Denglisch

geschrieben von Hecke 
Denglisch
15. April 2005 20:32
Waaaah, ich krieg nen Fön, wenn ich dauernd und überall diese Englisch-Deutsch-Kombinationen lese!
Wieso kann man anstatt Body nicht Körper sagen? Wieso heißt es so oft Boy/Girl anstatt Junge/Mädchen? Und Song anstatt Lied? Und trendy ist auch so blöd...
Das klingt oft sooooo gewollt *g*.
Hmmpf...
Geht euch das auch so auf den Senkel?
Ich make jetzt nen coolen movie-Abend ;-)



Übermut. Chaos. Seife.
Re: Denglisch
15. April 2005 21:55
Hallo Heckenpennerin,
ich hab mich schon ziemilich oft gefragt, was der ganze Deutsch-Englisch- Mischmasch soll.Mein absoluter Hasssatz ist "We love to entertain you" *kotz*.



Re: Denglisch
15. April 2005 22:28
Hallo
in der Schweiz ist man es gewohnt Fremdsprachen einzubauen. Das gilt als schick. Früher war es Französisch, dann etwas Italienisch und jetzt natürlich Englisch.
So kann man beweisen, wie gut man Fremdsprachen kann. Und das zeichnet einem als "intelligent und weitgereist" aus.
Ich selber spreche 5-6 Sprachen.
Wenn man Englisch versteht, dann darf es einem auf den Senkel gehen, und man sich darüber aufregen.
Wenn man es nicht versteht, dann ist es ev. Unzufriedenheit und/oder Ignoranz und dann möchte ich eher empfehlen Englisch zu lernen, als sich aufzuregen.

Die Reinhaltung der Sprache ist illusorisch und erinnert mich stark an den Nazionalsozialismus. Eine Sprache lebt und soll auch leben... und jede Generation hat doch ihre Lieblingsausdrücke und orientiert sich daran.

Wer allerdings extra Fremdausdrücke einbaut um sich wichtig zu machen ist und bleibt jedoch ein Wichtsack und dann verstehe ich eurer Problem.

Falls ihr meine Statements etwas hart findet, dann dürft ihr das natürlich *smile und Kopf einzieh...

lg
linchen



Re: Denglisch
15. April 2005 22:30
Kann Deinen Frust voll nachvollziehen, mir geht es genau so.

Vor allem, wenn meine Tochter, 11 Jahre, mal wieder mit einem neuen Ausdruck ankommt und ich sie dann frage, ob sie weiß, was das auf Deutsch heisst. Was bekommt man als Antwort:" Ist doch egal, alles sagen das, das ist cool " Da bekomm ich manchmal echt den Zorn!!

Ich habe nichts gegen Englisch, aber ich frage mich doch, was daran soviel besser ist, das es die deutsche Sprache im eingenen Land mehr und mehr verdrängt?!?

Machen wir es wie die Franzosen!! Die haben diese Form der "Sprachkultur" kurzerhand verboten!!



Liebe Grüße
Andrea

Wir haben nur ein Leben;Warum machen wir es uns meistens so schwer??
Re: Denglisch
16. April 2005 00:59
An den Franzosen würde ich mir an deiner Stelle, Andrea, aber kein Beispiel nehmen. Ich finde die ziemlich ignorant.
Bin mit dem Zug von Frankfurt nach Paris gefahren. Das deutsche "Team" winking smiley der Bahn hat alle Ansagen sehr schön auf Deutsch, Englisch und Französisch durchgegeben.
Die Franzosen nur auf Französisch.

Und auf der Rückfahrt dasselbe.

