Warum und Wieso?

geschrieben von Sportkatze83 
Warum und Wieso?
07. Juli 2009 15:19
Warum ist es eigentlich so dass man schwerer abnimmt desto näher man an sein Idealgewicht kommt? Es ist mir klar dass ich einen geringeren Grundumsatz mit 60 Kilo habe als mit 70 Kilo.
Aber wenn ich jetzt mit 70 Kilo einen GU von 1800 kcal habe und täglich mit 300 kcal darunter bleibe oder mit 60 Kilo einen GU von 1400 kcal habe und auch täglich 300 kcal darunter bleibe, dann müsste ich doch rein theoreitisch die gleiche Abnahme in der gleichen Zeit erzielen. In der Praxis sieht das aber anders aus. Was habt ihr für Erfahrungen in der Beziehung gemacht? Ich möchte ja noch runter auf 60 Kilo, aber die letzten Pfunde sind sowas von hartnäckig. Ich kann mir teilweise echt nicht erklären warum da nix geht (und glaubt mir, ich weiß wann ich zuviel gefuttert habe *g*).



Lg Sportkatze

26 Jahre alt
1,70 m groß

Re: Warum und Wieso?
07. Juli 2009 15:25
Sportkatze83 schrieb:

> Warum ist es eigentlich so dass man schwerer abnimmt desto
> näher man an sein Idealgewicht kommt?

Weil der Energeiverbrauch immer geringer wird.

> Es ist mir klar dass ich
> einen geringeren Grundumsatz mit 60 Kilo habe als mit 70 Kilo.

Na also.

> Aber wenn ich jetzt mit 70 Kilo einen GU von 1800 kcal habe und
> täglich mit 300 kcal darunter bleibe oder mit 60 Kilo einen GU
> von 1400 kcal habe und auch täglich 300 kcal darunter bleibe,
> dann müsste ich doch rein theoreitisch die gleiche Abnahme in
> der gleichen Zeit erzielen. In der Praxis sieht das aber anders
> aus.

Ja, weil durch den reduzierten Grundumsatz auch der Leistungsumsatz sinkt, da der Leistungsumsatz ein Vielfaches des Grundumsatzes ist.

Alex
Re: Warum und Wieso?
07. Juli 2009 16:17
7.000 kcal bedeuten ja ca. 1 Kilo Gewichtsabnahme.
Wenn ich jetzt in der gleichen Zeit 7.000 kcal einspare mit 70 Kilo und in der gleichen Zeit 7.000 kcal mit 60 Kilo (dann eben statt vom Grundumsatz vom Leistungsumsatz weg gerechnet) dann müsste ich doch in beiden Fällen 1 Kilo abnehmen oder?!



Lg Sportkatze

26 Jahre alt
1,70 m groß

Re: Warum und Wieso?
08. Juli 2009 10:02
Sportkatze83 schrieb:

> 7.000 kcal bedeuten ja ca. 1 Kilo Gewichtsabnahme.
> Wenn ich jetzt in der gleichen Zeit 7.000 kcal einspare mit 70
> Kilo und in der gleichen Zeit 7.000 kcal mit 60 Kilo (dann eben
> statt vom Grundumsatz vom Leistungsumsatz weg gerechnet) dann
> müsste ich doch in beiden Fällen 1 Kilo abnehmen oder?!

Ja.

Alex
Re: Warum und Wieso?
08. Juli 2009 10:18
Tu ich aber nicht ;-). Ich hab mir meinen AU für 60 Kilo ausgerechnet und esse so dass ich am Tag ca. 500 kcal (gerechnet vom AU überwiegend sitzende Tätigkeit) einspare (Bewegung kommt noch dazu also sinds an Sporttagen ca. 1.000 kcal). Ich hab jetzt für 1 Kilo fast drei Monate gebraucht und jetzt geht wieder überhaupt nix vorwärts. Das kanns doch wohl nicht sein!

Alex Du hast in einem anderen Beitrag geschrieben dass wenn ich 1.000 kcal Fett esse mehr auf den Hüften landet als wenn ich 1.000 kcal Eiweiß esse. Kannst Du mir das genauer erklären? Weil wenn ich am Tag 1.000 kcal esse und mein Körper aber 2.000 verbraucht dann werden die 1.000 kcal die ich ihm zuführe doch definitiv verbrannt, egal ob Fett oder Eiweiß?!?



