kleines Lebenszeichen

geschrieben von Ahne 
kleines Lebenszeichen
09. November 2009 00:48
Hallo

ja, es gibt mich noch. Ich lebe , fühle mich sehr wohl, wiege 55 kg. Im Sommer waren es auch mal wieder 62 kg, aber ich weiß ja wie es geht :-)

Ich habe viel durch, mein Leben hat sich geändert, vielleicht habe ich deshalb schnell wieder abgenommen und halte mein Gewicht, so mein Bett ruft.

Wünsche Allen viel Erfolg

Bis irgendwann

Ahne





159 cm klein
weiblich 3 Kinder
38 Jahre
Re: kleines Lebenszeichen
09. November 2009 10:48
Ahne schrieb:

> Ich habe viel durch, mein Leben hat sich geändert,

im positiven oder im negativen Sinne?

Alex
Re: kleines Lebenszeichen
09. November 2009 13:26
Hallo ahne,
es ist schön wieder von dir zu hören, hoffentlich bald mehr.
lg kücken :-)



Nachricht bearbeitet (09.11.2009 16:02)
Re: kleines Lebenszeichen
09. November 2009 14:47
Hallo liebe ahne :-)

Sehr sehr schön, dass du wieder hierhergefunden hast. Möchte mich gerne Alex' Frage anschließen, ob deine Veränderungen positiv sind (Alkohol, Partnerschaft?).
Wie geht es deinen Kindern und wie sieht dein neues Leben aus?
Ich befürchte anhand deiner Schilderung, dass du wieder "schnell abgenommen" hast, dass einige harte Monate hinter dir liegen.

Freue mich jedenfalls sehr, wieder mal von dir zu lesen ahne :-)

Liebe Grüße
BeLight




Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
Re: kleines Lebenszeichen
10. November 2009 15:23
Hallo ahne,

schön von Dir zu lesen :-)

Also was nu für Veränderungen ???... ich platz hier schon schier vor Neugier !!
Daten, Fakten, Hintergründe ??
Ich bitte um einen detaillierten Bericht, in chronologischer Reihenfolge und nach Sachgebieten sortiert ;-)

Liebe Grüße
vom
Lianchen



Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: kleines Lebenszeichen
10. November 2009 21:39
Na Ihr seid ja süss,

ich bin am 5. Mai mit Blutdruck 90 zu 45 in der Küche zusammengesunken, frühs um halb 5. Das wars!

Endlich hat mein Körper mir Eins verpasst. Ich hab mich zwar aufgerappelt und echt kurz überlegt, ob ich zur Arbeit fahre, aber dann dachte ich, nee, mit dir stimmt schon länger was nicht.

Schlaf war Luxus, (massive Schlafstörungen) Essen ne Bedrohung (jede Kalorien gezählt, nur beim Sekt, wars egal, wat fürn Bullschitt), und Madam musste ja immer glänzen. Jeder sollte wohl den Hut vor mir ziehen, in jeder Beziehung.

Überall 200% geben: schön, dass es nach hinten los ging, Hi, hi, ;-)

Nee jetzt kann ich drüber lachen, aber eigendlich hab ich den absoluten Ground Zero erlebt.

Burn Out lautete die Diagnose, über Jahre angestaut, naja Therapeuten gehen gern in die Tiefenpsychologie... sowas kommt ebend nicht von heut auf morgen. Schon in der Jugend einige Sachen nicht ganz O.K. gewesen, aber die letzte 6 Jahre, haben das Fass halt gefüllt, nee zum überlaufen gebracht.

Es gab Oxezepam, da wurde ich Miss Valium, aber hab endlich wieder zur Ruhe gefunden und Schlafen gelernt, es gab Aponal, schönes Mittel mit tollen Nebenwirkungen, ich war förmlich ruhig gestellt und am Schluss Citalopram, Antidepressiva der neueren Generation, im September durfte ich sie absetzten.

da hab ich dann auch erstaunlich schnell wieder abgenommen.

Anfangs war es große Scham, ich wollte mich nicht outen, hab mir ne Maske zugelegt, funktioniert, aber nicht mehr gelebt. Beim Arzt hab ich dann geheult, wie ein Schlosshund, da kam Alles raus und das war gut so.

