterlich, dass es so viele junge Menschen gibt, die mit solch großem Ballast in die Welt entlassen werden - wenn ich dir nur ein kleines bisschen helfen kann, dann empfinde ich das auch für mich als positiv, weil ich dann sehe, dass ich etwas dazugelernt habe.
Ganz liebe Grüße
BeLight
P.S. Beím Korrekturlesen fiel mir grade spontan noch ein, dass ich ungefähr in deinem Alter war, als ich das erste Mal Panikattacken bekam - auch ein "Geschenk" meiner verkorksten "Kindheit", die ich niemals hatte

Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
vorweg sportkatze, für Fragen brauchst du dich bei mir niemals entschuldigen, das Schlimmste, was passieren kann ist, dass ich mal nicht antworte ;-)
Ich weiß, welches Elend hinter deinen Fragen steckt - leider!
Siehst du, was man als Eltern und im Besonderen als Mutter für eine riesige Verantwortung hat? Ja, du weißt das, das spüre ich. Ich fühlte mich bei deiner Schilderung spontan so, als ob du über meine Mutter berichten würdest. Das Einzige, was dich und mich von der Situation unterscheidet, ist, dass mein Erzeuger, der uns seit ich zurückdenken kann, mit dem Tod gedroht hat (in jeder nur erdenklicher Form) sich selbst feige das Leben genommen hat.
Aber zu deiner Frage: Ich hatte 7 Jahre lang gar keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, nicht ein Wort, nicht ein Brief, nicht gesehen, gar nichts. Die selbe Frage, die dich bei deinem Vater umtreibt, hat mich auch bewegt. Was, wenn einer anruft und sagt "deine Mutter ist gestorben", das war es, was mich jahrelang bei jedem Telefonläuten zusammenzucken ließ. Es gab etliche "Freunde" meiner Mutter, die mich in diesen Jahren telefonisch zur S.. machten, angeblich ohne Wissen meiner Mutter. Was ich mir einbilden würde, eine Mutter sei schließlich eine Mutter, ich solle froh darüber sein, sie hätte mir schließlich das Leben geschenkt. Das hat mich nur noch mehr bestärkt, keinen Kontakt mehr aufzunehmen, weil es mir ging wie dir: Meine Mutter hat mich während meiner ganzen Kindheits- und Jugendjahre benutzt, mich vor sich geschoben, ich sollte Stütze, Berater, Familientherapeut, Psychiater, Psychologe, Liebesersatz.... alles mögliche für sie sein. Hab ich nicht gespurt wie ein Hund, dann gabs wochenlang Schweigen, "Liebesentzug", der ja keiner war, weil nicht wirklich Liebe dahintersteckte. Und auch was du von deiner Mutter berichtest, war bei mir identisch: Die Betonung ihrerseits, wie toll sie sich doch mit ihrer "Kleinen" (ich hab noch eine Schwester, die ein Jahr älter ist) versteht, dass "wir schon immer auf einer Wellenlänge waren", ach sportkatze, im Nachhinein muss ich sagen, dass davon gar nix stimmt. In ihrer kranken Vorstellungswelt mag das sogar gestimmt haben, aber Tatsache ist, dass sie mich ständig für ihre Zwecke manipuliert hat.
Vor ca. 4 Jahren kam per Einschreiben dann Post in Form von einer Patientenverfügung, der Kauf einer Grabstelle, die Pflege desselben für das Jahr X. Mich sollte man benachrichtigen, wenn irgendwas mit ihr wäre, ich solle mich um alles kümmern (wie übrigens 25 lange Jahre meines Lebens), das schlug dem Fass den Boden aus. Ich hab das kommentarlos zurückgeschickt, die Sache sollte damit klar gewesen sein. Das war unter anderem auch der Zeitraum, in dem ich immer dicker wurde, aber auch dann endlich zur Gesprächstherapie ging. Meine Therapeutin war klasse - sie hat mir alle Optionen, die ich habe, erläutert, hat mir aber ganz deutlich gemacht, dass bei meiner Vorgeschichte alle Anlass zu schlechtem Gewissen haben aber beileibe nicht ich. Irgendwann konnte ich das akzeptieren, sogar verstehen, dass nicht ich eine Bringschuld habe und das war der Beginn meiner Genesung. Ich war wirklich stark psychosomatisch krank in all den Jahren des Schweigens, mir fehlte oft buchstäblich die Luft zum Atmen, vor allen Dingen während der Aufarbeitung hatte ich ganz schlimme Phasen. Das Schlimmste für mich war (im Nachhinein kann ich das so werten), dass als mein Erzeuger sich das Leben nahm (im Wasser - sehr unschön), meine Mutter mich als 18jähriges Mädchen zur Identifizierung schickte, weil "sie es nicht konnte". Merkst was, die Mutter, die mich ihr Leben lang manipuliert hat, hat nicht die Kraft, den eigenen Mann zu identifizieren, aber die Tochter, die 18 Jahre lang massiv unter einem Psychopathen gelitten hat, die kann das? Ihr verdanke ich es auch, dass ich Männern sehr kritisch gegenüberstehe, ich weiß das, dass ich da total empfindlich reagiere, wenn einer nur den Spaß macht und sagt "hey, hol mir mal ein Bier". Mein Mann holt sich seine Sachen selbst, aber ab und zu macht man mal solche Späße, aber dieses kleingemacht werden, als Bedienstete, Untertänige hingestellt werden, das hab ich pausenlos in meiner Kindheit gehabt und heute hasse ich das total.
Okay, weiter in der Geschichte: Vor ca. 2 Jahren kam zu meinem Geburtstag eine email (weiß der Teufel, woher sie meine Adresse hatte) mit Glückwünschen. Ich habe tagelang überlegt, was ich machen soll. Ich war hin- und hergerissen, hatte dieselben Gedanken wie du. Die Lösung kam in Form meiner Therapeutin daher, die ich anrief und um ein Gespräch bat. (Die Therapie war zu diesem Zeitpunkt schon 2 Jahre zu Ende). Nach dem Gespräch sagte sie mir, ich sei emotional mittlerweile so gelöst und würde meine Mutter schon lange nicht mehr mit dem Mutter-Kind-Verhältnis betrachten, dass sie sich ziemlich sicher sei, dass ich diesmal keinen Schaden mehr nehmen würde. Und weißt du, wie ich es nun geregelt habe? Ich habe meiner Mutter nach mehreren Aussprachen ("ich habe so verzweifelt gehofft, dass du mir auch mal sagst, dass ich was Gutes gemacht habe" - die selbe Leier wie in all den Jahren, meine Mutter - der Mittelpunkt der Welt...) einen email-Kontakt angeboten - nicht mehr und nicht weniger. Ich habe ihr erklärt, dass ich sie nie mehr so an mich ranlassen kann wie sie sich das als Mutter vielleicht wünscht, ich sie auch in ihrer Wohnung nie besuchen werde, weil ich keine Gemeinsamkeiten mehr haben will, keine verzweifelten Anrufe nachts um eins "ich kann meinen Computer nicht bedienen, kannst du mal schnell kommen" - und auch keine Manipulation über mein Kind, ihr Enkelkind zulasse. Ich habe ihr gesagt, dass meine Tochter von mir informiert wurde, warum das Verhältnis so ist, wie es ist und sie warten muss, ob meine Tochter irgendwann selbst auf sie zukommt oder nicht. Ihre Antwort darauf war "es scheint nur noch das zu gehen, wozu du bereit bist, ja?" Genau, hab ich gesagt, du kannst es annehmen oder ablehnen, das ist deine freie Entscheidung. Seitdem haben wir email-Kontakt, ich habe kein Herzklopfen mehr, wenn ich an meine Mutter denke und ich habe auch keine tagelangen Angstzustände mehr, weil ich befürchten müsste, dass sie bei mir auftaucht. Das habe ich ihr einfach verboten. Für Fremdleser hier mag dieses Verhältnis seltsam anmuten, aber für mich der einzig gangbare Weg. Ich habe auch die "Schuldgefühle" abgelegt, zu denken, ich müsste dabei ein schlechtes Gewissen haben, sie hatte auch keines, als sie mich jahrelang ausgesaugt hat.
Ich würde dir niemals raten, Kontakt aufzunehmen, wenn du es nicht willst. Und wenn du es willst, dann hinterfrage ganz genau, warum du es willst. Du bist benutzt und manipuliert worden, du denkst, du müsstest deinem Vater erklären, warum du dich so verhalten hast. DAS MUSST DU NICHT! Er und deine Mutter waren die Erwachsenen (was für ein Witz in diesem Zusammenhang, gell?), die dich als Spielball hin- und hergeschoben haben. Und wenn dein Vater nur einen Funken Grips hat, dann weiß er das. Ich sag dir aber, er will es nicht wissen. Denn sonst müsste er eingestehen, dass er es in deiner Kindheit nicht geschafft hat, gegen deine Mutter anzutreten und für klare Verhältnisse zu sorgen. Es ist sehr bequem für ihn, dir die Schuld zuzuschieben, ein EinszuEinsVerhältnis zu meiner Situation damals.
Mach dir auch klar sportkatze, ob das, was du mit "Liebe" zu deiner Mutter beschreibst, wirklich Liebe ist. Ich denke mittlerweile an meine Mutter, wie ich an eine gute Bekannte denke, mit stiller Gelassenheit, sie kann mir nichts mehr anhaben. Ich hatte jahrelang Angst vor ihr und das hab ich mit Liebe verwechselt. Warum? Weil ich dachte, etwas zu verlieren, das ich nie so hatte, wie ich es mir gewünscht hätte - bedingungslose Liebe, nicht von Leistungen abhängig, von Gefälligkeiten, sondern einfach nur das Gefühl, als Kind von der Mama akzeptiert und aufgefangen zu werden. Vielleicht wird dir durch diese erschöpfende ;-) Schilderung auch bewusst, warum ich mich gerne einmische, wenn es um das Verhalten von Kindern geht. Die Kinder sind der Spiegel ihrer Eltern und das war auch der Grund für meine Therapie - ich wollte niemals so werden wie meine Mutter, aber alleine hätte ich einfach nicht gewusst, wie ich anders werden kann. Ich bin auch nicht immer gelassen meiner Tochter gegenüber, aber ich versuche gütig zu sein und vor allen Dingen Mutter. Meine Mutter hat sich immer als meine Freundin beschrieben, bevorzugt immer dann, wenn ich Freunde hatte. Das war mir schon damals oberpeinlich - ich hatte es hier schon irgendwann mal geschrieben - meine Mutter hatte zu meinem ersten Ehemann ein besseres Verhältnis als ich selbst.