Muss aber dazusagen, bei mir gibt's weder song noch body noch boys noch girls.
Aber leben und leben lassen, und wenn sich andere damit COOL fühlen - lassen wir ihnen doch den breiten Wortschatz. ;P

Liebe Grüße

duvet



Sei frei!
Re: Denglisch
16. April 2005 01:24
HallonLinchen,

ich möchte noch etwas dazu sagen

linchen schrieb:

> Hallo
> in der Schweiz ist man es gewohnt Fremdsprachen einzubauen. Das
> gilt als schick. Früher war es Französisch, dann etwas
> Italienisch und jetzt natürlich Englisch.
> So kann man beweisen, wie gut man Fremdsprachen kann. Und das
> zeichnet einem als "intelligent und weitgereist" aus.
> Ich selber spreche 5-6 Sprachen.

Es ist natürlich schön und bewundernswert, wenn man mehrere Sprachen beherrscht.Ich käme aber nie auf die Idee mit meiner Freundin auf Englisch zu plaudern,obwohl ich diese Sprache gelernt hab und meine Freundin sogar eine Englisch Lehrerin ist.

> Wenn man Englisch versteht, dann darf es einem auf den Senkel
> gehen, und man sich darüber aufregen.
> Wenn man es nicht versteht, dann ist es ev. Unzufriedenheit
> und/oder Ignoranz und dann möchte ich eher empfehlen Englisch
> zu lernen, als sich aufzuregen.

Was denn nun?
>
> Die Reinhaltung der Sprache ist illusorisch und erinnert mich
> stark an den Nazionalsozialismus.

Wirklich?Es ist schon beängstigend,was manchen so alles durch den Kopf geht."Die Reinhaltung der Sprache" hat kaum was mit dem Nationalsozialismus zu tun.Höchstwerte des Nationalsozialismus waren Volk und Rasse, vorwiegend das eigene Volk "arischer" Abstammung.

Eine Sprache lebt und soll
> auch leben... und jede Generation hat doch ihre
> Lieblingsausdrücke und orientiert sich daran.

Puh,die Sprachwissenschaft ist zwar ein sehr interessantes,zugleich aber ein viel mehr komplizierteres Thema.Klar entwickelt sich fast jede Sprache im Laufe der Zeit.Nur was ist wichtiger,ihre Entwicklung oder ihre Erhaltung?
Das was in Deutschland in letzter Zeit mit der Sprache(mit dem ganzen Lebensstil und der Kultur) passiert nenne ich Amerikanisierung, oder mit anderen Worten,Degradation.

Re: Denglisch
16. April 2005 12:54
würde es sich um einen breiten wortschatz handeln, dann wäre das ja schön und gut. aber meistens ist es genau das gegenteil und die leute können kein anständiges deutsch mehr. sie lesen nicht, hören nur radio und sehen fern und leiden an einer zunehmenden verblödung. wie kann man es in die zehnte klasse des gymnasiums schaffen und dann nicht wissen, was "köcheln" oder "gegen jemanden etw haben" heißt? mir begegnen diese idioten immer öfter. wie konnte es passieren, dass menschen ihre mutterspache in ihrem mutterland kaum beherrschen? entwicklung der sprache ist gut, aber das bedeutet die entwicklung einer kultur und nicht das zusammenschmelzen vieler kulturen zu einer allgemeinen kultur. immermehr haben menschen die tendenz, das gleiche zu denken, zu sagen und sind kaum noch individuen oder nutzen ihre evolution, ihre vielen möglichkeiten. einstein sagte: "wir leben in einer zeit vollkommener mittel und verworrener ziele".
Re: Denglisch
16. April 2005 19:30
Es geht mir dabei wie Dir. Keine anderen Völker als die deutschsprachigen
verunstalten absichtlich ihre Sprache permanent mit Fremdwörtern und kommen sich auch noch gut dabei vor. Was sagt das über das jeweilige Selbstvertrauen aus, wenn man so mehr scheinen will als man ist? Sicher
hat es auch schon früher Fremdwörter gegeben, weil es für manche Dinge
(z.B. Speisen) ja nie einen deutschen Ausdruck dafür gab oder umgekehrt (bei den Amerikanern zum Beispiel Kindergarten). Ich halte aber nichts davon, wenn sich alte Menschen mit Sale, Prime Time u.s.w. herumschlagen müssen und man denen empfiehlt Englisch zu lernen. Warum sollen sie?, ihre Muttersprache ist Deutsch. Für die die Denglisch unbedingt für Ihr Selbstwertgefühl brauchen soll es so sein, aber daß man kollektiv täglich
dazu genötigt wird und zwar unter anderem vom staatlichen Fernsehen
das angeblich einen Kulturauftrag hat finde ich nicht richtig. Jede Region hat ihren eigenen Dialekt, um diese Vielfalt auch für die Nachfahren zu
erhalten ist dieses Mischmasch sicher nicht hilfreich und hat mit Nationalsozialimus NICHTS (das ist eine andere traurige Geschichte) gemein. Die die wirklich perfekt Fremdsprachen beherrschen haben denke ich so einen Unsinn auch gar nicht nötig. Unsere Kinder sollen immer mehr Fremdsprachen lernen, aber wie das traurige Beispiel der Pisa Studie zeigt sind sie inzwischen nicht einmal mehr richtig ihrer Muttersprache mächtig. Also intelligenter sind sie offentsichtlich nicht geworden.

