So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 09:03
Schönen guten Morgen allerseits :-)

Ich quäle mich heute mit heftig zwickenden Bauchmuskeln, weil ich gestern eine Stunde in einem BBP-Kurs geschwitzt habe - aber ich fühle mich gerade deshalb saugut ;-)
Ich habe da aber eine erstaunliche Beobachtung gemacht. Man guckt sich ja so die Leute an... also, in der ersten Reihe eine superschlanke Blondine, die ich spontan in die Kategorie "Hungerhaken" eingeordnet habe, neben mir ein sehr trainiert wirkender Mann (ja, auch Männer besuchen BBP-Kurse!) mit ordentlich Muckis an Armen und Beinen. Ich habe dem Mann eindeutig größere Durchhaltechancen eingeräumt!
Kurz vor Ende des Kurses dann folgendes Bild: die Blondine hatte einen leichten Schweißfilm auf der Stirn, wirkte aber ansonsten ganz entspannt, hatte alle Übungen problemlos bis zum Ende durchgekriegt und sah noch gar nicht ausgepowert aus. Der Muckimann dagegen war fix und alle, schweißüberströmt, rote Birne, und hat bei so mancher Bauchmuskelübung frühzeitig die Grätsche gemacht.
Ich muß zugeben, da war ich platt. Wie geht das denn, wenn man doch offensichtlich wohldefinierte Muskeln hat, dass man dann so kläglich versagt?

Ähm, ich selbst übrigens war irgendwo dazwischen, mit deutlicher Tendenz zur Verfassung des Muckimannes.... *seufz* - ich arbeite an mir! Aber Spaß hat's gemacht!!!

Liebe Grüße von
Schlumpfine



Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen. Es mag allerdings sein, dass Du Dich dafür anstrengen mußt.
Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 09:09
Schlumpfine schrieb:

> Der
> Muckimann dagegen war fix und alle, schweißüberströmt, rote
> Birne, und hat bei so mancher Bauchmuskelübung frühzeitig die
> Grätsche gemacht.
> Ich muß zugeben, da war ich platt. Wie geht das denn, wenn man
> doch offensichtlich wohldefinierte Muskeln hat, dass man dann
> so kläglich versagt?

dann hat er vermutlich die Muskeln an anderen Stellen, die in diesem Falle nicht geholfen haben. Wenn ich 'nen Bizeps hab wie 'ne Melone, muss das ja nicht heißen, dass meine Bauchmuskeln genauso gut trainert sind.


LG Bea



Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 09:28
Hallo Schlumpfine,

och, mich erstaunt das gar nicht so sehr.
Muskeln sagen ja noch nix über Gelenkigkeit, Ausdauer etc. aus.
Sind halt "nur" Muskeln...
Ich könnte mir sogar vorstellen, das Muskelpakete bei einigem sogar hinderlich sein könnten.
Und wie ich bei meinem Warm-Ups mit meinem BBP-DVD`s merke, gehört auch etwas "Taktgefühl" dazu, um nicht zu sehr durcheinander zu kommen, gibt so Musik dazu. Da bin ich anfangs schon etwas hinterhergehinkt, bis ich den Dreh raushatte.
Und das alles konnte die sehr schlanke Blondine vielleicht besser ?

Ich hätt aber viel lieber dat Schlumpfinchen dabei gesehen, toll, das Du das mitgemacht hast, meine Bewunderung. Immer mal was Neues ausprobieren, das halte ich AUCH für wichtig, eben KEINE Angst vor Veränderungen zu haben, in ALLEN Bereichen. Das finde ich gut :-)

Liebe Grüße
vom
auch BBP-geschädigtem ;-)
Lianchen



Nachricht bearbeitet (24.07.2009 09:29)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 09:36
Lianchen schrieb:

> Ich hätt aber viel lieber dat Schlumpfinchen dabei gesehen,
> toll, das Du das mitgemacht hast, meine Bewunderung. Immer mal
> was Neues ausprobieren, das halte ich AUCH für wichtig, eben
> KEINE Angst vor Veränderungen zu haben, in ALLEN Bereichen. Das
> finde ich gut :-)

...ähh, hallo!?! Was soll das denn jetzt heißen? Toll, dass die Rollstuhloma sich das getraut hat? Hömma, jetzt bin ich aber echt beleidigt ;-)

Aber ehrlich, ich bin da vollkommen schmerzfrei, was andere über mich denken in so einem Kurs ist mir reichlich egal. Und obwohl ich selbst mir natürlich auch die Leute angucke, die da so rumturnen, würde ich mich nie über ein Dickerchen oder über eine untrainierte Schnaufnase lustig machen. Schließlich geht man GENAU DAFÜR in solche Kurse, um fitter zu werden, um Gewicht zu verlieren, um sich besser zu fühlen. Und ich habe vor rotgesichtigen, schwitzenden Dicken im Fitnessstudio erheblich mehr Respekt als vor den ausgeruhten auf dem Sofa, denn erstere tun etwas dafür, ihre Verfassung zu ändern.

Liebe Grüße,
Schlumpfine



Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen. Es mag allerdings sein, dass Du Dich dafür anstrengen mußt.
Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 09:38
Wer weiß denn, wo genau er seine Muckis herhat!?! Wer weiß schon, welche Mittel oder Eiweiß-Shakes er sich zu Gemüte führt!?

Ich stehe eh nicht so auf die super Mucki-Männer. Es ist doch viel schöner, wenn sich so etwas nur leicht abzeichnet. Finde ich ästhetischer.

Am schönsten am Sport finde ich, wenn man feststellt, dass einem die Übungen plötzlich viel leichter fallen oder das man z.B. ganz locker mal ne Runde joggen gehen kann. DAs ist für mich die Motivation und nicht die Muckis.

Aber über Geschmack kann man sich ja bekanntlich streiten!!

Mach nur weiter so Schlumpfinchen! Finde es auch toll!