Und noch was will ich dir gerne sagen sportkatze: Gib sofort und unumstößlich den Gedanken auf, dass du dich nicht hättest reinziehen lassen sollen. Schmeiß diesen Gedanken bildlich in den Fluss oder geh nachher raus und pfeffere nen Stein in den Bach und denke daran, dass du diesen Gedanken nun los bist und dich nie mehr belasten wird. Du hattest definitiv keine andere Wahl! Als Kind hast du nur die Eltern, die du nun mal hast - und irgendwo versucht jedes Kind in seiner kleinen Welt, Halt zu finden - der Elternteil, der besser manipulieren kann, gewinnt vorübergehend dieses perfide Spiel "Mama und Tochter gegen Papa" oder "Papa und Tochter gegen Mama" (natürlich nur bei gestörten Familienverhältnissen, das beziehe ich keineswegs auf intakte Familien).
Leider konnte bei dieser ganzen Schilderung nicht ausbleiben, dass sich wieder viele Dinge auf mich beziehen, trotzdem hoffe ich, dass du die Beweggründe, warum ich bestimmte Situationen geschildert habe, erkennst. Nur zu schreiben, ich habe nur noch email-Kontakt zu meiner Mutter hätte dir vermutlich gar nichts erklärt, deshalb dieser so ausschweifende Roman.
Wenn du weitere Fragen hast, dann nie zögern sportkatze, ich finde es so fürchterlich, dass es so viele junge Menschen gibt, die mit solch großem Ballast in die Welt entlassen werden - wenn ich dir nur ein kleines bisschen helfen kann, dann empfinde ich das auch für mich als positiv, weil ich dann sehe, dass ich etwas dazugelernt habe.
Ganz liebe Grüße
BeLight
P.S. Beím Korrekturlesen fiel mir grade spontan noch ein, dass ich ungefähr in deinem Alter war, als ich das erste Mal Panikattacken bekam - auch ein "Geschenk" meiner verkorksten "Kindheit", die ich niemals hatte

Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
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Re: @belight 21. Juli 2009 09:26 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 496 |
Danke für Deine Antwort Belight.
Es ist ganz schön schlimm wie sich das bei Dir in der Psyche ausgewirkt hat. Das macht mir echt ein bisschen Angst.
Mein Vater hat damals immer damit gedroht sich selbst umzubringen, immer wenn was nicht so gelaufen ist wie er wollte. Und wenn er sauer wurde ist er richtig ausgetickt, ich hab mich teilweise in meinem Zimmer eingeschlossen wenn die beiden gestritten haben weil ich solche Angst vor ihm hatte. Bis meine Mutter dann wieder nach mir geschrien hat, dann bin ich raus und ihr zur Hilfe geeilt. Als er dann mich am Kravattel hatte, hat sie sich in meinem Zimmer eingeschlossen. Tja, so war das und mir ist das nicht mal komisch vorgekommen, ich dachte das wäre normal und ich hab ihr ja aus freien Stücken geholfen. Irgendwann kam das dann das ich anders darüber dachte, ich weiß auch gar nicht wann der Zeitpunkt war und was der Auslöser. Als ich dann meinen jetzigen Mann kennenlernte hab ich von anfang an ziemlich oft bei ihm übernachtet weil ich es daheim nicht mehr ausgehalten habe. Ausziehen konnte ich noch nicht weil ich nicht viel Geld hatte (war noch in der Ausbildung). Irgendwann ist es dann eskaliert daheim mit Polizei, Notarzt usw. (möchte jetzt nicht näher darauf eingehen) und ab diesem Tag hat mich mein Vater nicht mehr ins Haus gelassen (weil ich die Polizei gerufen habe). Ich hab dann übergangsweise bei meinem Freund "gewohnt" und mir schnell eine eigene Bude gesucht. Der einzige Kommentar von meiner Mutter war dann "schade dass es so mit uns dreien enden musste". Super, konnte ich mir auch nicht viel davon kaufen. Die Dinge nahmen seinen Lauf, meine Mutter zog aus (zu einer Bekannten in Untermiete, eigene Wohnung wollte sie sich nicht leisten), die Scheidung und die Aufteilung des gemeinsamen Vermögens kam und rate mal wer das alles geregelt hat! Richtig, das war ich! Wenigstens bin ich jetzt bestens informiert wie das so abläuft bei Scheidungen, Vermögenskrieg usw.
Am Anfang hat mich meine Mutter täglich angerufen und wollte so oft es geht etwas mit mir unternehmen, weil sie ist ja alleine. Ich hab dem am Anfang auch ziemlich oft nachgegeben, irgendwann hat mein Freund dann mal gemäckert dass ich am Wochenende doch mal was mit ihm unternehmen sollte und nicht mit meiner Mutter. Tja, das hat sich dann eh erledigt, denn sie hat einen neuen gut situierten Mann kennengelernt und jetzt eh nicht mehr so viel Zeit. Sie ruft zwar noch oft an um immer die neusten Peinlichkeiten über meinen Vater zu berichten (die sie von anderen Leuten zugetragen bekommt) und uns (meinen Mann und mich) ab und zu mal zum essen einzuladen. Natürlich wird überall erzählt dass wir beide die besten Freundinnen sind (so wie Deine Mutter) und bei Gelegenheit liegt sie mir immer in den Ohren ob ich mich später schon mal um sie kümmere wenn sie wenig Rente hat. Anmerkung der Redaktion: Meine Mutter ist durch die Scheidung eher reicher als ärmer geworden, ich und mein Mann müssen uns unseren Lebensstandard selbst erarbeiten. Ich hab damit auch kein Problem, nur finde ich die Anspruchshaltung an uns schon ziemlich krass. Wenn sie jetzt ein bisschen was zur Seite legen würde, könnte sie im Alter locker um die Runden kommen. Ich möchte ja auch gerne Kinder und nicht gleich nach 6 Wochen Mutterschutz wieder voll in die Arbeit gehen. Darauf arbeiten mein Mann und ich ja auch hin. Ich versteh´s nicht, ich würd mich meinen Eltern gegenüber schon als Bescheiden bezeichnen, ich habe nie erwartet dass sie mich finanzieren und immer schon selber gearbeitet. Warum hat meine Mutter so eine Erwartungshaltung?
Ich hab eigentlich immer gedacht dass ich das Ganze recht gut weggesteckt habe. Mein Mann hat mir da wahnsinnig viel geholfen, er hat mir immer vermittelt dass ich ein wertvoller Mensch bin und keine Schuld bei mir liegt. Das konnte ich soweit annehmen. Aber es gibt Momente in meinem Leben, da schießt mir das alles blitzartig in den Kopf und ich könnte auf der Stelle losheulen. Zu Deiner Aussage wenn mein Vater ein bisschen Grips hätte wüsste er....So schlimm ich das finde das über meinen Vater sagen zu müssen, aber er hat nicht viel Grips. Er sieht immer nur sich selbst und schaut nicht über den Tellerrand hinaus. Er macht sich keine Gedanken darüber wie es anderen Leuten geht. Das war immer schon so. Mein Vater ist schwer psyschisch krank und ist Tablettensüchtig, ich habe oft versucht ihn dazu zu bewegen eine Therapie zu machen, er hat es auch immer versprochen wenn wieder mal was schlimmes vorgefallen ist, aber wenn dann wieder alles im Butter war, wurde es wieder verworfen. Er war zwar schon ein paar mal stationär in behandlung und bei einer ambulanten Therapie. Aber seine Aussage danach war immer "die können mir eh nicht helfen" und er hat die Übungen die er da gelernt hat nie daheim weitergemacht. Er hat bis heute nicht begriffen dass Therapie nur Hilfe zur Selbsthilfe sein kann, er meint DIE müssen ihn heilen.....
Oh je, das ist jetzt lang geworden.....
So wie ich das verstanden habe hat Deine Mutter auch nicht eingesehen was sie verbockt hat oder? Würde meine Mutter auch niemals. Wenn ich sie ganz minimal auf einen Fehler ihererseits anspreche kommt nur der Spruch "Du bist ja so empfindlich".
Lg Sportkatze
26 Jahre alt
1,70 m groß

Es ist ganz schön schlimm wie sich das bei Dir in der Psyche ausgewirkt hat. Das macht mir echt ein bisschen Angst.
Mein Vater hat damals immer damit gedroht sich selbst umzubringen, immer wenn was nicht so gelaufen ist wie er wollte. Und wenn er sauer wurde ist er richtig ausgetickt, ich hab mich teilweise in meinem Zimmer eingeschlossen wenn die beiden gestritten haben weil ich solche Angst vor ihm hatte. Bis meine Mutter dann wieder nach mir geschrien hat, dann bin ich raus und ihr zur Hilfe geeilt. Als er dann mich am Kravattel hatte, hat sie sich in meinem Zimmer eingeschlossen. Tja, so war das und mir ist das nicht mal komisch vorgekommen, ich dachte das wäre normal und ich hab ihr ja aus freien Stücken geholfen. Irgendwann kam das dann das ich anders darüber dachte, ich weiß auch gar nicht wann der Zeitpunkt war und was der Auslöser. Als ich dann meinen jetzigen Mann kennenlernte hab ich von anfang an ziemlich oft bei ihm übernachtet weil ich es daheim nicht mehr ausgehalten habe. Ausziehen konnte ich noch nicht weil ich nicht viel Geld hatte (war noch in der Ausbildung). Irgendwann ist es dann eskaliert daheim mit Polizei, Notarzt usw. (möchte jetzt nicht näher darauf eingehen) und ab diesem Tag hat mich mein Vater nicht mehr ins Haus gelassen (weil ich die Polizei gerufen habe). Ich hab dann übergangsweise bei meinem Freund "gewohnt" und mir schnell eine eigene Bude gesucht. Der einzige Kommentar von meiner Mutter war dann "schade dass es so mit uns dreien enden musste". Super, konnte ich mir auch nicht viel davon kaufen. Die Dinge nahmen seinen Lauf, meine Mutter zog aus (zu einer Bekannten in Untermiete, eigene Wohnung wollte sie sich nicht leisten), die Scheidung und die Aufteilung des gemeinsamen Vermögens kam und rate mal wer das alles geregelt hat! Richtig, das war ich! Wenigstens bin ich jetzt bestens informiert wie das so abläuft bei Scheidungen, Vermögenskrieg usw.