Liebe Grüße
Monika



Nachricht bearbeitet (16.04.2005 19:34)



Re: Denglisch
17. April 2005 11:02
Es mag sein, das die Franzosen in der Hinsicht vielleicht etwas zu radikal sind, aber das wird sich mit Sicherheit lockern, wenn sie merken, das sie sich damit keinen Gefallen tun.

Aber trotz allem haben die Franzosen doch ganz offensichtlich mehr Natiomalstolz an manch andere Nation (auch die Deutschen) und versuchen, ihre Kultur zu schützen. Was soll daran schlecht sein?!?

Globalisierung ist eine Sache, die eigene Kultur und Sprache zu verlieren eine andere!!



Liebe Grüße
Andrea

Wir haben nur ein Leben;Warum machen wir es uns meistens so schwer??
Re: Denglisch
17. April 2005 11:25
Mal andersrum gefragt - was soll denn an Nationalstolz gut sein?

Ich finde Patriotismus unangebracht, und ich habe auch kein Verständnis dafür. Warum solltest du stolz sein auf ein Land, in das du nur zufällig hineingeboren wurdest? Stolz kann man meiner Meinung nach nur auf etwas sein, das man selbst (mit)bewirkt hat. Vielleicht ist es okay, dass die Menschen nach dem 2. Weltkrieg stolz auf ihr Land waren - wegen des Wirtschaftsaufschwunges und so. Aber ich finde es schon wieder unverständlich, deshalb stolz auf die Eltern/Großeltern zu sein. Wir haben am Ende nämlich wieder nichts damit zu tun.
(Überhaupt wäre ich mit dem Wort "Stolz" etwas vorsichtig... ^-^"winking smiley

Nationalstolz grenzt zudem noch von der restlichen Welt ab. Es hat was von Überlegenheitsgefühl über andere Nationen.
Meiner Meinung nach sollte es nicht darum gehen, dass wir die deutsche Wirtschaft weiterbringen, sondern dass wir den Standard der ganzen Welt heben.

Sorry, dass ich mich jetzt etwas ins OT reingeredet habe... winking smiley

Zurück zum Thema:

Fast alle derjenigen, die meinen, sie müssten Denglisch sprechen, sind nicht diejenigen, die primär am Hebel der literarischen Sprachentwicklung sitzen. Von daher mach ich mir da keine großen Gedanken. Die meisten Schriftsteller und Sprachprofessoren sind gegen Verenglischung.
Ich habe vor mehreren Jahren längere Zeit in einem Forum diskutiert, in dem es um die Rechtschreibreform ging, und da war die ganze Palette von Sprachprofessoren, Schirftstellern etc. vertreten - und da zeichnete sich das deutlich ab.

Außerdem - es kommt, wie's kommt. winking smiley



Sei frei!
Re: Denglisch
17. April 2005 11:44
Ich sage dazu nicht viel, denn das treibt mir den Blutdruck schon etwas in die Höhe......