LG Ally




Wohlfühlgewicht wären 65 kg
Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 09:42

> ...ähh, hallo!?! Was soll das denn jetzt heißen? Toll, dass die
> Rollstuhloma sich das getraut hat? Hömma, jetzt bin ich aber
> echt beleidigt ;-)

WAAAAAAAAAAAAAH !!!! SO war das ja nie gemeint, aber schon, als ich es schrieb, hatte ich Angst, das Du es evtl. so auffasst. Sorry, natürlich biste KEINE Rollstuhl-Oma....tzzzzzz
Du bist das Sport-Schlumpfinchen... is ja wohl klar !!
Ääähm, neee auch nicht... Du bist das supi-dupi-aktiv-power-BBP-Schlumpfinchen !!!
SOOOO meinte ich das ja !!

Liebe Grüße
vom
Lianchen ;-)



Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 10:03
Lianchen schrieb:

> Du bist das Sport-Schlumpfinchen... is ja wohl klar !!
> Ääähm, neee auch nicht... Du bist das
> supi-dupi-aktiv-power-BBP-Schlumpfinchen !!!
> SOOOO meinte ich das ja !!

Na, da hast Du ja gerade nochmal so die Kurve gekriegt, liebes Lianchen!!
Power-Schlumfine, ja fein, das gefällt mir *schmeichel*

oh...nicht so dolle lachen, mir tun doch die Bauchmuskeln weh...
Schlumpfine



Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen. Es mag allerdings sein, dass Du Dich dafür anstrengen mußt.
Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 14:25
Bei Power-Schlumpfine fällt mir gerade eine Folge von den Schlümpfen ein, die wir vor ein paar Monaten mal gesehen haben und bei der ich einen totalen Lachanfall gekriegt habe: Ich glaube, das war Poeti, der sagte: "Was wäre Toulusi ohne seine Malerei? Was wäre Hefti ohne seine Kraft? Was wäre ich ohne meine Poesie? (...) Was wäre Schlumpfine ohne ihre Schönheit?"
Also Schlumpfine, so als einzige Frau unter den Schlümpfen, ist schön. Sonst nix.
Da bin ich doch froh, dass du etwas mehr bist, so eine richtige Power-Schlumpfine!!
;-)
LG Jessi
Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 14:46
jessifuzz schrieb:

> Also Schlumpfine, so als einzige Frau unter den Schlümpfen, ist
> schön. Sonst nix.
> Da bin ich doch froh, dass du etwas mehr bist, so eine richtige
> Power-Schlumpfine!!
> ;-)
> LG Jessi

Oh, das hast Du aber lieb gesagt!! *freu*

Aber ich finde das auch. Als ich gestern im BBP-Kurs der gertenchlanken (grr!), knackigen (grrrrr!!), trainierten (grrrrrrr!!!!!) Blondine so zugeschaut habe, hab ich mich auch erstmal wie ein Trampeltier gefühlt, aber dann dachte ich mir auch, ach, was soll's! Hübsch und knackig ist sie ja, aber wer weiß denn, was sie sonst für Probleme hat?

Ich bin zwar nicht gerade 'ne Elfe, aber ja trotzdem schlank, meine Beine sind nicht modelhaft, aber gesund, und ich hab ein ausgefülltes und zufriedenes Leben, liebe Menschen, eine intakte Familie und jede Menge Power ;-) - das ist doch alles viel wichtiger! Und am knackig werden kann ich arbeiten :-) :-)

LG
Schlumpfine



Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen. Es mag allerdings sein, dass Du Dich dafür anstrengen mußt.
Re: So kann man sich täuschen!
24. Juli 2009 17:37
Hallo Schlumpfine

Mal eben folgendes dazu, was ich neulich irgendwo las, mir auch logisch erscheint und ich auch selbst manchmal schon so feststellte, es aber so nie aussprach.

Es wurde festgestellt, das es „schöne "Menschen" einfacher im Leben haben, da ihnen Sympathie oft "einfach so" zufliegt. Denn schöne Menschen wirken nun mal oft auf andere besonders anziehend und auch komischerweise gesund. Das ist aber schon lange bekannt.

Interessant war aber die Feststellung, das sich gerade DARUM auch schöne Menschen weniger bemühen müssen. Sie kennen weniger enttäuschende Erlebnisse, es wird ihnen leichter gemacht als anderen, aber das hat auch Folgen. Sie bilden weniger "geistigen Tiefgang" aus, kommen mit Schwierigkeiten sehr viel schlechter klar und haben es deshalb doch wieder nicht besser im Leben.
Denn irgendwann beginnt es aufzufallen. Depressionen und anderes können die Folgen sein. Erklärt auch das manchmal erstaunlich geringe Selbstwertgefühl dieser Menschen. Sie haben oft nicht gelernt, sich durchsetzen zu müssen, gegen Dinge ankämpfen zu müssen, eine eigene Meinung zu haben und die auch vertreten zu müssen, um weiter zu kommen. Aber erst all das lässt uns auch geistig reifen !

Also beneide ich sie nicht wirklich. Und ganz sicher gibt es hiervon auch Ausnahmen.
Beispielsweise lässt sich ein hoher Intelligenzquotient nicht völlig unterdrücken, denn Intelligenz ist vererblich, das ist erwiesen.
Wird sie aber nicht gefördert, verkümmert auch die teilweise. Und bei besonders schönen Menschen wird teilweise weniger gefördert, weil man denkt, die haben doch eh schon alles.
Und wenn das Gehirn nicht entsprechend gefordert wird, nicht all seine vielfältigen Möglichkeiten ausnutzen kann (alle kann es eh niemals nutzen), gilt immer das gleiche, das ist so ein Grundsatz in der Hirnforschung: Use it or lose it.
Das bedeutet, wenn man Fähigkeiten, die uns allen mitgegeben wurden, nicht entsprechend nutzt, verlieren wir sie.

Intelligenz ist aber noch nicht alles. Auch mit sehr viel Förderung kann man seinen IQ nicht beliebig steigern, nur bis zu 10 Punkte. Anders herum kann man aber mehr "verlieren"“... zum Beispiel lange Aufenthalte in Personenkreisen, deren IQ tief darunter liegt.