Am Anfang hat mich meine Mutter täglich angerufen und wollte so oft es geht etwas mit mir unternehmen, weil sie ist ja alleine. Ich hab dem am Anfang auch ziemlich oft nachgegeben, irgendwann hat mein Freund dann mal gemäckert dass ich am Wochenende doch mal was mit ihm unternehmen sollte und nicht mit meiner Mutter. Tja, das hat sich dann eh erledigt, denn sie hat einen neuen gut situierten Mann kennengelernt und jetzt eh nicht mehr so viel Zeit. Sie ruft zwar noch oft an um immer die neusten Peinlichkeiten über meinen Vater zu berichten (die sie von anderen Leuten zugetragen bekommt) und uns (meinen Mann und mich) ab und zu mal zum essen einzuladen. Natürlich wird überall erzählt dass wir beide die besten Freundinnen sind (so wie Deine Mutter) und bei Gelegenheit liegt sie mir immer in den Ohren ob ich mich später schon mal um sie kümmere wenn sie wenig Rente hat. Anmerkung der Redaktion: Meine Mutter ist durch die Scheidung eher reicher als ärmer geworden, ich und mein Mann müssen uns unseren Lebensstandard selbst erarbeiten. Ich hab damit auch kein Problem, nur finde ich die Anspruchshaltung an uns schon ziemlich krass. Wenn sie jetzt ein bisschen was zur Seite legen würde, könnte sie im Alter locker um die Runden kommen. Ich möchte ja auch gerne Kinder und nicht gleich nach 6 Wochen Mutterschutz wieder voll in die Arbeit gehen. Darauf arbeiten mein Mann und ich ja auch hin. Ich versteh´s nicht, ich würd mich meinen Eltern gegenüber schon als Bescheiden bezeichnen, ich habe nie erwartet dass sie mich finanzieren und immer schon selber gearbeitet. Warum hat meine Mutter so eine Erwartungshaltung?
Ich hab eigentlich immer gedacht dass ich das Ganze recht gut weggesteckt habe. Mein Mann hat mir da wahnsinnig viel geholfen, er hat mir immer vermittelt dass ich ein wertvoller Mensch bin und keine Schuld bei mir liegt. Das konnte ich soweit annehmen. Aber es gibt Momente in meinem Leben, da schießt mir das alles blitzartig in den Kopf und ich könnte auf der Stelle losheulen. Zu Deiner Aussage wenn mein Vater ein bisschen Grips hätte wüsste er....So schlimm ich das finde das über meinen Vater sagen zu müssen, aber er hat nicht viel Grips. Er sieht immer nur sich selbst und schaut nicht über den Tellerrand hinaus. Er macht sich keine Gedanken darüber wie es anderen Leuten geht. Das war immer schon so. Mein Vater ist schwer psyschisch krank und ist Tablettensüchtig, ich habe oft versucht ihn dazu zu bewegen eine Therapie zu machen, er hat es auch immer versprochen wenn wieder mal was schlimmes vorgefallen ist, aber wenn dann wieder alles im Butter war, wurde es wieder verworfen. Er war zwar schon ein paar mal stationär in behandlung und bei einer ambulanten Therapie. Aber seine Aussage danach war immer "die können mir eh nicht helfen" und er hat die Übungen die er da gelernt hat nie daheim weitergemacht. Er hat bis heute nicht begriffen dass Therapie nur Hilfe zur Selbsthilfe sein kann, er meint DIE müssen ihn heilen.....
Oh je, das ist jetzt lang geworden.....
So wie ich das verstanden habe hat Deine Mutter auch nicht eingesehen was sie verbockt hat oder? Würde meine Mutter auch niemals. Wenn ich sie ganz minimal auf einen Fehler ihererseits anspreche kommt nur der Spruch "Du bist ja so empfindlich".
Lg Sportkatze
26 Jahre alt
1,70 m groß

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Re: @belight 21. Juli 2009 13:08 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 496 |
Ich möchte noch anmerken dass das was Deine Mutter Dir damit angetan hat dass Du Deinen Vater identifizieren musstest einfach nur schrecklich ist, mir fehlen absolut die Worte. Ich frage mich immer wie man seinem Kind sowas nur antun kann? Ich bin doch die Mutter und ich muss mein Kind schützen und WILL es auch schützen, egal was ich dafür auf mich nehmen muss. So stelle ich mir das vor wenn man Kinder hat, das man sein Leben dafür geben würde. Warum sind unsere Mütter nicht so? Und die nächste Frage die mich beschäftigt. Werde ich zu meinen Kindern mal genauso sein wie meine Eltern zu mir, auch wenn ich das gar nicht will? Dann würde ich nämlich lieber auf Kinder verzichten!
Lg Sportkatze
26 Jahre alt
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Re: @belight 21. Juli 2009 15:57 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 1.539 |
Sportkatze83 schrieb:
> Ich möchte noch anmerken dass das was Deine Mutter Dir damit
> angetan hat dass Du Deinen Vater identifizieren musstest
> einfach nur schrecklich ist, mir fehlen absolut die Worte.
Das fanden selbst die Feuerwehrleute damals entsetzlich, mein damaliger Freund war bei der Freiw. FW, ich habe diese Menschen alle gekannt, das war wochenlang das Ortsgespräch, wie meine Mutter die Dramaqueen gespielt hat und ich dahin musste und mir das anschauen. Man bot mir aus Mitleid für mich sogar an, das zu verschieben, bis meine Mutter wieder "könne", aber damals war ich es bereits so gewohnt, die Aufpasser- und Beschützerrolle für meine Mutter zu spielen, dass ich wieder die "Starke" war. Das gipfelte dann noch zusätzlich darin, dass sie mich anschließend immer wieder fragte, ob ich auch richtig hingeschaut hätte und ich mir sicher sei, dass er es auch wäre. Zuletzt dachte ich an diesem Tag, ich dreh durch, ich war mir bei nichts mehr sicher, das war ein Tag, an dem ich das erste Mal verstand, was man meint, wenn man sagt, man hat "Grauen" - das hatte die Qualität eines Psychodramas.
> Ich
> frage mich immer wie man seinem Kind sowas nur antun kann? Ich
> bin doch die Mutter und ich muss mein Kind schützen und WILL es
> auch schützen, egal was ich dafür auf mich nehmen muss. So
> stelle ich mir das vor wenn man Kinder hat, das man sein Leben
> dafür geben würde.
Genau so soll es sein - das hat Null damit zu tun, dass man seine Kinder verhätschelt, ich nenne es Rückhalt und Rückgrat geben, ohne auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein, immer gut zuhören, hilfreich die Hand reichen ohne belehrend zu sein, aber auch eigene Erfahrungen machen lassen, Liebe bekunden (du würdest nicht glauben, wie wenige ihren Kindern in Worten sagen, dass sie sie lieben "das weiß mein Kind doch!", kommt meistens ganz entrüstet, wenn man die Leute fragt), aber auch konsequent sein und Grenzen setzen, die altersgerecht immer wieder angepasst werden müssen. Kinder großzuziehen ist wirklich Arbeit, aber für mich eine erfüllende Arbeit, nur lassen sehr viele ihre Kinder "nebenherlaufen". Bei uns im Ort kursiert der schale Witz, "wenn du was über dein eigenes Kind wissen willst, dann musst du BeLight fragen" - ich finde das nicht witzig, sondern traurig. Mir wurde schon viel anvertraut, was mich entsetzt, schon alleine deshalb, weil ich es grauenvoll finden würde, wenn meine Tochter dieses Vertrauen in mich nicht aufbringen würde, mir gravierende Vorfälle zu berichten. Ich rede da weder von Zickenkrieg auf dem Schulhof oder Gezanke auf dem Heimweg, sondern von Übergriffen, die massiv das Leben dieser Kinder beeinflussen.
> Warum sind unsere Mütter nicht so?
> Und die
> nächste Frage die mich beschäftigt. Werde ich zu meinen Kindern
> mal genauso sein wie meine Eltern zu mir, auch wenn ich das gar
> nicht will?
Zwei gefährliche Fragen an mich: Antwort eins, weil unsere Mütter es auch nicht besser erfahren haben und nie bereit waren, es besser zu machen.
Antwort zwei ist weitaus schwieriger, weil ich nicht weiß, wie offen ich das sagen darf. Ich entscheide mich für die direkte Version: Ich weiß leider auch aus den Gesprächen mit meiner Therapeutin und von vielen aktuellen Fällen, wo ich selbst mit Mädchen aus solchen Verhältnissen Kontakt habe, dass der Vorsatz, es ganz anders und viel besser zu machen eigentlich immer gegeben ist. ABER: Wie geht denn das - anders? Ich wusste das auch nicht und ich habe mir eingebildet, dass Liebe zu meinem Kind alleine nicht ausreicht. Für mich hat das gestimmt, ich habe praktisch über zwei Jahre gelernt, den Wunsch, mein Kind mit Halt und Rückgrat und Respekt aufzuziehen, tatsächlich in die Tat umzusetzen. Das war, bevor ich schwanger wurde - mein Verantwortungsbewusstsein hat mir gesagt, dass es zu spät wäre, damit zu warten, bis ich schon schwanger sei.
Was ich dann noch gemacht habe als ich schwanger wurde, war, dass ich mich schwangerschaftsbegleitend einmal im Monat einer psychologischen Schwangerschaftsgruppe angeschlossen habe - da waren viele "Fälle" so wie ich: schwierige Kindheit, dieses Nicht-Wissen, ob man diese Fehler auch machen würde ohne es zu wollen. In dieser Zeit habe ich viel gelernt, die Sicherheit und das Zutrauen in mich bekommen, nicht so zu sein und zu werden wie meine Mutter es mit mir gemacht hat. Natürlich ist auch das keine 100%-Garantie und in Wirklichkeit müsstest du meine Tochter fragen, wie sie ihre Mutter empfindet. Ich würde unser Verhältnis als etwas ganz Besonderes beschreiben, weil ich eben deutliche Unterschiede zu anderen Familien mit Kindern sehe, die beste Rückmeldung ist für mich allerdings nach wie vor ihr Zutrauen in mich, mir Dinge zu erzählen, von denen ich heute noch träume, dass ich jemals den Mut gehabt hätte, so mit meiner Mutter zu sprechen.
> Dann würde ich nämlich lieber auf Kinder
> verzichten!