Heute bin ich stolz, ich habe Mut gezeigt, Hilfe angenommen und geändert, was ich ändern musste. Aber die Gefahr lauert jeden Tag, ich muss einfach immer auf mich aufpassen, um nicht wieder in alte Muster zu fallen und auf der Überholspur zu leben.


Ich lebe wieder!!!!!!!!!!!!!! Gehe nicht mehr jeden Tag auf die Waage, schlafe ausreichend, lasse oft Arbeit ....Arbeit sein, esse was immer ich mag, wenn ich Appetit darauf habe, ich habe gelernt NEIN zu sagen.

Ich lebe mein Leben und nicht das der Anderen, ich habe nur eine Chance und das muss ich mir jeden Tag auf Neue vor Augen halten.

@ belight der Älteste studiert Kulturwissenschaften und Philosophie,
die kleine Maus ist eine kleine, selbstbewusste junge Dame geworden und hat ihre Aufnahmeprüfung für die Privatschule mit Bravour bestanden.
Der Kleinste ist ein Engel, hat eine glasklare Stimme, wie die Selbigen, wenn er singt, bekomme ich Gänsehaut, da muss ich noch schauen, wie ich ihn fördern kann.

Alles hat sich verändert, POSITIV, ich habe wohl echt ne negative Aura ausgestrahlt. Ich könnt ein Buch schreiben, vielleicht mach ichs mal :-)

Aber glaubt mir, ich bin kein Einzelfall, vielen geht es so, aber die Meisten finden es normal, weil ja Andere auch so leben.

@Lianchen Ich sehe Deine Gedanken, ;-) nein ich bin nicht Trocken, ich war Missbräuchlerin, aber wo ist die Grenze???
In den Foren, die ich besucht habe, ist man anderer Meinung. Im Moment hab ich mich im Griff... aber ich bin endlich an dem Punkt, wo ich genug Fachwissen über das Nervengift habe, wo ich ohne Scham darüber sprechen und schreiben kann.
Ja, ich habe all zu oft versucht den Alltag DAMIT zu kompensieren, das geht übrigens auch mit TEE, nur das Rauchen kann ich einfach nicht lassen. Jedenfalls im Moment noch nicht, bin aber keine starke Qualmerin.

Weißt du, was ich am Schlimmsten finde? Das man sich oft rechtfertigen muss, warum man nichts trinken möchte, es ist so, als würd es dazu gehören, selbst wenn man sagt: ich fahre. Schlimm!!!

So, jetzt hab ich euch aber echt zugetextet.

Ahne




Schreibfehler sind beabsichtigt und dienen ausschließlich der Belustigung.





159 cm klein
weiblich 3 Kinder
38 Jahre
Re: kleines Lebenszeichen
11. November 2009 07:42
Liebe Ahne,

willkommen zurück.
Na da hab ich ja so vor einiger Zeit gar nicht so unrecht gehabt und dich ein wenig zusammengestaucht, auch wenn du dann "sauer" auf mich warst und von dannen gezogen bist.
Wahrscheinlich warst du noch nicht bereit dich so zu sehen, wie andere es bereits getan haben :-)

Nix für ungut. Bin froh das du dein leben so gut wieder hinbekommen hast. Dein Zusammenbruch war die Warnung. Und jetzt hörst du sicher viel besser in dich hinein und passt besser auf dich auf. Jedenfalls lese ich dies so heraus.

Weiter so, und verlier den Mut nicht, auch wenn es immer mal wieder abwärts geht. Wo ein Tal zu Ende, da kommt der nächste berg. Sicher bin! ;-)

LG Triene



Ziel erreicht
weiblich; 42 Jahre, 158 cm
Re: kleines Lebenszeichen
11. November 2009 08:17
Ahne schrieb:

.......
> Aber glaubt mir, ich bin kein Einzelfall, vielen geht es so,
> aber die Meisten finden es normal, weil ja Andere auch so
> leben.
> Ahne
>
Liebe ahne,

ich hab mir bewusst diesen obigen Satz von dir herausgepickt, auch wenn alles andere, was ich von dir las, mich ebenso berührt hat.
In den letzten Jahren denke ich sehr oft, dass vieles, was dir die Menschen erzählen, mehr Schein als Sein ist. Wenn du nur ein bisschen die Oberfläche ankratzt, dann tun sich meistens Abgründe auf. Du hast etwas gemacht, wozu die Wenigsten den Mut haben - du hast dir Hilfe geholt. Und nein, es ist ganz sicherlich keine Schande, auf die diversen Medikamente zurückgegriffen zu haben, es ist mutig von dir, darüber zu schreiben, dass du Burnout hattest, wo man doch heutzutage als toughe Frau alles am besten gleichzeitig und nach Möglichkeit noch mit dem berühmten Lächeln auf den Lippen erledigt. Ich war, wie du sicherlich noch weißt, vor mehreren Jahren selbst in diesem Kreislauf gefangen - lass es dir eine Warnung sein ahne; du wie auch ich und einige andere mit Perfektionsanspruch werden immer wieder dazu neigen, die, wie du sagst, "200%" geben zu wollen und das müssen wir uns immer vor Augen halten, das begleitet uns sicherlich unser Leben lang. Ich denke, dass du weißt, dass du da immer gefährdet bist und höre auch mal drauf, wenn die anderen dir sagen, dass du Pause machen sollst. Ich neige dazu, zu überpacen, wenn ich merke, dass es mir richtig gut geht, da versuche ich in den einen Tag alles zu packen, was ich an den Tagen, an denen es mir nicht gut geht, vermeintlich versäume. Die Quittung hierfür kommt meistens dann schon am Tag drauf und das ist gut so. So habe ich gelernt, auf mich zu hören und auch mal Tage einzuschieben, an denen ich mich nur um mich selbst kümmere. Ich bin nach wie vor in der Situation, eine geringe Erhaltungsdosis meines Medikaments nehmen zu müssen, aber dies betrachte ich nicht mehr als Feind sondern einfach als "Lebenshilfe".

Sei stolz auf das, was du bist und auch auf das, was du geschaffen und geschafft hast, aber denke nicht, dass du nur wegen deiner Taten liebenswert bist. Dieses Denken führt nämlich dazu, dass du meinst, immer mehr leisten zu müssen - ich weiß, wovon ich spreche :-(

Schau dir deine Kinder an, lebe mit ihnen, freu dich mit ihnen, aber opfere dich nicht auf. Du bist es selbst mehr als wert, dass du dich sehr gut um dich kümmerst, davon haben auch deine Lieben etwas.

Die Idee mit dem Buch ist ganz hervorragend! Selbst wenn du es "nur" für dich schreiben solltest, dann ist das heilsam, weil du dich mit deinen Süchten, Ängsten, Erwartungen und Hoffnungen auseinandersetzt.

Ich drück dich ganz herzlich ahne und wünsche dir weiterhin gute Besserung auf deinem Weg - pass auf dich auf

Ganz liebe Grüße :-)
BeLight




Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
Re: kleines Lebenszeichen
11. November 2009 09:11
Hallo liebe Ahne,

tja, wat soll ich groß sagen, ich hab sowas geahnt...…kommt von "ahne"“ was ;-) aber nicht deswegen, weil ich so mega-klug bin, sondern eher ne gute Beobachterin/Zuleserin und Empathin.

Dein Schreiben wies oft darauf hin, das Du sehr unter Druck stehst.
Nur rächt sich der Körper irgendwann... bzw. schickt dann eine eindeutige Warnung !!
Wie schön, das Du sie erkannt hast und VOR ALLEM: GEHANDELT HAST !!!! :-) :-) :-)
Viele erkennen nämlich durchaus, bzw. ahnen sehr stark, das was nicht stimmt, aber sie scheuen sich aus Scham, dann auch zu handeln.
Ich gehörte übrigens auch zu diesen Menschen, ich mußte auch erst einen körperlichen Komplettzusammenbruch erleben, der um ein Haar tödlich geendet hätte. Und noch heute erlebe ich Situationen, wo ich erst zu spät handele, ich kann heut auch noch nicht immer Konsequenzen ziehen, wenn es schon an der Zeit wäre. Das betrifft nicht Drogen oder so, sondern eher Menschen, die ich liebe oder sehr gern habe, im "anderen Alltag"“ kann ich das aber schon sehr gut, konnte das auch schon früher. Ich muß auch noch besser lernen, NEIN zu sagen, wenn mir was zu bunt wird. Gelassenheit ist zwar ne tolle Sache, auch darüber verfüge ich mittlerweile, aber manchmal ist das Maß auch einfach voll. Und ab dann drückts auch zu sehr auf die Psyche, so zumindest meine Erfahrung.