Wollen die Eltern nun ihre Kinder zu Intelligenzbestien machen, aber selbst über keinen entsprechenden IQ verfügen, geht das auch meist schief und es wird für Kinder zur unendlichen Qual. Denn woher soll es kommen, wenn bei den Eltern auch nich viel da is ?
Sicher gibt es auch sog. "Wunderkinder"“... Mozart beispielsweise. Seine Eltern waren nicht soooo schlau, er aber komponierte sehr früh Musikstücke. Das liegt dann daran, das die Gene nicht nur von den Eltern weitergegeben werden, es wird evtl. dann ein Großelternteil über einen gewissen IQ verfügt haben, also die erbliche Anlage beschränkt sich nicht nur auf die Eltern.

Aber ich schweife ab ;-) liegt aber auch daran, das Hirnforschung und daraus resultierendes menschliches Verhalten so ein bisschen mein Hobby ist, ich hätte auch gern was entsprechendes studiert, aber sollte nich sein… :-/
Vieles ist nämlich schon rein daraus erklärbar und das verwundert mich immer wieder. Und auch, WIE perfekt unser Gehirn arbeitet, eine mega-Schaltzentrale… und schon kleineste Dysfunktionen können fatale Folgen haben, merkt man aber immer erst, wenn es passiert :-(

Lieben Gruß
vom
Lianchen



Nachricht bearbeitet (24.07.2009 17:43)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: So kann man sich täuschen!
25. Juli 2009 00:30
Liebes Lianchen!

Schöne Menschen haben es nicht immer einfach! Glaube mir! Das ist totaler Nonsens!

Auch schöne Menschen, sogar viele davon, plagen sich mit Komplexen rum. Viele werden ausgenutzt, weil sie halt "so schön" sind und von vielen wird erwartet, dass sie viel schlauer sind, als andere, denn sie müssen ja beweisen, dass sie nicht "nur schön sind".

Es ist wirklich so, wie mal eine Freundin zu mir sagte: Unter jedem Dach findet sich auch ein "Ach"....!


so long,

LG Ally




Wohlfühlgewicht wären 65 kg
Re: So kann man sich täuschen!
25. Juli 2009 22:12
Lianchen schrieb:

> Aber ich schweife ab ;-) liegt aber auch daran, das
> Hirnforschung und daraus resultierendes menschliches Verhalten
> so ein bisschen mein Hobby ist, ich hätte auch gern was
> entsprechendes studiert, aber sollte nich sein� :-/

Kann ja noch werden!! Ich habe sehr viele Kommilitonen über 40, viele auch erst im Rentenalter. Es ist ja nie zu spät, nochmal was Neues anzufangen. So gibt es immer etwas in der Zukunft, worauf man sich noch freuen kann! :-)
Re: So kann man sich täuschen!
25. Juli 2009 23:41
Uii!

Die sind über 40 !?! Du weckst in mir ein Interesse auf neue Gebiete!!!
Was um Himmels Willen studierst du denn?

LG Ally




Wohlfühlgewicht wären 65 kg
Re: So kann man sich täuschen!
26. Juli 2009 00:22
Das sind in Wirklichkeit Altersdemenz-Erkrankte, liebe Ally, mit denen Jessi da "studiert".
"Studiert" stimmt schon... aber sie nennen dort die armen Versuchspersonen, die dort untersucht (studiert)werden, nur "Kommilitonen"... damit die dat nich so merken... ;-)

Du hast Interesse an "neuen Gebieten" ??
Okay, dann bewerben wir beide uns dort auch, da lernen wir dann jeden Tag was Neues, einfach deshalb, weil wir das vom Vortag schon längst wieder vergessen haben. Jeden Tag ein VÖLLIG NEUES GEBIET... hähähähä

Liebe Grüße
vom fies grinsendem Lianchen
das sich gleich ma ne neue Windel ummacht ;-), nachdem sie ihre in Schonkaffee getunkten Spekulatius aufgegessen hat.



Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re:an Jessi
26. Juli 2009 00:28
Hallo liebe Jessi,

Nein, es ist sicher nie zu spät, was Neues anzufangen. Astronautin wäre übrigens mein anderer Traum gewesen... aber nach dem damaligen Challenger-Unglück wurde ich skepisch... wer will schon ne Luftbestattung :-/ ?

Naja, ich bin auch mit meinem jetzigen Beruf ganz zufrieden :-) auch wenn er damals nicht mein Traumberuf war. Aber ich war jung und brauchte die Kohle ;-) und mittlerweile ist er mein "Fast-Traumberuf" geworden, aber ich finde es schon toll, wenn es sich auch ältere Menschen noch zutrauen, zu studieren :-)

Liebe Grüße
vom Lianchen



Nachricht bearbeitet (26.07.2009 00:30)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: So kann man sich täuschen!
27. Juli 2009 08:03
Hi Liane!

> Sicher gibt es auch sog. "Wunderkinder"�... Mozart
> beispielsweise. Seine Eltern waren nicht soooo schlau, er aber
> komponierte sehr früh Musikstücke. Das liegt dann daran, das
> die Gene nicht nur von den Eltern weitergegeben werden, es wird

Ich denke, gerade Mozart ist ein schlechtes Beispiel für deine Argumentation. Mozarts Vater Leopold war sehr wohl ein begabter Komponist, und er hat seine Kinder extrem gefordert und gefördert. Ohne diese Erziehung wäre Mozart höchstwahrscheinlich nie das geworden, was er war. Gerade im Bereich der Musik spielt die Ausbildung eine große Rolle, man braucht sehr viel Grundlagenwissen, um komponieren zu können.