Nur soviel: OIhne ein bisschen Nationalstolz fehlt einem die Bindung zur Heimat und heimatlose Menschen sind in meinen Augen ganz arme Hunde!
Und glaubst Du allen Ernstes, das es eine der großen Weltnationen zu etwas gebracht hätten, wenn die Bevölkerung nicht Stolz genug auf ihr Land gewesen wären um das voran zu bringen??



Liebe Grüße
Andrea

Wir haben nur ein Leben;Warum machen wir es uns meistens so schwer??
Re: Denglisch
17. April 2005 12:07
Anmerkung: 'Stolz' sein bedeutet ja nicht zwangsläufig auf sich selbst stolz sein. D.h. wenn man stolz auf sein Land ist ist man eben auf das Land stolz und nicht darauf dass man selbst so toll ist und dort wohnt. Ich bin ja z.B. auch stolz auf meine Schwester wenn sie in ihrer Diplomarbeit eine gute Note bekommt und habe dazu nichts beigetragen. Ich bin eben stolz auf SIE und so sind auch die Leute auf das LAND stolz.
Re: Denglisch
17. April 2005 12:29
Mag sein, dass es früher notwendig war, Nationalstolz zu besitzen (wobei es auch sehr abschreckende Beispiele dafür gibt), aber was früher galt, muss deshalb heute noch lange nicht gelten.

Ich meine, so langsam sollten wir reif dafür sein, diese ganzen Abstufungen und Unterschiede zwischen Menschen (denn was sind Länder anderes) in unserem Denken zu begraben.

Und es sollte uns nicht darum gehen, das Land wirtschaftlich voranzubringen, sondern uns selbst und die anderen Menschen. Und nicht nur die unseren Landes, sondern die der ganzen Welt.

Ich rede übrigens nicht von Kultur... Ich finde es schön, dass es verschiedene Sprachen und Kulturen gibt. Ich bin nur an deinem Begriff von Nationalstolz etwas hängen geblieben.

Übrigens - ich hab so gut wie keinen Nationalstolz, aber trotzdem eine Heimat: Die Menschen, die ich liebe. ^-^

Liebe Grüße

duvet

(und nicht so aufregen, das ist's auch wieder nicht wert, Andrea smiling smiley )



Sei frei!
Re: Denglisch@duvet
17. April 2005 14:33
Um Gottes willen, wenn ich mich wirklich aufregen würde, dann würde das anders rüberkommen :-)

Jeder hat halt seine Meinung über gewisse Dinge und wir zwei sind hier in diesem Punkt uneinig. Na und?!? Man kann doch trotzdem diskutieren :-)

In einem Punkt gebe ich Dir jedenfalls ohne Abstrich rechr - auch die Familie kann einem ein Stück Heimat sein :-)



Liebe Grüße
Andrea

Wir haben nur ein Leben;Warum machen wir es uns meistens so schwer??
Re: Denglisch
17. April 2005 14:53
Au ja!

Verbote sind ja immer so schön einfach, es kann einfach nicht genug davon geben. Man sollte dann auch entsprechende Schilder aufstellen und im Radio nur noch schöne teusche Volksmucke spielen.

Zwar gibt es in Frankreich tatsächlich gesetze, die den übertriebenen Gebrauch von Anglizismen im journalistischen und öffentlichen Bereich untersagen, auf die Alltagssprache der Jugend hat das allerdings eher wenig Einfluss. Ich habe einen Sohn, der Franzose ist und kann daher aus eigener ERfahrung sagen: Forget it!
Re: Denglisch
17. April 2005 15:12
Ich kann mich Duvet nur voll anschließen. Stolz kann man auf sich sein oder auf etwas woran man selber mitwirkt. Einem Volk anzugehören, dass sich selber jeden Tag aufs neue selbstbemitleidet, im letzten Jahrhundert 80 Millionen Kriegstote und den größten Völkermord aller Zeiten verantwortet hat ist absolut kein Grund für Nationalstolz, noch nicht einmal für einen gesunden Patriotismus. Vielleicht kann man die Gelegenheitwahrnehmen an einem gelungenen und vereintem Europa in Frieden und Wohlstand mitzuarbeiten und sei es nur durch innere Geisteshaltung. Wenn das dann gelingt und man daran einen geringen Anteil hat, kann man immer noch darauf stolz sein. Ansonsten kann man ja immer noch auf sich, seine Familie, seinen Freundeskreis, seinen Beruf etc. stolz sein.