Gerade Menschen wie du, die sich schon vor einer Schwangerschaft solche Gedanken machen, sind sehr offen dafür, neue Wege zu beschreiten. Ob du dir alleine ein Konzept erarbeiten kannst, das weiß ich nicht. Ich hätte das damals nicht gekonnt. Vor allen Dingen kommen natürlich auch noch immer Faktoren hinzu, die du vorher nicht berücksichtigen kannst. Hast du ein eher introvertiertes Kind, dann musst du mit dem anders umgehen als mit nem Kleinen, der Fuchs und Hase als Freunde begrüßt ;-). Das ist ein Lernprozess in dem Maße, in dem das Kleine groß wird. Auch du lernst immer wieder dazu, du musst nur bereit dafür sein. Es gibt ausgesprochen gute Literatur zu diesen Themen, man muss sich das nicht alles reinziehen, manchmal hilft bereits ein kurzes Gespräch mit der Erzieherin im Kindergarten, oder wenn man mal nicht weiter weiß, kann man sich auch Hilfe bei einer Beratungsstelle im Jugendamt holen. Meine Mutter hätte sich noch heute das erste Mal mit nem Erziehungsratgeber auseinanderzusetzen und das ist es auch, was dich und mich von unseren Müttern unterscheidet. Wir denken nicht, dass wir alles richtig machen und nichts dazulernen müssen. Wir beschäftigen uns rechtzeitig damit, das ist mehr, als meine Mutter sich vorstellen kann. Als mein Mädchen damals 4 Wochen alt war, bekam ich zu hören "nicht zu rennen, wenn die Kleine schreit - die bekommt das ganz schnell raus, dass sie dich manipulieren kann" waren ihre Worte. Ich hab grad das Gegenteil davon gemacht (war wohl dann auch ne echte Trotzreaktion meinerseits ;-)) und wenn ich dir sage, dass ich mich kaum jemals erinnern kann, dass mein Kind gebrüllt oder geschrien hat, dann ist das wirklich die Wahrheit. Mein Kind war sehr früh schon so gefestigt, dass ich es morgens beim Aufwachen über das Babyphon bestimmt 20 Minuten brabbeln lassen konnte, ohne dass sich ängstliche Töne darunter gemischt hätten. Bei allen Voruntersuchungen, Einschulungsuntersuchungen, regelmäßigen Checkups wird und wurde meiner Tochter eine ungewöhnlich hohe emotionale Intelligenz bescheinigt - und man stelle sich vor, sie ist ein Einzelkind, denen man ja gerne allerlei Nachteile nachsagt ;-)
Hoffe nun, dass sich das nicht wie ein Lobgesang auf mich und meine Tochter anhört - stolz bin ich selbstverständlich ohne Ende, aber mehr auf sie als auf mich, weil ihre Lebensfreude und ihr Sozialverhalten die schönstmögliche Rückmeldung sind, die eine Mutter bekommen kann.
Und was ich auch gelernt habe ist, ihr trotz aller Liebe frühzeitig Raum zu geben, Raum, damit sie ihre eigenen Erfahrungen machen kann, ohne dass ich wie ein Klammeraffe an ihr hänge, aber doch genug, dass sie sich nicht vernachlässigt fühlt. Im Grunde genommen ist es gar nicht so schwer, Reden ist das A und O, zumindest aus meiner Sicht, solange man nicht sprachlos nebeneinander herlebt und Probleme ausgesprochen werden, können sie auch gemeinsam angegangen werden.
Solltest du nun denken, dass bei uns der Regenbogen der Harmonie 24 Stunden aufleuchtet, dann muss ich dir diese Illusion nehmen ;-) Wir diskutieren oft und gerne, manchmal zu meinen Gunsten, aber oft auch zu ihren Gunsten. Ihren Papa wickelt sie lässig um den Finger, bei der Mama gibt es "leider" Regeln und bei Nichteinhaltung immer Konsequenzen, dafür ist der Papa eher ein Bewegungsmuffel und ich rase nachmittags noch 2 Stunden mit ihr auf den Inlinern durch die Gegend. Auch ein Zeichen von Zuneigung und Liebe, wirklich etwas zu tun und nicht nur nen Geldschein rüberwachsen zu lassen (wobei der natürlich auch ganz gerne genommen wird ;-))
So sportkatze, was nimmst du daraus für dich mit? Mein Gefühl sagt mir, dass du über genügend Intelligenz verfügst, die Herausforderungen und Probleme zu erkennen und auch zu bewältigen. Wenn das nicht ganz ohne Hilfe gehen sollte, na und? Lieber helfen lassen als zu Tode geschüttelte Babies, oder halb verhungert und verwahrlost, oder körperlich und seelisch misshandelt. Einzelfälle? Beileibe nicht, leider.
An dem Verhalten unserer Mütter sehen wir beide, dass sie sich keinerlei Schuld bewusst sind, im Gegenteil, aus uns ist doch was geworden und das schreiben sie sich auf ihr Fähnlein. Dass ich erst etwas geworden bin als ich mich aus ihrem Dunstkreis lösen konnte, ignoriert sie geflissentlich. Übrigens hat mir meine Schwester erzählt, dass meine Mutter damals, als ich das erste Mal verheiratet war, zu ihr sagte "so dick wie DIE (also ich!) ist, da geht der Mann bestimmt fremd". Genau, er hat mich nämlich nicht wegen meines Charakters gern, sondern wegen meines Äusseren. Und damals wog ich bei 1,68 m ca. 72 kg. Aber so war das Leben von meiner Mutter schon immer: Oberflächlich - wer selbst so ist, traut anderen keinen Tiefgang zu.
Pause an dieser Stelle, sonst wird es einfach zuviel.
Wie stehst du denn nun zum Kinderkriegen und vor allen Dingen wann? Und wie würdest du in dieser Hinsicht deinen Mann einschätzen - autoritär, unsicher, lieber nur zuschauend bei der Erziehung? Das sind alles sehr wichtige Faktoren.
LG
BeLight
Nachricht bearbeitet (21.07.2009 21:21)

Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
> Ich möchte noch anmerken dass das was Deine Mutter Dir damit
> angetan hat dass Du Deinen Vater identifizieren musstest
> einfach nur schrecklich ist, mir fehlen absolut die Worte.
Das fanden selbst die Feuerwehrleute damals entsetzlich, mein damaliger Freund war bei der Freiw. FW, ich habe diese Menschen alle gekannt, das war wochenlang das Ortsgespräch, wie meine Mutter die Dramaqueen gespielt hat und ich dahin musste und mir das anschauen. Man bot mir aus Mitleid für mich sogar an, das zu verschieben, bis meine Mutter wieder "könne", aber damals war ich es bereits so gewohnt, die Aufpasser- und Beschützerrolle für meine Mutter zu spielen, dass ich wieder die "Starke" war. Das gipfelte dann noch zusätzlich darin, dass sie mich anschließend immer wieder fragte, ob ich auch richtig hingeschaut hätte und ich mir sicher sei, dass er es auch wäre. Zuletzt dachte ich an diesem Tag, ich dreh durch, ich war mir bei nichts mehr sicher, das war ein Tag, an dem ich das erste Mal verstand, was man meint, wenn man sagt, man hat "Grauen" - das hatte die Qualität eines Psychodramas.
> Ich
> frage mich immer wie man seinem Kind sowas nur antun kann? Ich
> bin doch die Mutter und ich muss mein Kind schützen und WILL es
> auch schützen, egal was ich dafür auf mich nehmen muss. So
> stelle ich mir das vor wenn man Kinder hat, das man sein Leben
> dafür geben würde.
Genau so soll es sein - das hat Null damit zu tun, dass man seine Kinder verhätschelt, ich nenne es Rückhalt und Rückgrat geben, ohne auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein, immer gut zuhören, hilfreich die Hand reichen ohne belehrend zu sein, aber auch eigene Erfahrungen machen lassen, Liebe bekunden (du würdest nicht glauben, wie wenige ihren Kindern in Worten sagen, dass sie sie lieben "das weiß mein Kind doch!", kommt meistens ganz entrüstet, wenn man die Leute fragt), aber auch konsequent sein und Grenzen setzen, die altersgerecht immer wieder angepasst werden müssen. Kinder großzuziehen ist wirklich Arbeit, aber für mich eine erfüllende Arbeit, nur lassen sehr viele ihre Kinder "nebenherlaufen". Bei uns im Ort kursiert der schale Witz, "wenn du was über dein eigenes Kind wissen willst, dann musst du BeLight fragen" - ich finde das nicht witzig, sondern traurig. Mir wurde schon viel anvertraut, was mich entsetzt, schon alleine deshalb, weil ich es grauenvoll finden würde, wenn meine Tochter dieses Vertrauen in mich nicht aufbringen würde, mir gravierende Vorfälle zu berichten. Ich rede da weder von Zickenkrieg auf dem Schulhof oder Gezanke auf dem Heimweg, sondern von Übergriffen, die massiv das Leben dieser Kinder beeinflussen.
> Warum sind unsere Mütter nicht so?
> Und die
> nächste Frage die mich beschäftigt. Werde ich zu meinen Kindern
> mal genauso sein wie meine Eltern zu mir, auch wenn ich das gar
> nicht will?
Zwei gefährliche Fragen an mich: Antwort eins, weil unsere Mütter es auch nicht besser erfahren haben und nie bereit waren, es besser zu machen.
Antwort zwei ist weitaus schwieriger, weil ich nicht weiß, wie offen ich das sagen darf. Ich entscheide mich für die direkte Version: Ich weiß leider auch aus den Gesprächen mit meiner Therapeutin und von vielen aktuellen Fällen, wo ich selbst mit Mädchen aus solchen Verhältnissen Kontakt habe, dass der Vorsatz, es ganz anders und viel besser zu machen eigentlich immer gegeben ist. ABER: Wie geht denn das - anders? Ich wusste das auch nicht und ich habe mir eingebildet, dass Liebe zu meinem Kind alleine nicht ausreicht. Für mich hat das gestimmt, ich habe praktisch über zwei Jahre gelernt, den Wunsch, mein Kind mit Halt und Rückgrat und Respekt aufzuziehen, tatsächlich in die Tat umzusetzen. Das war, bevor ich schwanger wurde - mein Verantwortungsbewusstsein hat mir gesagt, dass es zu spät wäre, damit zu warten, bis ich schon schwanger sei.