Die Rolle der angeborenen Intelligenz wird gemeinhin überschätzt. Natürlich muss eine gewisse Begabung vorhanden sein, aber 90% des Erfolges macht der Fleiß aus. Wenn man Interviews z.B. mit Nobelpreisträgern liest, so haben sie alle eines gemeinsam: sie sind extrem fleißig. Ein weniger Begabter, aber fleißiger, wird mit Sicherheit mehr erreichen als das faule Genie. Das gilt für alle Bereiche, ob Kunst oder Wissenschaft. Erfolg kommt niemals von ungefähr, es sieht nur von außen so leicht aus. Man sieht von außen nur das Ergebnis, für das, was dahinter steckt, muss man sehr viel genauer hinsehen.



---lg,

Manuela

---hat sich auf 60kg eingependelt
Re: So kann man sich täuschen!
27. Juli 2009 12:37
Hallo Manuela,

Ja, Du hast recht, Mozart war ein schlechtes Beispiel, habe das auch grad nochmal recherchiert, da hab ich was durcheinander gebracht, sorry.
Aber auch dieses "schlechte"“ Beispiel zeigt ja nur wieder, das auch Talent vererblich ist, in diesem Fall von seinem Vater. Ich schrieb aber auch, DAS es irgendwo herkommen müsse, Du hast mich nicht zuende zitiert ;-) und das ist ja dann auch so.
Wäre er so erfolgreich gewesen, wäre kein Talent dagewesen ?
Aber er wäre auch ohne Förderung sicher nicht so erfolgreich geworden, ich habe aber auch nie behauptet, das man Talent nicht fördert sollte, eher ganz im Gegenteil.
Aber gerade Musikalität beispielsweise ist nicht erlernbar, entweder ist sie da oder eben nicht.

Ein Beispiel dazu meine eigene Tochter... sie versuchte sich in einigen Musikinstrumenten, von sich aus. Ich sagte dazu nix, ließ sie sogar Musikunterricht nehmen, sie bekam also auch fachliche Förderung. Leider ist ansonsten niemand in unserer Familie musikalisch. Sie quälte sich an den verschiedenen Instrumenten, aber konnte den Takt nicht halten etc. bis sie irgendwann aufgab. Wäre sie mit mehr Fleiß musikalisch geworden ? Ich denke nicht. Es ist ihr leider halt nicht mit "in die Wiege gelegt worden".

Desweiteren kann mich dem nicht anschließen, das die Rolle der Vererbung bei der Intelligenz überschätzt wird, das war wohl bisher eher anders herum. Menschen denken allerdings gern, das ALLES möglich ist und davon werden sie auch gegenteilige Untersuchungsergebnisse nicht abhalten.

>Man sieht von außen nur das Ergebnis,
> für das, was dahinter steckt, muss man sehr viel genauer
> hinsehen.
>
Kaputte Kinderseelen und später kaputte Erwachsenenseelen durch frühe Überforderung sprechen da Bände... und WENN man mal ein bisschen genauer hinsieht, sieht man auch DAS.

Intelligenz bedeutet: "die geistige Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und Problemlösungen zu finden".
Bei den genannten Nobelpreisträgern ist diese Fähigkeit ja wohl vorhanden, ansonsten wäre der Erfolg eher ausgeblieben. Und an den Problemlösungen mußte sicher mit viel Fleiß gearbeitet werden, unbestritten, aber die Fähigkeit zum Erkennen von Zusammenhängen steht VOR der Problemlösung, ansonsten wäre die Problemlösung nicht möglich.
Und je schneller ein Problem erkannt und gelöst wird, desto höher der IQ. So arbeiten jedenfalls herkömmliche Intelligenztest zum ermittteln des IQ.

Aber nicht nur der zählt, es gibt auch noch den emotionalen IQ und selbst bei hochintelligenten Menschen kann der durchaus niedrig sein. Auch mit einem hohen emotionalen IQ kann man erfolgreich sein, beispielsweise in sozialen Berufen, aber das wird dann eher weniger bekannt.

Wie auch immer, ich wollte im Grunde nur sagen, worum es auch ursprünglich ging, das es auch schöne Menschen nicht einfacher haben im Leben, vielleicht kam aber auch das falsch rüber, dann bitte ich mir das nachzusehen.

Lieben Grüß
vom
Lianchen



Nachricht bearbeitet (27.07.2009 12:45)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: So kann man sich täuschen!
27. Juli 2009 13:47
Hi Lianchen!

> Wäre er so erfolgreich gewesen, wäre kein Talent dagewesen ?
Natürlich nicht, ein gewisses Talent ist auf jeden Fall Voraussetzung. Immer, wenn ich meinen Sohn singen höre, denke ich, Mozart ist keiner an ihm verloren gegangen ;-).

> Aber gerade Musikalität beispielsweise ist nicht erlernbar,
> entweder ist sie da oder eben nicht.

Ohne Talent kommt man halt nur bis zu einem gewissen Punkt, ab dem es beim größten Fleiß nicht mehr weitergeht.

> irgendwann aufgab. Wäre sie mit mehr Fleiß musikalisch geworden
> ? Ich denke nicht. Es ist ihr leider halt nicht mit "in die
> Wiege gelegt worden".

Es kann halt nicht jeder Mozart sein. Gottseidank.

> Desweiteren kann mich dem nicht anschließen, das die Rolle der
> Vererbung bei der Intelligenz überschätzt wird, das war wohl
> bisher eher anders herum. Menschen denken allerdings gern, das
> ALLES möglich ist und davon werden sie auch gegenteilige
> Untersuchungsergebnisse nicht abhalten.

Das habe ich schlecht formuliert. Ich meinte, dass bei dem, was letztlich rauskommt - dem Erfolg -, die Rolle der Begabung überschätzt und der Fleiß unterschätzt wird.
>
> >Man sieht von außen nur das Ergebnis,
> > für das, was dahinter steckt, muss man sehr viel genauer
> > hinsehen.
> >
> Kaputte Kinderseelen und später kaputte Erwachsenenseelen durch
> frühe Überforderung sprechen da Bände... und WENN man mal ein
> bisschen genauer hinsieht, sieht man auch DAS.

Daran habe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gedacht. Ich habe nur Erwachsene gemeint, die sich kraft ihres Fleißes "emporarbeiten". Was ehrgeizige Eltern bei ihren Kindern anrichten können, ist wieder ein ganz anderes Kapitel.