Stolz

Stolz ist das Gefühl einer großen Zufriedenheit mit sich selbst, einer Hochachtung seiner selbst - sei es der eigenen Person, sei es in ihrem Zusammenhang mit einem hoch geachteten/verehrten "Ganzen".

Er entspringt der (subjektiven) Gewissheit, etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftsträchtiges geleistet zu haben oder daran mit zu wirken. Dabei kann der Maßstab, aus der sich die Gewissheit ableitet, sowohl innerhalb eines eigenen differenzierten Wertehorizonts heraus gebildet sein als auch gesellschaftlich tradiert sein. Im ersten Fall fühlt man sich selbst bestätigt und in seiner Weltanschauung bestärkt (Ich bin stolz auf mich), im anderen Fall sonnt man sich in der gesellschaftlichen Anerkennung (Ich bin stolz, etwas für [z.B.] die Freie Hansestadt Bremen geleistet zu haben).

Die Charaktereigenschaft "Stolz" ist in der katholischen Theologie die Ursache für die Hauptsünde Superbia. Gegenbegriff zum "Stolz" ist hier die "Demut". Auch volkstümlich wird "Stolz" nicht selten kritisch betrachtet: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. Gegenbegriff zum "Stolz" ist hier eher die "Bescheidenheit".

Es gibt jedoch auch eine andere Definition von Stolz:
Ich möchte gern, daß man Stolz als eine edle Eigenschaft der Seele ansähe; als ein Bewusstsein wahrer innerer Erhabenheit und Würde; als ein Gefühl der Unfähigkeit, niederträchtig zu handeln.

Adolph Freiherr von Knigge: Über den Umgang mit Menschen


(Quelle: [de.wikipedia.org])
Re: Denglisch
17. April 2005 15:53
"Stolz kann man auf sich sein oder auf etwas woran man selber mitwirkt."

Du kannst maßgeblich an der Politik beteiligt sein, an der Kultur und an vielen anderen Bereichen deines Landes und so daran mitwirken.
Wenn man in seinem Land mitarbeitet, dann kann man doch in gewissem Maße stolz darauf sein. Schließlich hat man seinen Teil dazu beigetragen, dass es so ist wie es ist.
Stolz könnte ich nicht nachvollziehen, wenn jemand nichts für sein Land leistet.

"Einem Volk anzugehören, dass [...] den größten Völkermord aller Zeiten verantwortet hat..."

Das waren unsere Vorfahren. Unsere Generation und, je nach Alter, auch unsere Elterngeneration hat absolut nichts mehr davon zu verantworten. Keine Frage, es ist grausam was da passiert ist, aber die nachfolgenden Generationen sollten sich dafür nicht mehr verantwortlich fühlen müssen! Das sollte als schlimmes Beispiel in den Hinterköpfen bleiben, aber langsam ist auch gut mit der Selbstanklage, oder?