Was ich dann noch gemacht habe als ich schwanger wurde, war, dass ich mich schwangerschaftsbegleitend einmal im Monat einer psychologischen Schwangerschaftsgruppe angeschlossen habe - da waren viele "Fälle" so wie ich: schwierige Kindheit, dieses Nicht-Wissen, ob man diese Fehler auch machen würde ohne es zu wollen. In dieser Zeit habe ich viel gelernt, die Sicherheit und das Zutrauen in mich bekommen, nicht so zu sein und zu werden wie meine Mutter es mit mir gemacht hat. Natürlich ist auch das keine 100%-Garantie und in Wirklichkeit müsstest du meine Tochter fragen, wie sie ihre Mutter empfindet. Ich würde unser Verhältnis als etwas ganz Besonderes beschreiben, weil ich eben deutliche Unterschiede zu anderen Familien mit Kindern sehe, die beste Rückmeldung ist für mich allerdings nach wie vor ihr Zutrauen in mich, mir Dinge zu erzählen, von denen ich heute noch träume, dass ich jemals den Mut gehabt hätte, so mit meiner Mutter zu sprechen.
> Dann würde ich nämlich lieber auf Kinder
> verzichten!
Gerade Menschen wie du, die sich schon vor einer Schwangerschaft solche Gedanken machen, sind sehr offen dafür, neue Wege zu beschreiten. Ob du dir alleine ein Konzept erarbeiten kannst, das weiß ich nicht. Ich hätte das damals nicht gekonnt. Vor allen Dingen kommen natürlich auch noch immer Faktoren hinzu, die du vorher nicht berücksichtigen kannst. Hast du ein eher introvertiertes Kind, dann musst du mit dem anders umgehen als mit nem Kleinen, der Fuchs und Hase als Freunde begrüßt ;-). Das ist ein Lernprozess in dem Maße, in dem das Kleine groß wird. Auch du lernst immer wieder dazu, du musst nur bereit dafür sein. Es gibt ausgesprochen gute Literatur zu diesen Themen, man muss sich das nicht alles reinziehen, manchmal hilft bereits ein kurzes Gespräch mit der Erzieherin im Kindergarten, oder wenn man mal nicht weiter weiß, kann man sich auch Hilfe bei einer Beratungsstelle im Jugendamt holen. Meine Mutter hätte sich noch heute das erste Mal mit nem Erziehungsratgeber auseinanderzusetzen und das ist es auch, was dich und mich von unseren Müttern unterscheidet. Wir denken nicht, dass wir alles richtig machen und nichts dazulernen müssen. Wir beschäftigen uns rechtzeitig damit, das ist mehr, als meine Mutter sich vorstellen kann. Als mein Mädchen damals 4 Wochen alt war, bekam ich zu hören "nicht zu rennen, wenn die Kleine schreit - die bekommt das ganz schnell raus, dass sie dich manipulieren kann" waren ihre Worte. Ich hab grad das Gegenteil davon gemacht (war wohl dann auch ne echte Trotzreaktion meinerseits ;-)) und wenn ich dir sage, dass ich mich kaum jemals erinnern kann, dass mein Kind gebrüllt oder geschrien hat, dann ist das wirklich die Wahrheit. Mein Kind war sehr früh schon so gefestigt, dass ich es morgens beim Aufwachen über das Babyphon bestimmt 20 Minuten brabbeln lassen konnte, ohne dass sich ängstliche Töne darunter gemischt hätten. Bei allen Voruntersuchungen, Einschulungsuntersuchungen, regelmäßigen Checkups wird und wurde meiner Tochter eine ungewöhnlich hohe emotionale Intelligenz bescheinigt - und man stelle sich vor, sie ist ein Einzelkind, denen man ja gerne allerlei Nachteile nachsagt ;-)
Hoffe nun, dass sich das nicht wie ein Lobgesang auf mich und meine Tochter anhört - stolz bin ich selbstverständlich ohne Ende, aber mehr auf sie als auf mich, weil ihre Lebensfreude und ihr Sozialverhalten die schönstmögliche Rückmeldung sind, die eine Mutter bekommen kann.
Und was ich auch gelernt habe ist, ihr trotz aller Liebe frühzeitig Raum zu geben, Raum, damit sie ihre eigenen Erfahrungen machen kann, ohne dass ich wie ein Klammeraffe an ihr hänge, aber doch genug, dass sie sich nicht vernachlässigt fühlt. Im Grunde genommen ist es gar nicht so schwer, Reden ist das A und O, zumindest aus meiner Sicht, solange man nicht sprachlos nebeneinander herlebt und Probleme ausgesprochen werden, können sie auch gemeinsam angegangen werden.
Solltest du nun denken, dass bei uns der Regenbogen der Harmonie 24 Stunden aufleuchtet, dann muss ich dir diese Illusion nehmen ;-) Wir diskutieren oft und gerne, manchmal zu meinen Gunsten, aber oft auch zu ihren Gunsten. Ihren Papa wickelt sie lässig um den Finger, bei der Mama gibt es "leider" Regeln und bei Nichteinhaltung immer Konsequenzen, dafür ist der Papa eher ein Bewegungsmuffel und ich rase nachmittags noch 2 Stunden mit ihr auf den Inlinern durch die Gegend. Auch ein Zeichen von Zuneigung und Liebe, wirklich etwas zu tun und nicht nur nen Geldschein rüberwachsen zu lassen (wobei der natürlich auch ganz gerne genommen wird ;-))
So sportkatze, was nimmst du daraus für dich mit? Mein Gefühl sagt mir, dass du über genügend Intelligenz verfügst, die Herausforderungen und Probleme zu erkennen und auch zu bewältigen. Wenn das nicht ganz ohne Hilfe gehen sollte, na und? Lieber helfen lassen als zu Tode geschüttelte Babies, oder halb verhungert und verwahrlost, oder körperlich und seelisch misshandelt. Einzelfälle? Beileibe nicht, leider.
An dem Verhalten unserer Mütter sehen wir beide, dass sie sich keinerlei Schuld bewusst sind, im Gegenteil, aus uns ist doch was geworden und das schreiben sie sich auf ihr Fähnlein. Dass ich erst etwas geworden bin als ich mich aus ihrem Dunstkreis lösen konnte, ignoriert sie geflissentlich. Übrigens hat mir meine Schwester erzählt, dass meine Mutter damals, als ich das erste Mal verheiratet war, zu ihr sagte "so dick wie DIE (also ich!) ist, da geht der Mann bestimmt fremd". Genau, er hat mich nämlich nicht wegen meines Charakters gern, sondern wegen meines Äusseren. Und damals wog ich bei 1,68 m ca. 72 kg. Aber so war das Leben von meiner Mutter schon immer: Oberflächlich - wer selbst so ist, traut anderen keinen Tiefgang zu.
Pause an dieser Stelle, sonst wird es einfach zuviel.
Wie stehst du denn nun zum Kinderkriegen und vor allen Dingen wann? Und wie würdest du in dieser Hinsicht deinen Mann einschätzen - autoritär, unsicher, lieber nur zuschauend bei der Erziehung? Das sind alles sehr wichtige Faktoren.
LG
BeLight
Nachricht bearbeitet (21.07.2009 21:21)

Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
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Re: @belight 22. Juli 2009 09:41 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 496 |
Liege Belight,
puh, ich hab schon geahnt dass sowas kommt. Allein die guten Vorsätze werden nicht reichen. Meine Mutter hat oft gesagt dass es mir ja so gut geht im Gegensatz zu ihr früher, sie hatte keine schöne Kindheit. Wahrscheinlich kann man es dann nicht besser machen wenn man sich nicht intensiv damit auseinandersetzt. Ich hätte sehr gerne Kinder, noch nicht sofort, aber vielleicht so in 2-3 Jahren, ich möchte halt gut drauf vorbereitet sein. Mein Mann möchte auch sehr gerne Kinder, über den ungefähren Zeitpunkt sind wir uns einig. Mein Mann hat eine Schwester, die immer bevorzugt wurde, ich glaube bei ihm wäre die größte Gefahr dass er wenn wir zwei Kinder hätten (ein Junge und ein Mädchen) das Mädchen ebenfalls "schonender" erziehen und bevorzugen würde, so wie es bei ihm in der Familie war. Schon komisch, er hat es selber schmerzlich erfahren müssen immer die zweite Geige zu spielen und viel grober behandelt zu werden, tendiert aber selbst auch dazu, einen Jungen strenger zu erziehen als ein Mädchen. Wir können da aber ganz gut darüber reden und da werden auch noch viele Gespräche folgen, er hatte am Anfang ziemliche Probleme das offen zuzugeben (dass ihm das weh getan hat), mittlerweile lässt er da aber von selber ziemlich viel raus und ich merke auch dass ihm das gut tut. Grundsätzlich sind wir beide der Meinung dass man einem Kind (egal welches Geschlecht) klare Regeln und Grenzen aufzeigen muss, das Kind aber trotzdem zu jedem Zeitpunkt seines Lebens spüren muss dass es geliebt wird, egal was es macht. Ich möchte mein Kind nicht verhätscheln, mein Kind soll lernen auf eigenen Beinen zu stehen, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen usw. aber mein Kind soll auch immer wissen, das die Mama und der Papa hinter ihm stehen und ihn lieben so wie es ist, mit allen Stärken und Schwächen. Wenn wir das hinkriegen würden, wären wir echt glücklich.
Ich fange schön langsam einzusehen dass ich meine Mutter nicht ändern kann, sie ist einfach so und das muss ich akzeptieren. Ich muss nur für mich selber einen geeigneten Weg finden damit umzugehen. Evtl. wäre es dann doch an der Zeit eine Gesprächstherapie zu machen. Ich versuche zwar nichts zu verdrängen und mich aktiv damit auseinanderzusetzen, aber mit professioneller Hilfe wäre es vielleicht dann doch besser.
Auch Deine Aussage dass ich meinem Vater nicht erklären muss warum ich das damals so gemacht habe hat mir sehr geholfen und ich muss weiter in diese Richtung denken. Es ist nämlich in der Tat so dass ich immer denke ich müsste ihm erklären warum ich so gehandelt habe und wenn mal der Tag X kommt an dem ich es nicht mehr kann weil er tot ist mache ich mir Vorwürfe, das ist die primäre Angst die mich ab und an heimsucht. Das ist auch der einzige Grund warum ich noch diesen Funken Interesse an einem Kontakt habe, um ihm dies zu erklären. Ansonsten wüsste ich nicht was ich groß mit ihm reden, unternehmen sollte. Wir haben uns nichts zu sagen. Ihm ist es ja auch egal was mit mir passiert. Wenn ich damals allein auf der Straße gesessen hätte wäre es ihm auch egal gewesen.