> Aber nicht nur der zählt, es gibt auch noch den emotionalen IQ
> und selbst bei hochintelligenten Menschen kann der durchaus
> niedrig sein. Auch mit einem hohen emotionalen IQ kann man
> erfolgreich sein, beispielsweise in sozialen Berufen, aber das
> wird dann eher weniger bekannt.

Sozialer Erfolg ist unserer Geldgesellschaft praktisch nichts wert, weil nur schwer messbar. Und soziale Kompetenz wird hauptsächlich Frauen zugeschrieben, deren Fähigkeiten nach wie vor als weniger wertvoll eingeschätzt werden als die technischen Fertigkeiten der Männer (es gibt natürlich auch technisch unbegabte Männer bitte diese Aussage jetzt nicht zu kritisieren, ich müsste mehrere Seiten schreiben, um es so formulieren zu können wie ich es meine). Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Solange Frauen sich nicht flächendeckend weigern, diese Leistungen gratis und ohne entsprechende Anerkennung zu erbringen, wird sich daran nichts ändern.
>
> Wie auch immer, ich wollte im Grunde nur sagen, worum es auch
> ursprünglich ging, das es auch schöne Menschen nicht einfacher
> haben im Leben, vielleicht kam aber auch das falsch rüber, dann
> bitte ich mir das nachzusehen.

Das konnte ich selber zu meinem Erstaunen auch immer wieder feststellen. Wenn man sich selber als eher unattraktiv für das andere Geschlecht einschätzt, denkt man in jungen Jahren, dass es schöne Menschen wesentlich leichter haben. Und dann stellte ich fest, dass die besonders schönen Frauen in meiner Umgebung keineswegs bessere Beziehungen oder die begehrenswerteren Männer hatten, eher im Gegenteil.



---lg,

Manuela

---hat sich auf 60kg eingependelt
Re: So kann man sich täuschen!
27. Juli 2009 14:28
Hallo Manuela,

das, was Du jetzt schreibst, kann ich wieder beinah ;-) widerspruchslos so unterschreiben.
Und bei meiner Tochter sah ich zwar, das sie unmusikalisch ist, aber wenn ich mich geirrt hätte ? Das Risiko wollte ich ja auch nicht eingehen, also unterstützte ich sie trotzdem. N Mozart wird aber auch nie aus ihr, aber dafür ist sie widerum "sozial kompetent" :-)
Sie ist hilfsbereit, aber nicht aufopfernd, hat viele Freundinnen und auch das hat wohl Gründe... und sie wird von vielen sehr gemocht, obwohl sie auch ne Kratzbürste sein kann.

Und das Frauen sich besonders in sozialen Bereichen engaieren, stimmt auch. LEIDER tun sie das viel zu oft ehrenamtlich, ohne entsprechende, auch finanzielle Anerkennung dafür. Und oftmals nicht genug ausgebildet dafür, was wieder zum ausbrennen führen kann, weil man überall gern helfen möchte, aber nicht gelernt hat, wie man innerlich distanziert bleibt dabei.
Mir persönlich sind mehrere derartige Fälle bekannt und ich ärgere mich insgeheim, das Frauen sich oft so ausnutzen lassen :-/

Und Frauen sind auch nicht unbedingt in technischen Berufen erfolgloser, auch ein Vorurteil. Ich arbeite seit 30 Jahren in einem technischen Männerberuf und so erfolglos auch wieder nich. Und widerum LEIDER hatte ich immer nur wenige weibliche Kolleginnen, die sich überhaupt ein Ingenieursstudium zutrauten.
Woher kommt das ? Weil es Frauen schon von früh auf so eingetrichtert wird. So meine Meinung. Und ihre Talente diesbezüglich missachtet, obwohl evtl. vorhanden.
Denn die wenigen Frauen in meinem Beruf, die es trotzdem wagten und sich alten Rollenklischees nicht beugten, sind durchaus ebenso erfolgreich wie Männer.

Ja Manuela, Kinder liegen mir besonders am Herzen. Weil ich leider aus meiner Arbeit in der Suchthilfe weiß, was passieren kann, wenn da einiges schiefläuft. Denn wenn man da genauer hinsieht, sieht man auch, das die Wurzeln beinah immer in der Kindheit liegen. Sei es beim Süchtigen selbst oder bei Partnerinnen, die sich an einen Süchtigen binden, denn auch diese (zu 90% betrifft das Frauen) sind suchterkrankt, suchen sich meist sogar entsprechende Partner. Nennt sich in diesem Fall CO-Abhängigkeit oder auch "Liebes bzw. Beziehungssucht" und ist mittlerweile auch eine anerkannte Krankheit, deren sich aber die meissten kaum bewußt sind.
Diese Frauen haben zum größten Teil fatale Kindheitserlebnisse.
Und die Kinder, die aus solchen Beziehungen hervorgehen, trifft es wohl noch schlimmer.

Und das ist nur die Spitze des Eisberges, man weiß heute, das Kinder aus sogenannten dysfunktionalen Familien später wahrscheinlich erkranken werden. Dazu kann vieles gehören... überzogene Strenge, überzogene Religiösität, überzogener Geiz, und vor allem Überforderung. Das übertragen nicht kindgerechter Aufgaben gehört auch dazu.
Und darum werde ich schnell hellhörig, wenn ich sehe, das Kinder auch zu allem möglichen erzogen werden sollen, was die Eltern selbst nicht hinbekamen.
Fleissig sein hat damit für mich nix zu tun. Klar müssen Kinder auch was lernen, um ihr späteres Leben bewältigen zu können, aber alles, was in Drill ausartet, wird Folgen haben. Und darauf reagiere ich dann GEWALTIG allergisch, weil ich leider aus eigenen Erfrahrungen weiß, was es anrichten kann. :-/
Und dann sag ich auch mal was dazu. Denn schweigen werde ich nicht, dann gilt für mich nämlich "wer schweigt, stimmt zu"... :-/

Liebe Grüße
vom
Lianchen :-)



Nachricht bearbeitet (27.07.2009 14:36)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: So kann man sich täuschen!
27. Juli 2009 14:39
ManuelaG schrieb:

> Wenn man sich selber als eher unattraktiv für das
> andere Geschlecht einschätzt, denkt man in jungen Jahren, dass
> es schöne Menschen wesentlich leichter haben. Und dann stellte
> ich fest, dass die besonders schönen Frauen in meiner Umgebung
> keineswegs bessere Beziehungen oder die begehrenswerteren
> Männer hatten, eher im Gegenteil.