Lg Sportkatze

26 Jahre alt
1,70 m groß

Re: Warum und Wieso?
08. Juli 2009 12:11
Sportkatze83 schrieb:

> Tu ich aber nicht ;-). Ich hab mir meinen AU für 60 Kilo
> ausgerechnet

das ist schon mal gar nicht möglich.

> Alex Du hast in einem anderen Beitrag geschrieben dass wenn ich
> 1.000 kcal Fett esse mehr auf den Hüften landet als wenn ich
> 1.000 kcal Eiweiß esse. Kannst Du mir das genauer erklären?

Der Körper benötigt für jeden Vorgang Energie. Auch für die "Verarbeitung" der Nahrung benötigt er Energie. Die Verarbeitung von Fett benötigt am wenigsten Energie, die Verarbeitung von Kohlenhydraten benötigt etwas mehr Energie und die Verarbeitung von Eiweiß benötigt am meisten Energie.

Vereinfacht ausgedrückt: wenn du 1.000 Eiweiß-Kalorien isst, geht mehr Energie beim Verstoffwechseln "verloren" als wenn du 1.000 Fett-Kalorien isst. Daher bleiben für die Fettpölsterchen nach 250 gr Rinderfilet (=300 kcal, viel Eiweiß) weniger Kalorien übrig als nach 40 gr Butter (auch 300 kcal, nur Fett).

> Weil wenn ich am Tag 1.000 kcal esse und mein Körper aber 2.000
> verbraucht dann werden die 1.000 kcal die ich ihm zuführe doch
> definitiv verbrannt, egal ob Fett oder Eiweiß?!?

Ja, aber der Wirkungsgrad von Eiweiß ist geringer als der von Fett.

Vergleich das mit den Zutaten, die du für einen Kuchenteig in eine Rührschüssel (=deinen Körper) gibst und die du vorher alle durch ein Sieb (=deinen Darm, in dem die Nahrung verstoffwechselt wird) schüttest:

Um 500 gr Wasser durch ein Sieb zu bekommen, musst du dich gar nicht anstrengen. Um 500 gr Mehl durch das Sieb zu bekommen, musst du dich schon etwas mehr anstrengen. Und um 500 gr Gelée durch das Sieb zu bekommen, ist richtig Arbeit notwendig.

Und so wie du dich unterschiedlich stark anstrengen musst (Energie verbrauchst) um diese verschiedenen Zutaten durch das Sieb in die Schüssel zu bekommen, muss sich dein Körper unterschiedlich stark anstrengen, um die unterschiedlichen Nahrungsmittelbestandteile durch den Darm "in den Körper" zu bekommen.

Klar?

Alex
Re: Warum und Wieso?
08. Juli 2009 14:25
Jaaaa jetzt ist es mir klarer, danke für Deine Ausführung!
Aber dann ist es ja definitiv auch für die Abnahme nicht egal ob ich nun mehr Fett esse oder mehr Eiweiß (mal ganz abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt). Weil wenn mein Stoffwechsel mehr Arbeit beim verbrennen hat dann verschwinden auch die Fettpölsterchen schneller weil er ja dann für die Verarbeitung von Eiweiß irgendwo mehr Energie zum verstoffwechseln herholen muss und das kann ja dann nur aus dem Reserven kommen?!?

Klar kann ich meinen AU für 60 Kilo ausrechnen: Meinen GU für 60 Kilo multipliziert mit dem Faktor der für meinen Tagesablauf spricht (bei mir überwiegend sitzende Tätigkeit, Sport rechne ich extra). Oder hab ich was verpasst?



Lg Sportkatze

26 Jahre alt
1,70 m groß

Re: Warum und Wieso?
08. Juli 2009 16:09
Sportkatze83 schrieb:

> Jaaaa jetzt ist es mir klarer, danke für Deine Ausführung!
> Aber dann ist es ja definitiv auch für die Abnahme nicht egal
> ob ich nun mehr Fett esse oder mehr Eiweiß (mal ganz abgesehen
> vom gesundheitlichen Aspekt). Weil wenn mein Stoffwechsel mehr
> Arbeit beim verbrennen hat dann verschwinden auch die
> Fettpölsterchen schneller weil er ja dann für die Verarbeitung
> von Eiweiß irgendwo mehr Energie zum verstoffwechseln herholen
> muss und das kann ja dann nur aus dem Reserven kommen?!?

Im Prinzip stimmt das. Die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten benötigt zwischen 10% und 30% (je nach Quelle) der aufgenommenen Energie. Die Verstoffwechselung von Eiweiß zwischen 20 und 40% (je nach Quelle) und die Verstoffwechselung von Fett zwischen 0 und 3%.