Lg Sportkatze
26 Jahre alt
1,70 m groß

puh, ich hab schon geahnt dass sowas kommt. Allein die guten Vorsätze werden nicht reichen. Meine Mutter hat oft gesagt dass es mir ja so gut geht im Gegensatz zu ihr früher, sie hatte keine schöne Kindheit. Wahrscheinlich kann man es dann nicht besser machen wenn man sich nicht intensiv damit auseinandersetzt. Ich hätte sehr gerne Kinder, noch nicht sofort, aber vielleicht so in 2-3 Jahren, ich möchte halt gut drauf vorbereitet sein. Mein Mann möchte auch sehr gerne Kinder, über den ungefähren Zeitpunkt sind wir uns einig. Mein Mann hat eine Schwester, die immer bevorzugt wurde, ich glaube bei ihm wäre die größte Gefahr dass er wenn wir zwei Kinder hätten (ein Junge und ein Mädchen) das Mädchen ebenfalls "schonender" erziehen und bevorzugen würde, so wie es bei ihm in der Familie war. Schon komisch, er hat es selber schmerzlich erfahren müssen immer die zweite Geige zu spielen und viel grober behandelt zu werden, tendiert aber selbst auch dazu, einen Jungen strenger zu erziehen als ein Mädchen. Wir können da aber ganz gut darüber reden und da werden auch noch viele Gespräche folgen, er hatte am Anfang ziemliche Probleme das offen zuzugeben (dass ihm das weh getan hat), mittlerweile lässt er da aber von selber ziemlich viel raus und ich merke auch dass ihm das gut tut. Grundsätzlich sind wir beide der Meinung dass man einem Kind (egal welches Geschlecht) klare Regeln und Grenzen aufzeigen muss, das Kind aber trotzdem zu jedem Zeitpunkt seines Lebens spüren muss dass es geliebt wird, egal was es macht. Ich möchte mein Kind nicht verhätscheln, mein Kind soll lernen auf eigenen Beinen zu stehen, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen usw. aber mein Kind soll auch immer wissen, das die Mama und der Papa hinter ihm stehen und ihn lieben so wie es ist, mit allen Stärken und Schwächen. Wenn wir das hinkriegen würden, wären wir echt glücklich.
Ich fange schön langsam einzusehen dass ich meine Mutter nicht ändern kann, sie ist einfach so und das muss ich akzeptieren. Ich muss nur für mich selber einen geeigneten Weg finden damit umzugehen. Evtl. wäre es dann doch an der Zeit eine Gesprächstherapie zu machen. Ich versuche zwar nichts zu verdrängen und mich aktiv damit auseinanderzusetzen, aber mit professioneller Hilfe wäre es vielleicht dann doch besser.
Auch Deine Aussage dass ich meinem Vater nicht erklären muss warum ich das damals so gemacht habe hat mir sehr geholfen und ich muss weiter in diese Richtung denken. Es ist nämlich in der Tat so dass ich immer denke ich müsste ihm erklären warum ich so gehandelt habe und wenn mal der Tag X kommt an dem ich es nicht mehr kann weil er tot ist mache ich mir Vorwürfe, das ist die primäre Angst die mich ab und an heimsucht. Das ist auch der einzige Grund warum ich noch diesen Funken Interesse an einem Kontakt habe, um ihm dies zu erklären. Ansonsten wüsste ich nicht was ich groß mit ihm reden, unternehmen sollte. Wir haben uns nichts zu sagen. Ihm ist es ja auch egal was mit mir passiert. Wenn ich damals allein auf der Straße gesessen hätte wäre es ihm auch egal gewesen.
Lg Sportkatze
26 Jahre alt
1,70 m groß

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Re: @belight 22. Juli 2009 09:44 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 496 |
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Re: @belight 22. Juli 2009 18:11 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 1.539 |
Sportkatze83 schrieb:
> ich meine natürlich Liebe belight :-)
>
"Liege BeLight" hört sich nach einem Aktionsangebot beim allseits bekannten Discounter an - lol
"Kaufen Sie unsere schlanke Liege zum einmaligen Vorzugspreis von ...Euro"
- schön, dass wir unseren Humor nicht verlieren sportkatze :-) :-) :-)
LG
BeLight

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> ich meine natürlich Liebe belight :-)
>
"Liege BeLight" hört sich nach einem Aktionsangebot beim allseits bekannten Discounter an - lol
"Kaufen Sie unsere schlanke Liege zum einmaligen Vorzugspreis von ...Euro"
- schön, dass wir unseren Humor nicht verlieren sportkatze :-) :-) :-)
LG
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Re: @belight 22. Juli 2009 19:48 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 1.539 |
Hi sportkatze,
das war gestern zu allgemein, was ich dir da geschrieben habe. Ich habe dein ursprüngliches Anliegen, welche zwiespältigen Gefühle du momentan für deine Mutter hegst, vernachlässigt.
Ich könnte mir folgendes für dich vorstellen: Formuliere erst mal für dich auf einem Stück Papier das Anliegen/die Frage/das Problem, das dir am meisten auf der Seele brennt. Lass uns als Beispiel die Frage an deine Mum nehmen, warum du als Prellbock herhalten musstest.
Nun geht es ja gar nicht darum, deine Mutter zum Sündenbock zu machen, sie bloßzustellen oder anzugreifen, sondern vielmehr darum, Gründe für dieses Verhalten, welches sie zugelassen hat, zu finden.
So könnte es ablaufen: (S = sportkatze, M = Mutter)
S: Mama, mir liegt da was auf der Seele, was ich gerne in Ruhe mit dir besprechen möchte - wann hast du denn Zeit für mich?
M: Um was geht's denn, Kind?
S: Du weißt ja, dass wir (dein Mann und du) auch mal Kinder haben wollen und mich bewegt zunehmend die Frage, wie wir verhindern können, dass unseren Kindern nicht dasselbe geschieht wie mir damals.
M: (nun kommt es sehr auf ihre Reaktion an sportkatze)
-Wieso, was ist dir denn passiert?
- Wie meinst du DAS denn?
- Laß uns den alten Kakao nicht wieder aufwärmen, du WEISST doch, wie DEIN VATER war/ist.
Auf die ersten beiden Fragen kannst du dann mit folgendem reagieren:
(Auf die letzte Aussage kannst du sagen, dass es nicht um deinen Vater geht, sondern um dich!)
Dein Ziel muss es sein, dass du deiner Mutter gegenüber nur DEINE Gefühle beschreibst, wie du dich damals gefühlt hast, was in dir vorgegangen ist, dass du dich heute fragst, wieso du diejenige warst, die sich dazwischen geworfen hat. Es ist für deine Mutter sehr viel schwieriger, aus der Haut zu fahren, wenn du nicht sie angreifst sondern wenn du über dich redest. Nimm dir auch nur einen Gesprächspunkt vor, wie z.Bsp. das von mir beschriebene Szenario und behalte die Gesprächsführung. Begründe deine Fragen immer wieder damit, dass du deine eigenen Kinder niemals solchen Situationen aussetzen willst und wie du das verhindern kannst. Es wird nicht harmlos ablaufen, aber anders als gewohnt. In der Regel macht man dem anderen nämlich gezielte Vorwürfe, die nur dazu führen, dass man sich nach kurzer Zeit anbrüllt und mit Hässlichkeiten tituliert. Komm immer wieder auf die Ausgangsfrage zurück, frag ruhig auch mal nach, wie sie sich bei deinen Fragen fühlt, aber bleib bitte ruhig. Mich würde interessieren, ob du dich traust, so ein Gespräch mit deiner Mutter zu führen. Alleine dafür hab ich bestimmt 10 Therapiestunden gebraucht, um mir überhaupt vorstellen zu können, meine Mutter, die sich jahrelang auf einen Thron gestellt hat und unantastbar war, mit Fragen oder Gefühlen zu konfrontieren, die sicherlich auch an ihr gekratzt haben.
Auf was du aufpassen musst, ist, wenn sie Zustimmung für ihr Verhalten damals haben will. Man neigt dazu, seiner Mutter nicht zu widersprechen, bzw. "um sie zu beruhigen", ihr zuzustimmen. Da musst du dir die Zunge abbeißen sportkatze, Schweigen kann ganz schön unangenehm werden und das muss man aushalten können. Wenn du schweigst, dann entsprichst du sicherlich wieder nicht ihren Erwartungen, weil sie das nicht von dir gewohnt ist. Für sie wird es dann auch unangenehm und wenn alles normal läuft, versucht sie sich um Kopf und Kragen zu reden, um ihr Verhalten zu rechtfertigen. Vielleicht ist das dann der Zeitpunkt, wo du ihr sagst, dass du nun erst mal Ruhe brauchst, um über das Gehörte nachzudenken, dich bei ihr für ihre Aufmerksamkeit bedankst und dann aber auch gehst.
Meine Mutter hat mir direkt nie gesagt, was ich nun über einige Bekannte schon öfters zu hören bekommen habe: Sie hätte richtig Respekt vor mir bekommen, ich sei so anders, so bestimmt. Das ist für mich ein tolles Lob, auch wenn sie mich damit wahrscheinlich gar nicht loben will.
Ich will meiner Mutter nichts Böses und du deiner sicher auch nicht, aber ich bin auch sehr froh, über dieses Stadium der "Heldenverehrung" und "Unantastbarkeit der Mutter" weg zu sein.
Von dir ist das alles viel verlangt, das weiß ich, ich hab das erst mit Ende 30 geschafft, vorerst den Schlussstrich zu ziehen, dann kamen aber erst meine schlechten Jahre und seit weniger als 3 Jahren kann ich sagen, das Verhältnis zu meiner Zufriedenheit gelöst zu haben. Den Traum einer liebevollen Mutter-Kind-Beziehung habe ich für mich (bei meiner Mutter) vor ein paar Jahren zu den Akten gelegt und heute empfinde ich einfach so etwas wie ruhige Gelassenheit - aber damit kann ich sehr gut leben.
Du sagst, du kannst deine Mutter nicht ändern, das ist richtig. Aber du kannst für Veränderung sorgen, indem du dich anders verhältst als sonst und damit muss sie auch zurechtkommen.