Interessant, Eure Diskussion - da mische ich mich doch auch gleich noch ein!

Die eigene Einschätzung spielt bei der "Schönheit" oder "Attraktivität" doch keine geringe Rolle - wie man sich fühlt, das strahlt man aus und so wirkt man auch auf andere (in gewissen objektiven Grenzen, das ist klar).

Zudem mache ich da noch einen Unterschied zwischen "schön" und "sympathisch".

Ein objektiv schöner Mensch (ist ja eigentlich schon ein Widerspruch, Schönheit ist wohl schwerlich objektiv, aber ich hoffe, ihr wisst, was ich damit sagen will), der verschlossen oder unhöflich ist, würde es wohl bei niemandem leicht haben. Dagegen hat ein sympathischer (d.h. offener, freundlicher, lächelnder) Mensch auch mit kleinen Schönheitsfehlern sicherlich bei jedem gute Karten.

LG
Schlumpfine



Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen. Es mag allerdings sein, dass Du Dich dafür anstrengen mußt.
Re: So kann man sich täuschen!
27. Juli 2009 14:50
Schlumpfine schrieb:

> ManuelaG schrieb:
>
> > Wenn man sich selber als eher unattraktiv für das
> > andere Geschlecht einschätzt, denkt man in jungen Jahren,
> dass
> > es schöne Menschen wesentlich leichter haben. Und dann
> stellte
> > ich fest, dass die besonders schönen Frauen in meiner
> Umgebung
> > keineswegs bessere Beziehungen oder die begehrenswerteren
> > Männer hatten, eher im Gegenteil.
>

Dazu wollte ich auch noch wat sagen, aber Schlumpfine, Du hast es schon so geschrieben, wie ich es auch sehe.

Und auch hier wieder, was in der Kindheit passiert, ist maßgebend. Darum darf man ein Kind auch nie an Äußerlichkeiten kritisieren, das hat die spätere Auswirkung, sich unattraktiv zu fühlen und echt zu denken, schöne Menschen seien "wertvoller"
Und so schaut man dann auch besonders auf schöne Menschen und wird evtl. neidisch und findet sich noch unattraktiver.
Nur die Eltern können Kindern ein gesundes Selbstbewußtsein mitgeben. Später wird das sehr schwer und dann können nur noch Fachleute helfen, mit entsprechenden Therapien, aber es wird nie wieder ganz "heil". Dieses Heilsein können einen nur die Eltern mit auf den Weg geben, das sogenannte Urvertrauen. In andere und vor allem auch in sich selbst.

Und wenn man auch selbst nicht mehr ganz heil ist, aber trotzdem schlau, sieht man natürlich auch später selbst, das es schöne Menschen nicht einfacher haben. Das sie auch durchaus unsympathisch sein können, unhöflich oder was auch immer. Sie sind halt auch nicht perfekt und wie es innendrin aussieht, steht manchmal auch noch auf einem ganz anderem Blatt ... :-/

LG
vom
Lianchen



Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Re: So kann man sich täuschen!
27. Juli 2009 16:23
Kommunikationswissenschaften. :-) Die meisten Studenten sind natürlich zwischen 20 und 30. Aber eben nicht alle. Aber ich kenne das aus vielen Studiengängen. Für Rentner sehr beliebt sind vor allem so Sachen wie Studium generale (wobei ich gar nicht weiß, ob sie das jetzt abgeschafft haben), Sachen wie Kunstgeschichte usw. Vor meinem jetzigen Studium hab ich 3 Semester Jura studiert, da gab's auch ein paar Rentner. Es geht ja den Leuten meist nicht darum, den Beruf dann auszuüben, sondern sie wollen was für sich persönlich tun. Wird jetzt natürlich alles schwieriger nach Bologna. Leider!
Ich habe aber zum Beispiel eine Kommilitonin um die 40, die schon eine Weile im Medienbereich gearbeitet hat und jetzt studiert, um in ihrem Beruf noch weiterkommen zu können.

LG Jessi
Re: So kann man sich täuschen!
27. Juli 2009 22:14
Oh Danke für die Aufklärung, liebe Jessi!

Ich glaube, ich brauche Veränderung!!! Werde mich mal schlau machen. Kommunikativ bin ich schon mal....!!! :-)))


LG Ally




Wohlfühlgewicht wären 65 kg
Re: So kann man sich täuschen!
28. Juli 2009 07:22
Hi!

> Nur die Eltern können Kindern ein gesundes Selbstbewußtsein
> mitgeben. Später wird das sehr schwer und dann können nur noch
> Fachleute helfen, mit entsprechenden Therapien, aber es wird
> nie wieder ganz "heil". Dieses Heilsein können einen nur die
> Eltern mit auf den Weg geben, das sogenannte Urvertrauen. In
> andere und vor allem auch in sich selbst.

Tja, und genau das haben meine Eltern nicht nur verabsäumt, sondern im Gegenteil, darauf hingearbeitet, dass mein Selbstbewusstsein ja nicht zu groß wird. Denn ich könnte ja eingebildet werden. Die Logik war in etwa folgende: die ist so gescheit, da müssen wir darauf achten, dass sie sich nichts darauf einbildet. Andererseits braucht sie ja keine Bestätigung ihrer Äußerlichkeit, weil sie eh so gescheit ist. So erhielt ich weder Anerkennung wegen meiner schulischen Leistungen noch Bestätigung meiner Attraktivität als weibliches Wesen. Das Ergebnis könnt ihr euch denken.