Übermut. Chaos. Seife.
Re: Denglisch
18. April 2005 15:48
von wegen größter völkermord, denk mal an ruanda oder den sudan, die spanier und azteken oder das gegenseitige verdächtigen und hinrichten während der französischen revolution. es gibt nun wirklich genug völkermorde, einer schlimmer als der andere.
aber was geschehen ist, ist geschehen, das muss man akzeptieren. und das ist nun mal ein teil der geschichte (und entwicklung?). als nachfolgende generation können wir dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder geschieht, wir müssen daraus lernen. aber es ist unser land und das soll es auch bleiben und gesunden patriotismus gibt es viel zu wenig. wo kommen wir hin, wenn niemand an seiner heimat interessiert ist und sie zB durch denglisch verleugnet? es gibt wunderschöne deutsche wörter und sicherlich könnten sich noch mehr entwickeln, wenn man sie nicht durch denglisch ersetzt. und seine muttersprache ordentlich beherrschen zu können, das sehe ich als pflicht jedes menschen!

vielleicht bedeutet "auf sein land stolz sein" einfach seine geschichte kennen und akzeptieren und das gute daran sehen
Re: Denglisch
18. April 2005 16:12
Monikakg schrieb:

> Sicher hat es auch schon früher Fremdwörter gegeben, weil es für
> manche Dinge (z.B. Speisen) ja nie einen deutschen Ausdruck dafür
> gab oder umgekehrt (bei den Amerikanern zum Beispiel Kindergarten).
> Ich halte aber nichts davon, wenn sich alte Menschen mit Sale,
> Prime Time u.s.w. herumschlagen müssen und man denen empfiehlt
> Englisch zu lernen. Warum sollen sie?, ihre Muttersprache ist
> Deutsch.

Genau: Ohne Englischkenntnisse kann man sich nicht einmal mehr über Telefontarife zu informieren. Ortsgespräche gibt es mehr, so etwas heisst heutzutage "City Call" - von den verschiedenen Wochenend- und Feierabendtarifen - ach nee, Week End und After Work Packs - mal ganz zu schweigen.

Ganz irrwitzig wird's, wenn Deutsche Manager und Werbefritzen sich englische Ausdrücke aus den Fingern saugen, ohne vorher ins Wörterbuch zu schauen. Als ich das letzte Mal im Flieger nach Gran Canaria sass, bot Air Berlin mir beispielsweise im Bordkatalog einen preisgünstigen Leichensack an. Makaber? Unglaubwürdig? Nö, bloss saudämlich: Das Wort "Rucksack" war ihnen nicht cool genug, und darum hatten sie zum "Bodybag" gegriffen.

Wer sich gern über solchen und ähnlichen Unfug aufregt, dem kann ich www.spiegel.de/zwiebelfisch wärmstens empfehlen - in diesem Fall zum Beispiel den Artikel Wo lebt Gott eigentlich heute?.

Birgit.
Re: Denglisch
18. April 2005 17:06
Also meine derzeitigen Favoriten sind "shoppen" und "biken". Englische Verben deutsch konjugieren ist ja wohl nur noch blöd..... und der oder das unvermeidliche "Outfit" geht mir auch schwer auf die Nerven.
Ich hab nichts dagegen, wenn man Fachausdrücke, die sich nur schwer oder umständlich übersetzen lassen, übernimmt. Hab auch nichts gegen Fremdwörter, wenn sie nicht dazu eingesetzt werden, nicht vorhandene Gedanken zu vernebeln und mit möglichst vielen gelehrt klingenden Worten nichts Konkretes auszusagen.

Birgit schrieb:

>
> Genau: Ohne Englischkenntnisse kann man sich nicht einmal mehr
> über Telefontarife zu informieren. Ortsgespräche gibt es mehr,
> so etwas heisst heutzutage "City Call" - von den verschiedenen
> Wochenend- und Feierabendtarifen - ach nee, Week End und After
> Work Packs - mal ganz zu schweigen.
>
Ich empfinde diese weitverbreitete Praxis eine grobe Rücksichtslosigkeit gegenüber immer noch großen Teilen der Bevölkerung, die - aus welchem Grund auch immer - nicht genug Englisch können.
Nachdem uns ja vorwiegend die Werbung mit diesem Wortschrott zumüllt, sollte man denen vielleicht mal zu verstehen geben, dass ein Großteil ihrer Werbung aus diesem Grund überhaupt nicht ankommt.

Gäbe noch viel zu sagen zu dem Thema.........

jinx :-)



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