Bezüglich deines Vaters würde ich dir gerne vorschlagen, die Gefühle die dich bewegen, in einem Brief zu formulieren, damit nimmst du dir erstmal den Druck zu denken, dir wären die Hände gebunden, weil er dich nicht zu einem Gespräch an sich heranlässt. Schlaf dann ein paar Nächte drüber, bis du dich entscheidest, den Brief abzusenden. Ich würde das per Einschreiben machen, schon alleine um sicher zu sein, dass er ihn auch erhalten hat. Vielleicht ist er doch neugierig drauf, was ihm seine Tochter zu sagen hat. Vermeide jegliche Art von Entschuldigung oder Rechtfertigung, formuliere lieber in der Art, dass du dich, je älter dass du wirst, immer mehr fragst, wie du so für die Zwecke deiner Eltern mißbraucht werden konntest.
Mit dem Grips ist das tatsächlich so eine Sache, mein Erzeuger hätte auch nicht kapiert, was ich von ihm will, aber einen Versuch ist es wert.
Abschließend möchte ich dir heute sagen, dass ich die selbe verzweifelte Hoffnung aus deinen Zeilen spüre wie ich sie damals in mir getragen habe. Das Kind in mir wollte so gerne heile Welt zurückholen, wo nie welche war. Das bedeutet aber, das Elend aufzuschieben. Du bist schon sehr viel weiter mit deinen Gedanken, als ich damals war. Nur das Gefühl der Schuld musst du dringend ablegen und gerade dafür würde ich dir ein paar Therapiestunden ans Herz legen.
Den Anfang zu machen ist das Schwierigste - aber denk drüber nach, ob du nicht nach gründlicher Vorbereitung (und vielleicht Probe vor dem Spiegel) als erstes das Gespräch mit deiner Mutter suchst - und immer daran denken - RUHIG BLEIBEN, keine Angriffsfläche bieten, das würde zu noch viel mehr Verletzungen führen, da bin ich mir relativ sicher.
Warum ich dir das alles rate? Damit dein Kind nicht später in einem Forum solche Dinge über ihre Kindheit schreiben muss wie du. Dafür hab ich es damals auch gemacht - für mein Kind und nicht, um meiner Mutter eins auszuwischen.
Einen schönen Abend wünsch ich dir sportkatze und auch wenn sichs vielleicht komisch anhört, ich denk an dich.
Liebe Grüße
BeLight

Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
das war gestern zu allgemein, was ich dir da geschrieben habe. Ich habe dein ursprüngliches Anliegen, welche zwiespältigen Gefühle du momentan für deine Mutter hegst, vernachlässigt.
Ich könnte mir folgendes für dich vorstellen: Formuliere erst mal für dich auf einem Stück Papier das Anliegen/die Frage/das Problem, das dir am meisten auf der Seele brennt. Lass uns als Beispiel die Frage an deine Mum nehmen, warum du als Prellbock herhalten musstest.
Nun geht es ja gar nicht darum, deine Mutter zum Sündenbock zu machen, sie bloßzustellen oder anzugreifen, sondern vielmehr darum, Gründe für dieses Verhalten, welches sie zugelassen hat, zu finden.
So könnte es ablaufen: (S = sportkatze, M = Mutter)
S: Mama, mir liegt da was auf der Seele, was ich gerne in Ruhe mit dir besprechen möchte - wann hast du denn Zeit für mich?
M: Um was geht's denn, Kind?
S: Du weißt ja, dass wir (dein Mann und du) auch mal Kinder haben wollen und mich bewegt zunehmend die Frage, wie wir verhindern können, dass unseren Kindern nicht dasselbe geschieht wie mir damals.
M: (nun kommt es sehr auf ihre Reaktion an sportkatze)
-Wieso, was ist dir denn passiert?
- Wie meinst du DAS denn?
- Laß uns den alten Kakao nicht wieder aufwärmen, du WEISST doch, wie DEIN VATER war/ist.
Auf die ersten beiden Fragen kannst du dann mit folgendem reagieren:
(Auf die letzte Aussage kannst du sagen, dass es nicht um deinen Vater geht, sondern um dich!)
Dein Ziel muss es sein, dass du deiner Mutter gegenüber nur DEINE Gefühle beschreibst, wie du dich damals gefühlt hast, was in dir vorgegangen ist, dass du dich heute fragst, wieso du diejenige warst, die sich dazwischen geworfen hat. Es ist für deine Mutter sehr viel schwieriger, aus der Haut zu fahren, wenn du nicht sie angreifst sondern wenn du über dich redest. Nimm dir auch nur einen Gesprächspunkt vor, wie z.Bsp. das von mir beschriebene Szenario und behalte die Gesprächsführung. Begründe deine Fragen immer wieder damit, dass du deine eigenen Kinder niemals solchen Situationen aussetzen willst und wie du das verhindern kannst. Es wird nicht harmlos ablaufen, aber anders als gewohnt. In der Regel macht man dem anderen nämlich gezielte Vorwürfe, die nur dazu führen, dass man sich nach kurzer Zeit anbrüllt und mit Hässlichkeiten tituliert. Komm immer wieder auf die Ausgangsfrage zurück, frag ruhig auch mal nach, wie sie sich bei deinen Fragen fühlt, aber bleib bitte ruhig. Mich würde interessieren, ob du dich traust, so ein Gespräch mit deiner Mutter zu führen. Alleine dafür hab ich bestimmt 10 Therapiestunden gebraucht, um mir überhaupt vorstellen zu können, meine Mutter, die sich jahrelang auf einen Thron gestellt hat und unantastbar war, mit Fragen oder Gefühlen zu konfrontieren, die sicherlich auch an ihr gekratzt haben.
Auf was du aufpassen musst, ist, wenn sie Zustimmung für ihr Verhalten damals haben will. Man neigt dazu, seiner Mutter nicht zu widersprechen, bzw. "um sie zu beruhigen", ihr zuzustimmen. Da musst du dir die Zunge abbeißen sportkatze, Schweigen kann ganz schön unangenehm werden und das muss man aushalten können. Wenn du schweigst, dann entsprichst du sicherlich wieder nicht ihren Erwartungen, weil sie das nicht von dir gewohnt ist. Für sie wird es dann auch unangenehm und wenn alles normal läuft, versucht sie sich um Kopf und Kragen zu reden, um ihr Verhalten zu rechtfertigen. Vielleicht ist das dann der Zeitpunkt, wo du ihr sagst, dass du nun erst mal Ruhe brauchst, um über das Gehörte nachzudenken, dich bei ihr für ihre Aufmerksamkeit bedankst und dann aber auch gehst.
Meine Mutter hat mir direkt nie gesagt, was ich nun über einige Bekannte schon öfters zu hören bekommen habe: Sie hätte richtig Respekt vor mir bekommen, ich sei so anders, so bestimmt. Das ist für mich ein tolles Lob, auch wenn sie mich damit wahrscheinlich gar nicht loben will.
Ich will meiner Mutter nichts Böses und du deiner sicher auch nicht, aber ich bin auch sehr froh, über dieses Stadium der "Heldenverehrung" und "Unantastbarkeit der Mutter" weg zu sein.
Von dir ist das alles viel verlangt, das weiß ich, ich hab das erst mit Ende 30 geschafft, vorerst den Schlussstrich zu ziehen, dann kamen aber erst meine schlechten Jahre und seit weniger als 3 Jahren kann ich sagen, das Verhältnis zu meiner Zufriedenheit gelöst zu haben. Den Traum einer liebevollen Mutter-Kind-Beziehung habe ich für mich (bei meiner Mutter) vor ein paar Jahren zu den Akten gelegt und heute empfinde ich einfach so etwas wie ruhige Gelassenheit - aber damit kann ich sehr gut leben.
Du sagst, du kannst deine Mutter nicht ändern, das ist richtig. Aber du kannst für Veränderung sorgen, indem du dich anders verhältst als sonst und damit muss sie auch zurechtkommen.
Bezüglich deines Vaters würde ich dir gerne vorschlagen, die Gefühle die dich bewegen, in einem Brief zu formulieren, damit nimmst du dir erstmal den Druck zu denken, dir wären die Hände gebunden, weil er dich nicht zu einem Gespräch an sich heranlässt. Schlaf dann ein paar Nächte drüber, bis du dich entscheidest, den Brief abzusenden. Ich würde das per Einschreiben machen, schon alleine um sicher zu sein, dass er ihn auch erhalten hat. Vielleicht ist er doch neugierig drauf, was ihm seine Tochter zu sagen hat. Vermeide jegliche Art von Entschuldigung oder Rechtfertigung, formuliere lieber in der Art, dass du dich, je älter dass du wirst, immer mehr fragst, wie du so für die Zwecke deiner Eltern mißbraucht werden konntest.
Mit dem Grips ist das tatsächlich so eine Sache, mein Erzeuger hätte auch nicht kapiert, was ich von ihm will, aber einen Versuch ist es wert.
Abschließend möchte ich dir heute sagen, dass ich die selbe verzweifelte Hoffnung aus deinen Zeilen spüre wie ich sie damals in mir getragen habe. Das Kind in mir wollte so gerne heile Welt zurückholen, wo nie welche war. Das bedeutet aber, das Elend aufzuschieben. Du bist schon sehr viel weiter mit deinen Gedanken, als ich damals war. Nur das Gefühl der Schuld musst du dringend ablegen und gerade dafür würde ich dir ein paar Therapiestunden ans Herz legen.
Den Anfang zu machen ist das Schwierigste - aber denk drüber nach, ob du nicht nach gründlicher Vorbereitung (und vielleicht Probe vor dem Spiegel) als erstes das Gespräch mit deiner Mutter suchst - und immer daran denken - RUHIG BLEIBEN, keine Angriffsfläche bieten, das würde zu noch viel mehr Verletzungen führen, da bin ich mir relativ sicher.
Warum ich dir das alles rate? Damit dein Kind nicht später in einem Forum solche Dinge über ihre Kindheit schreiben muss wie du. Dafür hab ich es damals auch gemacht - für mein Kind und nicht, um meiner Mutter eins auszuwischen.
Einen schönen Abend wünsch ich dir sportkatze und auch wenn sichs vielleicht komisch anhört, ich denk an dich.