Aber ich will nicht klagen, was ich in diesem Forum gelesen habe, hat mich erschüttert, da erscheinen mir die Probleme, die ich in meiner Kindheit hatte, plötzlich ganz unbedeutend.
>
> Und wenn man auch selbst nicht mehr ganz heil ist, aber

Ganz heil wird man nie mehr, da kann man noch so sehr an sich arbeiten.

Ich hoffe nur, dass es meinen Kindern anders geht als mir. Inzwischen weiß ich es eigentlich schon, das durch nichts zu erschütternde Selbstbewusstsein meines Älteren erschreckt mich manchmal sogar. Ein wenig mehr Bescheidenheit täte ihm manchmal ganz gut, ich hoffe für ihn, dass er es nicht eines Tages auf die ganz harte Tour lernen muss. Aber mehr als Reden kann ich nicht.



---lg,

Manuela

---hat sich auf 60kg eingependelt
Re: An Manuela
28. Juli 2009 09:27
Hallo Manuela,

ManuelaG schrieb:

> Tja, und genau das haben meine Eltern nicht nur verabsäumt,
> sondern im Gegenteil, darauf hingearbeitet, dass mein
> Selbstbewusstsein ja nicht zu groß wird. Denn ich könnte ja
> eingebildet werden. Die Logik war in etwa folgende: die ist so
> gescheit, da müssen wir darauf achten, dass sie sich nichts
> darauf einbildet. Andererseits braucht sie ja keine Bestätigung
> ihrer Äußerlichkeit, weil sie eh so gescheit ist. So erhielt
> ich weder Anerkennung wegen meiner schulischen Leistungen noch
> Bestätigung meiner Attraktivität als weibliches Wesen. Das
> Ergebnis könnt ihr euch denken.

Also ich kann mir denken, was es bewirkte... :-/
Sowas ist alles traurig, aber ich denk mir dann immer, unsere Eltern wußten es auch nicht besser damals, haben selbst entsprechende Erziehungen hinter sich und schafften es nicht, aus ihrer Haut zu kommen und es besser zu machen.
Heute weiß man einfach mehr über Kinderpsychologie und manche Eltern informieren sich auch. Ich wurde mit 17 Mutter, und vieles sagte mir allein der gesunde Menschenverstand. Den Rest las ich mir an, denn ich wollte nicht die gleichen Fehler wie meine Mutter machen. Fehler habe ich aber sicher auch gemacht... denn alle Eltern machen Fehler, aber ich denke, ich habe keine gravierenden gemacht, ich habs so gut gemacht, wie es mir möglich war.

Ich denke, eine große Fähigkeit ist die des Verzeihens. Und zu versuchen, das Beste aus allem noch zu machen. Und das versuche ich, manches zu verzeihen fällt aber schwer. Ich sehe das aber als einzige Chance, selbst zu gesunden, also direkt eine Notwendigkeit, um nicht selbst eine alte, verbitterte Frau zu werden.
Und ich denke, Wut und Hass zu empfinden hinterlässt auch tiefe Spuren und ist am meissten selbstschädigend.
Andererseits ist es auch wieder gut, Wut noch empfinden zu können und sie dann auch rauszulassen. Dann vergeht sie vielleicht besser ?

> Aber ich will nicht klagen, was ich in diesem Forum gelesen
> habe, hat mich erschüttert, da erscheinen mir die Probleme, die
> ich in meiner Kindheit hatte, plötzlich ganz unbedeutend.

Manuela, diesen Spruch hab ich schon oft gehört, aber das ist Unsinn. Die eigenen Probleme, auch wenn sie geringer erscheinen, sind IMMER genau so wichtig und groß wie die der anderen. Auch solche Gedanken machen krank, sie verführen dazu, sich selbst zu wenig wichtig zu nehmen. Und das ist nie gut, jeder Mensch ist gleich wichtig.
Ich habe öfters sowas in meiner Realen erlebt, aber da wird JEDES Problem ernst und wichtig genommen, weil wir wissen, was passiert, wenn wir es nicht aussprechen. Und das ist dann auch Thema dort und derjenige steht dann im Mittelpunkt und alles andere kommt dann erst danach. Denn derjenige braucht dann Hilfe und zwar SOFORT und die bekommt er dann auch. Sogut eben die anderen helfen können.

> Ich hoffe nur, dass es meinen Kindern anders geht als mir.
> Inzwischen weiß ich es eigentlich schon, das durch nichts zu
> erschütternde Selbstbewusstsein meines Älteren erschreckt mich
> manchmal sogar. Ein wenig mehr Bescheidenheit täte ihm manchmal
> ganz gut, ich hoffe für ihn, dass er es nicht eines Tages auf
> die ganz harte Tour lernen muss. Aber mehr als Reden kann ich
> nicht.

Das sollte Dich nicht erschrecken, darauf solltest Du lieber stolz sein, das es so ist :-)
Natürlich wird er Enttäuschungen erleben, natürlich wird er die Härte des Lebens kennenlernen, Liebeskummer haben, berufliche Mißerfolge wegstecken müssen etc. pp.
ABER er wird das besser wegstecken können und sich selbst nicht gleich in Frage stellen. Und warum nicht ? Weil er über ein solides Grundgerüst verfügt ! Und das ist verdammt viel wert, so kann ihm niemand so schnell was, er wird wieder aufstehen und weitergehen, wenn er hingefallen ist.

Liebe Grüße
vom
Lianchen



Nachricht bearbeitet (28.07.2009 09:35)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
Danke Lianchen
28. Juli 2009 10:18
für deinen ganz tollen lieben verständnisvollen Beitrag.

Ich denke, dass ich mein Leben trotz allem gut hingekriegt habe, obwohl es zeitweise gar nicht so gut ausgesehen hat. Ich habe zwei tolle, in vielerlei Hinsicht begabte Söhne, einen wunderbaren Mann (einen viel besseren könnte ich mir gar nicht vorstellen, sonst wäre er schon perfekt, und das wäre auch wieder nicht auszuhalten), einen schönen Beruf, wo ich gut verdiene etc. Und jetzt habe ich auch noch die Traumfigur, die ich mir seit Jahren gewünscht habe.