Von 100 geschluckten Kohlenhydratkalorien kommen also nur 70 bis 90 kcal im Stoffwechsel an, von 100 geschluckten Eiweißkalorien zwischen 60 und 80 kcal und von 100 geschluckten Fettkalorien zwischen 97 und 100 kcal.

> Klar kann ich meinen AU für 60 Kilo ausrechnen: Meinen GU für
> 60 Kilo

Deinen GU kannst du doch gar nicht ausrechnen.

> multipliziert mit dem Faktor der für meinen Tagesablauf
> spricht

auch das ist gerade mal ein grober Überschlagswert, der von deinen tatsächlichen Werten gravierend abweichen kann.

Alex
Re: Warum und Wieso?
09. Juli 2009 08:37
Ja schon klar dass man ihn nicht exakt ausrechnen kann, aber wenn ich fast jeden Tag 1.000 kcal weniger esse als mir mein grober Richtwert sagt dann muss ich doch abnehmen. Ich kann ja nicht soweit runtergehen dass ich am Tag nur noch 800 kcal esse, das kann ja nicht gesund sein.



Lg Sportkatze

26 Jahre alt
1,70 m groß

Re: Warum und Wieso?
09. Juli 2009 09:17

> Im Prinzip stimmt das. Die Verstoffwechselung von
> Kohlenhydraten benötigt zwischen 10% und 30% (je nach Quelle)
> der aufgenommenen Energie. Die Verstoffwechselung von Eiweiß
> zwischen 20 und 40% (je nach Quelle) und die Verstoffwechselung
> von Fett zwischen 0 und 3%.
>
> Von 100 geschluckten Kohlenhydratkalorien kommen also nur 70
> bis 90 kcal im Stoffwechsel an, von 100 geschluckten
> Eiweißkalorien zwischen 60 und 80 kcal und von 100 geschluckten
> Fettkalorien zwischen 97 und 100 kcal.

Ich dachte bis jetzt, die Verstoffwechselung wäre in der Kalorienzahl schon enthalten, d.h. dass 1 Kcal Eiweiß auch als 1 Kcal im Körper ankommt.

Mit anderen Worten: wenn ich 2000 Kcal aus Eiweiß beziehe, dann kommen im Körper nur 1200-1600 Kcal an? Wenn ich es schaffen würde, nur mehr Eiweiß und kein Fett mehr zu essen, dann könnte ich also deutlich mehr Kalorien zu mir nehmen?



---lg,

Manuela

---hat sich auf 60kg eingependelt
Re: Warum und Wieso?
09. Juli 2009 09:20
Ja Manuela, so hab ich das auch verstanden und es war mir bisher auch nicht bekannt dass bei 1.000 kcal Eiweiß nicht 1.000 kcal ankommen.
Wäre ja eigentlich schon gut, dann hat man noch einen Grund (nicht nur die Gesundheit) weniger Fett zu essen.



Lg Sportkatze

26 Jahre alt
1,70 m groß

Re: Warum und Wieso?
09. Juli 2009 11:42
ManuelaG schrieb:

> Ich dachte bis jetzt, die Verstoffwechselung wäre in der
> Kalorienzahl schon enthalten,

Nein, dem ist nicht so. Den Energiegehalt der Nahrung misst man, indem man das Nahrungsmittel in ein Bombenkalorimeter gibt. Der Inhalt wird verbrannt, die Erwärmung des Bombenkalorimeters gemessen und so der Energiegehalt der Nahrung bestimmt.

Wie dein Körper in der Lage ist, die Energie umzusetzen, darüber kann das Bombenkalorimeter keine Aussage treffen.

Wieviel Kalorien du abbekommst, hängt sogar von der Zubereitungsart ab. Wenn du z. B. Mais roh isst, bekommst du wesentlich weniger Energie ab, als wenn du ihn püriert isst, da in der rohen Version vieles wieder unverdaut ausgeschieden wird.

> Mit anderen Worten: wenn ich 2000 Kcal aus Eiweiß beziehe, dann
> kommen im Körper nur 1200-1600 Kcal an? Wenn ich es schaffen
> würde, nur mehr Eiweiß und kein Fett mehr zu essen, dann könnte
> ich also deutlich mehr Kalorien zu mir nehmen?

Von der Energiebilanz her ist das richtig. Allerdings ist es nicht ratsam, zuviel Eiweiß zu essen, da das die Nieren schädigen kann.

Alex
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