Liebe Grüße
BeLight

Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
|
So soll es sein :-) 23. Juli 2009 07:30 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 1.539 |
Guten Morgen sportkatze,
passt sehr gut zu unserem Thema hier:
gestern nacht hab ich was Interessantes im TV angeschaut, es hieß "kleine Eroberer - wie Babys die Welt entdecken" :-) Die Kernaussage war:
"Die sprachliche Kontaktaufnahme ist der Anfang allen Begreifens. Wichtig für alle Lernerfolge sind eine sichere Bindung, emotionale Nähe und viel Zuwendung". "Lernen kommt durch Liebe", so Filmemacherin Doris Metz.
Das ist es, wovon wir heute träumen, es doch auch so erfahren zu haben, leider war dem nicht so - trotzdem spüren wir, dass es das Richtige ist, nun muss man nur schauen, dieses Kunststück hinzubekommen. Nicht ganz leicht, aber keinesfalls unmöglich.
LG
BeLight

Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
passt sehr gut zu unserem Thema hier:
gestern nacht hab ich was Interessantes im TV angeschaut, es hieß "kleine Eroberer - wie Babys die Welt entdecken" :-) Die Kernaussage war:
"Die sprachliche Kontaktaufnahme ist der Anfang allen Begreifens. Wichtig für alle Lernerfolge sind eine sichere Bindung, emotionale Nähe und viel Zuwendung". "Lernen kommt durch Liebe", so Filmemacherin Doris Metz.
Das ist es, wovon wir heute träumen, es doch auch so erfahren zu haben, leider war dem nicht so - trotzdem spüren wir, dass es das Richtige ist, nun muss man nur schauen, dieses Kunststück hinzubekommen. Nicht ganz leicht, aber keinesfalls unmöglich.
LG
BeLight

Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
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Re: So soll es sein :-) 23. Juli 2009 10:59 | Registrierungsdatum: 9 Jahre zuvor Beiträge: 496 |
Guten Morgen liebe Belight,
neeein, heute nicht "Liege Belight", wir wollen ja nicht dass Dich unser Lieblingsdiscounter unter Wert verschnalzt :-).
Ich danke Dir einmal wieder für Deine ausführliche Antwort. Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum. Ich wollte schwanger werden und wurde es auch und als ich es dann war wollte ich es wieder loswerden, mich hat total die Panik gepackt und ich hab mich mit dem Gefühl schwanger zu sein sowas von unwohl gefühlt. Anscheinend bin ich da grad ziemlich am arbeiten unterbewusst.
Wenn es Dir fei zu viel wird meine "private Forumspsychologin" zu spielen musst Du es bitte sagen, ich will hier niemanden etwas aufbürden und ihn mit meinen Problemen belasten. Wobei ich natürlich aus Deinen Schilderungen schon einiges für mich mitnehmen kann, da Du den Weg bereits erfolgreich beschritten hast, den ich noch zu beschreiten habe.
Nochmal zu meiner Mutter:
Ich habe schon einmal ganz direkt zu ihr gesagt dass ich mich nicht hätte in die Sache mit reinziehen lassen und schon viel eher meine Sachen packen hätte sollen. Ihr Kommentar darauf war "dann wäre aber ICH heute immer noch in dem Elend gefangen".
Die zweite Sache die ich ihr schon mal direkt gesagt habe war, als sie bei Bekannten erzählt hat sie hätte alles so gut geregelt und mich bis zum Schluss ins Erwachsenwerden begleitet, habe ich gemeint "hauptsache ich habe mich immer mit meinem Vater auseinandergesetzt und Du hast Dich versteckt". Ihre Aussage darauf war "ICH hatte halt Angst dass er MIR auch noch was tut". Also ihre Sichtweise ist anscheinend, lieber tut er nur der Tochter was als wenn er uns beiden was angetan hätte.
Wie Du siehst, es hat zwar noch kein direktes Gespräch stattgefunden wie Du es vorgeschlagen hast aber ich habe meine zwei Hauptbeweggründe schon direkt bei ihr angebracht und Du siehst ja die Reaktion. Sie ist auf sich fixiert und sieht meine Not nicht.
Ein solches Gespräch wie Du es vorgeschlagen hast würde mich auf jeden Fall einiges an Überwindung kosten. Ich würde es vielleicht auf mich nehmen wenn ich wirklich erkennen kann dass es was bringen würde. Nur befürchte ich, dass dieses Gespräch (auch wenn es nicht im Streit endet) nur pure Enttäuschung bei ihr auslösen würde gekoppelt mit dem Vorwurf "Du hast es doch immer gut gehabt und das ist jetzt der Dank".
Ich will meiner Mutter nichts böses, ich will dass es ihr gut geht, nur das Mutter-Tochter-Verhältnis gibt es in meinen Augen schon lange nicht mehr, auch die "besten Freundinnen" gibt es bei mir nicht. Ich habe kein Verlangen danach stundenlange Gespräche über IHRE Welt mit ihr zu führen. Ich gehe ans Telefon wenn sie anruft und ich gebe ab und an den Einladungen von ihr nach (mein Mann mag sie nicht, geht aber auch höflichkeitshalber ab und an mit) und das wars dann auch schon.
Zu meinem Vater:
einen Brief an ihn abschicken kommt nicht in Frage. Den zeigt er nämlich dann stolz überall in seinem Freundeskreis und bei seinen Verwandten rum um zu sagen "schau, meine blöde Tochter kommt wieder angekrochen". Selbst wenn ich keine Schuldbekenntisse und Entschuldigungen reinschreibe, für ihn ist es immer das ankriechen, das macht wohl die fehlende Intelligenz, er weiß es einfach nicht besser. Ich habe mal mit ihm telefoniert, das ist aber schon Jahre her, da hab ich auch gesagt dass es blöd war wie es gelaufen ist und dass sie es unter sich hätten regeln sollen, ich war da der falsche Ansprechpartner. Das verstand er dann auch als Ankriechen, ich wolle mir ja nur mein Erbe sichern etc.
Das kann ich einfach nicht, nur der Gedanke daran dass er meinen Brief dann rumzeigt, den pack ich nicht. Ich kann zwar einen Brief schreiben um mich selbst zu erleichtern (das mache ich übrigens öfter wenn mich was bedrückt), aber abschicken werd ich ihn niemals.
Lg
Sportkatze
Lg Sportkatze
26 Jahre alt
1,70 m groß

neeein, heute nicht "Liege Belight", wir wollen ja nicht dass Dich unser Lieblingsdiscounter unter Wert verschnalzt :-).
Ich danke Dir einmal wieder für Deine ausführliche Antwort. Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum. Ich wollte schwanger werden und wurde es auch und als ich es dann war wollte ich es wieder loswerden, mich hat total die Panik gepackt und ich hab mich mit dem Gefühl schwanger zu sein sowas von unwohl gefühlt. Anscheinend bin ich da grad ziemlich am arbeiten unterbewusst.
Wenn es Dir fei zu viel wird meine "private Forumspsychologin" zu spielen musst Du es bitte sagen, ich will hier niemanden etwas aufbürden und ihn mit meinen Problemen belasten. Wobei ich natürlich aus Deinen Schilderungen schon einiges für mich mitnehmen kann, da Du den Weg bereits erfolgreich beschritten hast, den ich noch zu beschreiten habe.
Nochmal zu meiner Mutter:
Ich habe schon einmal ganz direkt zu ihr gesagt dass ich mich nicht hätte in die Sache mit reinziehen lassen und schon viel eher meine Sachen packen hätte sollen. Ihr Kommentar darauf war "dann wäre aber ICH heute immer noch in dem Elend gefangen".
Die zweite Sache die ich ihr schon mal direkt gesagt habe war, als sie bei Bekannten erzählt hat sie hätte alles so gut geregelt und mich bis zum Schluss ins Erwachsenwerden begleitet, habe ich gemeint "hauptsache ich habe mich immer mit meinem Vater auseinandergesetzt und Du hast Dich versteckt". Ihre Aussage darauf war "ICH hatte halt Angst dass er MIR auch noch was tut". Also ihre Sichtweise ist anscheinend, lieber tut er nur der Tochter was als wenn er uns beiden was angetan hätte.
Wie Du siehst, es hat zwar noch kein direktes Gespräch stattgefunden wie Du es vorgeschlagen hast aber ich habe meine zwei Hauptbeweggründe schon direkt bei ihr angebracht und Du siehst ja die Reaktion. Sie ist auf sich fixiert und sieht meine Not nicht.
Ein solches Gespräch wie Du es vorgeschlagen hast würde mich auf jeden Fall einiges an Überwindung kosten. Ich würde es vielleicht auf mich nehmen wenn ich wirklich erkennen kann dass es was bringen würde. Nur befürchte ich, dass dieses Gespräch (auch wenn es nicht im Streit endet) nur pure Enttäuschung bei ihr auslösen würde gekoppelt mit dem Vorwurf "Du hast es doch immer gut gehabt und das ist jetzt der Dank".
Ich will meiner Mutter nichts böses, ich will dass es ihr gut geht, nur das Mutter-Tochter-Verhältnis gibt es in meinen Augen schon lange nicht mehr, auch die "besten Freundinnen" gibt es bei mir nicht. Ich habe kein Verlangen danach stundenlange Gespräche über IHRE Welt mit ihr zu führen. Ich gehe ans Telefon wenn sie anruft und ich gebe ab und an den Einladungen von ihr nach (mein Mann mag sie nicht, geht aber auch höflichkeitshalber ab und an mit) und das wars dann auch schon.
Zu meinem Vater:
einen Brief an ihn abschicken kommt nicht in Frage. Den zeigt er nämlich dann stolz überall in seinem Freundeskreis und bei seinen Verwandten rum um zu sagen "schau, meine blöde Tochter kommt wieder angekrochen". Selbst wenn ich keine Schuldbekenntisse und Entschuldigungen reinschreibe, für ihn ist es immer das ankriechen, das macht wohl die fehlende Intelligenz, er weiß es einfach nicht besser. Ich habe mal mit ihm telefoniert, das ist aber schon Jahre her, da hab ich auch gesagt dass es blöd war wie es gelaufen ist und dass sie es unter sich hätten regeln sollen, ich war da der falsche Ansprechpartner. Das verstand er dann auch als Ankriechen, ich wolle mir ja nur mein Erbe sichern etc.
Das kann ich einfach nicht, nur der Gedanke daran dass er meinen Brief dann rumzeigt, den pack ich nicht. Ich kann zwar einen Brief schreiben um mich selbst zu erleichtern (das mache ich übrigens öfter wenn mich was bedrückt), aber abschicken werd ich ihn niemals.
Lg
Sportkatze
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