Tja, zu Deiner Frage, wann ist man von Alkohol abhängig, wann ist es noch Missbrauch ?
Das ist sehr schwer zu beantworten, denn die Grenze ist fliessend und darum so schwer zu erkennen. Dazu kommt ja auch noch, nicht erkennen zu WOLLLEN, weil man dann handeln "müsste"“ und große Veränderungen anstünden.
Ein Zeichen für eine eventuelle Abhängigkeit ist aber tatsächlich, auf jede Kalorie zu achten, aber bei Alk isses egal, den bezieht man schon "normal" in die Rechnung mit ein, weil man ihn „braucht...? Bei mir war es jedenfalls genau so. Falls bei Dir noch andere Anzeichen für Alkoholabhängigkeit bestehen, brauchst Du auch da noch Hilfe, denn ich kenne leider niemanden, der da allein wieder raus kam. Es gibt aber gute Angebote, man muß "nur"“ hingehen und um Hilfe bitten, dann werden einen schnell Hände gereicht. Ein Besuch einer SHG kann auch nie schaden, auch wenn man sich noch unsicher ist. Erkennt man sich dort in vielen Erzählungen wieder... weiß man, was die Stunde geschlagen hat :-/

Und liebe Ahne, sei nicht traurig, das Du so viele Medikamente nehmen mußtest, das bleibt ja meisst nicht für immer. Sie sollten Dir helfen, wieder auf die Beine zu kommen, gehen mußt Du aber irgendwann selbst. Vielleicht auch mal so sehen ? Ich persönlich bin so gar kein Freund von Medikamenten, weil ich auch davon wieder abhängig werden könnte, aber Anti-Depressiva machen beispielsweise nachweislich NICHT ABHÄNGIG. Allerdings denke ich, das sie irgendwann psychisch abhängig machen können, wenn man sie zu lange als Stütze benutzt ? Da rede ich aber sicher nicht von einigen Wochen... in eine richtige Abhängigkeit zu geraten, dauert wohl länger ? Aber das sind nur meine Gedanken dazu, ob sie stimmen, weiß ich nicht, aber ich bin nun mal leider auch suchterfahren...

Ich freu mich jedenfalls wahnsinnig mit Dir, das Du den Mut hattest, wieder aufzustehen und Dir Hilfe zu holen. Niemand muß durch sowas allein durch, aber es ist für viele so schwer drum zu bitten. Das kann viele Gründe haben... man/frau war ja immer "ne Powerfrau"...und nu sowas... oder "ich schaff das schon allein irgendwie" oder sogar "das steht mir nicht zu"
Das alles ist Unsinn, JEDER kann in eine schlimme Lage geraten, davor ist niemand gefeit, nicht mal der willensstärkste und "gesündeste" Mensch.

Du hast aber nun auch die tolle Chance, nochmal alles "umzureissen" und ein "neues Leben" zu beginnen, darum ist auch gut, wenn sowas passiert. Ich denke, Du "ahnst" ;-) das jetzt schon, aber in ein paar Jahren wirst Du wahrscheinlich dankbar für das alles sein, bei mir und vielen anderen, die ich kenne, war es zumindest so. Damit meine ich auch nicht nur Alkoholsucht, sondern alle Lebenskrisen. Wie sagt man ? "Krankheit ist auch eine Chance"... bei mir hat sich das jedenfalls bestätigt.