Manchmal wird mir richtig bange, da denke ich, so viel Glück auf einmal, wenn das mal auf Dauer gutgeht. Wenn ich andere Menschen sehe, die ein echt tragisches Schicksal erlebt haben und noch immer erleben (Verlust eines Kindes, Verlust des Ehepartners in relativ jungen Jahren nach einer wirklich harmonischen Ehe, schwere Erkrankung in jungen Jahren, ...), dann rufe ich mir in Erinnerung, wie gut es mir geht und dass ich dafür dankbar bin. Und ich hoffe, dass ich dem einen oder anderen durch verständnisvolles Zuhören das Schicksal wenigstens ein bisschen erträglicher machen kann. Wirklich helfen kann man in bestimmten Fällen ja ohnehin nicht, nur zuhören.



---lg,

Manuela

---hat sich auf 60kg eingependelt
Re: Danke Lianchen
28. Juli 2009 10:28
ManuelaG schrieb:

> Manchmal wird mir richtig bange, da denke ich, so viel Glück
> auf einmal, wenn das mal auf Dauer gutgeht.

Da muss ich doch nochmal zurückkommen auf den Zusammenhang zwischen Erfolg und Fleiß - ganz ähnlich ist das doch auch mit dem Glück. "Glück hat auf Dauer nur der Tüchtige" sagt man doch, und da ist auch viel dran. Dein Glück ist dir nicht zugeflogen, sondern Du hast viel und sehr zielstrebig daran gearbeitet. Warum sollte es dann nicht auf Dauer gutgehen?

Wenn ich andere
> Menschen sehe, die ein echt tragisches Schicksal erlebt haben
> und noch immer erleben (Verlust eines Kindes, Verlust des
> Ehepartners in relativ jungen Jahren nach einer wirklich
> harmonischen Ehe, schwere Erkrankung in jungen Jahren, ...),
> dann rufe ich mir in Erinnerung, wie gut es mir geht und dass
> ich dafür dankbar bin.

DAS ist auf jeden Fall immer gut, denn man sollte sein Glück nie als selbstverständlich nehmen. Mir geht das auch oft so, dass mir manchmal sehr deutlich bewußt wird, was für ein schönes Leben ich doch habe - und dann treten auch viele ärgerliche kleine Alltagsprobleme in den Hintergrund und man bekommt wieder das richtige Maß für alles.

Liebe Grüße,
Schlumpfine



Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen. Es mag allerdings sein, dass Du Dich dafür anstrengen mußt.
Re: Danke Lianchen
28. Juli 2009 10:42
Hallo Manuela,

ManuelaG schrieb:
> Ich denke, dass ich mein Leben trotz allem gut hingekriegt
> habe, obwohl es zeitweise gar nicht so gut ausgesehen hat. Ich
> habe zwei tolle, in vielerlei Hinsicht begabte Söhne, einen
> wunderbaren Mann (einen viel besseren könnte ich mir gar nicht
> vorstellen, sonst wäre er schon perfekt, und das wäre auch
> wieder nicht auszuhalten), einen schönen Beruf, wo ich gut
> verdiene etc. Und jetzt habe ich auch noch die Traumfigur, die
> ich mir seit Jahren gewünscht habe.

Na klar hast Du das alles gut hinbekommen, und ein Recht darauf, auch stolz darauf zu sein.
Und ganz ehrlich, ich möchte auch keinen perfekten Partner, sondern viel lieber einen lieben, verständnisvollen und warmherzigen, der das Herz am rechten Fleck hat und der auch zu mir hält, wenns mal eng wird. Der Rest is mir egal, dafür kann ich über andere "Schwächen" großzügig hinwegsehen.
Und die hab ich ja selbst auch !

> Manchmal wird mir richtig bange, da denke ich, so viel Glück
> auf einmal, wenn das mal auf Dauer gutgeht. Wenn ich andere
> Menschen sehe, die ein echt tragisches Schicksal erlebt haben
> und noch immer erleben (Verlust eines Kindes, Verlust des
> Ehepartners in relativ jungen Jahren nach einer wirklich
> harmonischen Ehe, schwere Erkrankung in jungen Jahren, ...),
> dann rufe ich mir in Erinnerung, wie gut es mir geht und dass
> ich dafür dankbar bin. Und ich hoffe, dass ich dem einen oder
> anderen durch verständnisvolles Zuhören das Schicksal
> wenigstens ein bisschen erträglicher machen kann. Wirklich
> helfen kann man in bestimmten Fällen ja ohnehin nicht, nur
> zuhören.

Mußt nicht bange sein, und das Glück ist eh nur immer ein flüchtiger Moment, die allgemeine Zufriedenheit ist sicher wichtiger.
Aber dankbar darf man auf alle Fälle sein. Viele kennen diese Art Dankbarkeit gar nicht mehr, erlebten sie nie. Und oft auch nicht, weil sie die dunklen Seiten des Lebens noch nicht kennen. Darum haben auch die ihr Gutes, ohne sie könnten wir diese Dankbarkeit ja garnich empfinden und wären nicht mal dankbar für Dankbarkeit ;-)

Und richtig, es ist so, manchmal hilft allein zuhören schon. Der andere erwartet nicht grundsätzlich einen Rat, sondern will manchmal einfach nur reden und auch dann wirklich gehört werden. Allein das kann schon helfen, das es wieder besser geht. Dann gilt es, empathisch zu sein, was nämlich genau das bedeutet: Zuzuhören und KEINEN Rat zu geben, sich nicht weiter einzumischen, sondern sich einfach nur einfühlen und so Verständnis zu haben, NICHT MEHR. Aber auch nicht weniger...

Liebe Grüße
vom
Lianchen :-)



Nachricht bearbeitet (28.07.2009 10:47)

Lianchen an Maschinenraum: Beam me up, Scotti !
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