So, nu hau ich schnell ab, und texte uns mal gern hier weiter zu, ich hab ja auch keine Hemmungen dabei, wie Du siehst ;-)

Liebe Grüße
Vom
Lianchen



Nachricht bearbeitet (11.11.2009 09:17)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
noch ergänzend....
11. November 2009 09:28
Noch ergänzend, liebe Ahne....
Ja, es ist traurig, das Alkohol in unserer Gesellschaft überall so präsent ist und man als "unnormal" empfunden wird, keinen zu konsumieren. Ein einfaches "ich trinke keinen Alkohol" ist da oft nicht ausreichend, man wird sogar noch blöd dafür belächelt.
Dabei ist es ein Armutszeugnis, zu denken, man könne ohne nicht lustig sein, gelöst, entspannt etc. und zwar nicht nur ein Armutszeugnis für einen persönlich, sondern für die gesamte Gesellschaft.
Aber in anderen Gesellschaften, anderen Ländern ist das nicht unbedingt so, es ist eher ein Problem der westlichen Welt, Drogen werden allerdings überall konsumiert. ;-)

Was hilft ?
Etwas, was niemand gern hört, weil es tiefgreifende Veränderungen herbeiführt. Es ist im Grunde ganz einfach, aber es tut auch weh. Man muß sich von allen Menschen, AUCH FREUNDEN verabschieden, die Alkohol trinken "müssen", die nicht verstehen oder nicht verstehen wollen.
Die meissten Suchterkrankten sagen anfangs: "ICH hab ja das Problem, nicht andere"... tja...
Man kann es aber auch so sehen, das Freunde auf einen Rücksicht nehmen werden und KEINEN Alkohol in der Gesellschaft des Erkrankten trinken, es ist ein Freundschaftsbeweis. Und wer dazu nicht in der Lage ist, ist kein Freund oder selbst betroffen von Alkoholabhängigkeit und scheut so den "Blick in dem Spiegel", so nennen wir das unter trockenen Alkies.

Und mal ganz ehrlich, würdest Du genüßlich in Gegenwart Deiner liebsten Freundin beispielsweise Torte essen, wäre sie Diabetikerin und dürfte das nicht essen ? Damit kann man sowas vergleichen. Ein Freund tut sowas einfach nicht. Weil er damit den anderen in große Gefahr bringt.

Handelt man, wie oben beschrieben und baut sich einen neuen Freundschaftskreis auf, wird man sehr schnell merken, wer von den alten "Freunden" wirklich bleibt, wer da wirklich Freund ist oder war. Da trennt sich dann schnell die "Spreu vom Weizen" und das kann auch sehr schmerzlich sein. Aber im Endeffekt geht kein Weg dran vorbei, auch das wissen alle langjährig Trockenen.
Auch ich mußte das so tun, aber ich hatte das große Glück, das ich fast alle Freunde behalten konnte, sie verstanden und benahmen sich dann auch entsprechend. Und die, die gehen mußten, waren nie Freunde. So einfach ist das und doch so schmerzlich.

LG vom
Lianchen



Nachricht bearbeitet (11.11.2009 09:32)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
noch ne Ergänzung....tzzzz
11. November 2009 10:01
Ahne schrieb:

> Alles hat sich verändert, POSITIV, ich habe wohl echt ne
> negative Aura ausgestrahlt. Ich könnt ein Buch schreiben,
> vielleicht mach ichs mal :-)

Auf den Trichter bin ich auch schon mal gekommen, mit dem Buch. ABER auch das birgt Gefahren. Es kann wieder dazu führen, etwas perfekt machen zu wollen, denn es ist sehr viel Arbeit und mit sehr viel Aufwand verbunden. Die Idee ist allerdings gut, das meine ich damit nicht.

Desweiteren könnte es dazu führen, in ein "Helfersyndrom" zu rutschen, das passiert vielen Suchterkrankten und auch anderweitig Kranken. Meist war dieses Helfersyndrom wohl schon immer in einem, aber es kann dann akut ausbrechen oder auch überhaupt, wenn vorher keins vorhanden war.
Das ist ein Grund, warum ich mich aus einem anderen Forum verabschiedete, auch mir drohte diese Gefahr und ich wollte nicht eine Sucht gegen eine andere auswechseln, ich neige eh schon dazu.

Und um anderen helfen zu können mit eigenen Erfahrungen, dazu gehört SEHR VIEL INNERE DISTANZ. Dafür sollte man richtig ausgebildet sein.
Früher war ich auch da anderer Meinung, ich meinte, nur Betroffene können sich untereinander verstehen. Auch das stimmt so, aber vermindert auch die Fähigkeit zur inneren Distanz, so meine Meinung. Heute denke ich, ein guter Therapeut braucht vor allem Einfühlungsvermögen, muß aber nicht zwangshalber selbst suchterkrankt sein.

Es gibt aber andere gute Möglichkeiten:
Beginne ein Tagebuch, falls Du noch keins hast.
Schreibe vielleicht Kurzgeschichten, für den Bekanntenkreis ?
Oder ähnliches...
Das überfordert nicht so stark, denke ich.

Und liebe Ahne, eins kann ich Dir versprechen, es wir ein "Buch" mit endlosen Fortsetzungen, tausenden von Kapiteln... und das ist nix bedrohliches, sondern etwas sehr schönes :-) Weil es LEBEN bedeutet, weil man weitergeht, weil man sich entwickelt, und ich kann Dir eins versprechen: Es hört NIE auf.
Wenn man sich erst einmal auf diesen Weg gemacht hat, mutig genug dafür war, wird es eine Reise ins Ich und ich weiß heute, das sie für mich lebenslang sein wird. Und weißte was ? Ich freu mich drauf :-)

so nu aber echt.... ;-)
LG
vom Lianchen



Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: kleines Lebenszeichen
11. November 2009 21:24
Na trienchen!!!

hattest ja jetzt Deinen 1. Nichtrauchergeburtstag: ich vielleicht auch irgendwann ;-)

Naja, wer bekommt schon gern nen Spiegel vorgehalten?????
Ich habe es nicht sehen wollen........schon gar nicht von Menschen, die mich nicht kennen.

Meine Umfeld hat kaum eine Veränderung an mir wahrgenommen... da wagen es Fremde, mir den Spiegel vorzuhalten??? Hallo,, gehts noch?????

is schon O.K. bin nich nachtragend. Manchmal lesen Fremde besser zwischen den Zeilen.

Was macht deine Tochter?

Ahne





159 cm klein
weiblich 3 Kinder
38 Jahre
Re: kleines Lebenszeichen
11. November 2009 21:39
Hallo Ahne,
Du sprachst ja grad triene an, aber ich mag auch gern was dazu sagen, wenns erlaubt ist ;-)

Ahne schrieb:

> Meine Umfeld hat kaum eine Veränderung an mir wahrgenommen...
> da wagen es Fremde, mir den Spiegel vorzuhalten??? Hallo,,
> gehts noch?????
>
> is schon O.K. bin nich nachtragend. Manchmal lesen Fremde
> besser zwischen den Zeilen.

Das kann mehrere Gründe haben, warum andere nix bemerken (wollen).
Sie sind persönlich meisst involviert und wenn ne Ahne nicht mehr so funzt wie gehabt, kann das Angst machen. Also wird es verdrängt, denn es könnten sich ja unbequeme Veränderungen auch für die Angehörigen, Freunde daraus ergeben.
Ich hab das ja auch so mit meiner Alk-Sucht erlebt, viele sahen schon... aber sie sagten nix.
Manchmal wünschte ich mir heut, das sie was gesagt hätten, mein damaliger Chef oder so... er sah ja auch. Ich sprach später mal mit ihm darüber, aber er sagte, sein Bruder sei selbst erkrankt und er wußte, das ich noch nicht so weit bin, um zuzuhören oder gar meine Sucht einzugestehen. Er hatte wohl recht... aber es hätte auch für mich ne Chance gegeben, da dann einfach zusammenzubrechen und alles zu sagen, denn ich war einmal sooo kurz davor.
Hätte...Könnte...Sollte... es lief aber nun mal anders.
Aber JETZT ist JETZT und es ist Vergangenheit, und vor allem mache ich niemanden einen Vorwurf dafür.

Und Ja, machmal sehen "andere" eher... das ist einfach so, weil man persönlich ja kaum den nötigen Abstand zu sich hat ;-)
Ist aber völlig menschlich und normal. Darum ist es immer gut, sich mal andere Sichtweisen anzuhören, sie können bereichern. Und man sortiert das halt aus, was so gar nicht zutrifft, dazu gehört natürlich aber auch Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.

Menschen machen Fehler, und die sollte man sich auch selbst wieder verzeihen. Wir sind keine Maschinen. Zum Glück.
Man darf sich auch nicht zu viele Selbstvorwürfe machen, trotz Selbstkritik. Denn die ziehen einen nur noch mehr runter. Lieber sagen, ab heut mach ich es besser... und das gilt für alles mögliche... finde ich jedenfalls ;-)

LG
vom plappernden Lianchen :-)



Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: kleines Lebenszeichen
11. November 2009 21:49
Wow, das war viel zum Lesen.

ja, kann mich noch dran erinnern, dass die ADerpi genommen hast, wusste aber nicht, dass du noch immer was nimmst.

Die Aponal hab ich als mies empfunden, war nur noch ne Schlaftablette, ohne Antrieb, dafür mit extrem trockenem Mund und Fresssucht.

Die letzteren waren gut. Ich habe von 20 auf 5 mg abgesenkt, bis ich sie weglassen durfte.

Aber ja, ich weiß, man wird so etwas nicht mehr los, die Rückfallquote liegt hoch, manche erst nach Jahren, die Psyche des Menschen ist unergründlich.

Meine Mutter und mein Bruder sind seid vielen Jahren depressiv, mit Höhen und Tiefen.

Hätte ich keinen Zusammenbruch erlitten, würde ich heut noch excessiv leben....100 pro

Ich habe oft bei Alk und Zigarette gesessen und mich nach dem Sinn oder Unsinn des Lebens gefragt.

Ich habe ihn wieder gefunden. Beispiel:
Heut war das Martinsfest. Sonst ein Fest wo ich hinging, Laternenumzug....Glühwein. punkt

gestern: 2 Kuchen gebacken... heut mittag nur einen Joghurt und 2 Tassen Kräutertee, dafür einen tollen Umzug...strahlende Kinderaugen mit viel tollem Gesang, anschließend: heiße Schokolade, 3 Stücken Kuchen und noch ein Paar Wiener mit Kartoffelsalat. Nun steinigt mich......nee.war echt toll

Man könnte sagen. voher..nachher Show.

Und meine Maus war jetzt 2x hintereinander in der Zeitung...das ist Leben.

Ja belight, die Gefahr lauert wohl an jeder Ecke. Es gibt zwar Hilfe, die man auch erstmal annehmen muss, aber ändern wollen, muss man es ganz allein.

Puhh, hab ich das jetzt richtig ausgedrückt? Glaub schon.

muss morgen um 4.30 Uhr raus.. dringend Zeit fürs Bett.

In diesem Sinne gute Nacht

Ahne





159 cm klein
weiblich 3 Kinder
38 Jahre
Re: kleines Lebenszeichen
11. November 2009 21:57
Lianchen,

zu Dir wär ich noch gekommen, aber heut nicht mehr, ich muss morgen früh raus und brauch meine Schlaf ...die Schönheit verstehste dat Schätzchen?;-)

ich weiss nicht, ob wir nicht besser im OT weiterschreiben, es ist ein tolles Thema, weil es Viele betrifft und auch viele Lebenssituationen, wie z.B. Abnehmen, aber ich möcht hier kenem auf n Senkel gehn.

Am Freitag hab ich frei, entweder morgen abend oder am Freitag, aber deinen Beiträgen stimme ich im Großen und Ganzen zu, wir können uns sicher noch gut austauschen

Schlaf schön Lianchen

Ahne



Nachricht bearbeitet (11.11.2009 21:59)



159 cm klein
weiblich 3 Kinder
38 Jahre
Re: kleines Lebenszeichen
12. November 2009 07:51
Meine Tochter ist gerade frisch verliebt und den jungen Mann könnte ich mir glattweg als Schwiegersohn vorstellen. Ein kleiner Holländer, der in Deutschland groß geworden ist, dieselbe Ausbildung bestreitet, nur leider in Bremen (meine Tochter in HH). Aber die beiden sind goldig.
Ansonsten schmeißt sie neben der Ausbildung einen Kneipenjob, schult sich auf der Volkshochschule in Spanisch und Französisch weiter (ihr theoretischer Unterricht findet nur auf englisch statt), hat Hunderttausend Wünsche zu Weihnachten und war dieses Jahr fast jeden Monat in einem anderen Land unterwegs, teils beruflich, teils privat.

Du siehst, sie entwickelt sich und ist eine super starke kleine Persönlichkeit. Mamai ist stolz!!!



Ziel erreicht
weiblich; 42 Jahre, 158 cm
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