Hilfe ich komme nicht voran

geschrieben von Jule* 
Hilfe ich komme nicht voran
01. Dezember 2008 20:26
Guten Abend allerseits,

wer kennt sich mit Stillstand aus??

Ich habe mich am Samstag gewogen, freudige 58,3 kg und heute wieder 59,6 kg. Ich bin etwas frustriert, da ich am Wochenende nicht mal gesündigt habe.

Ich habe das Gefühl, dass mein Körper irgendwie immerwieder die 60 kg anstrebt.

Ich verzichte nun schon einige Wochen auf Süsskram und Alkohol, trinke mindestens 3 Liter am Tag (Wasser oder ungesüssten Tee), mache ca 3 Stunden Ausdauer pro Woche und trotzdem, der Waagenzeiger ändert sich immer wieder mal runter und schwupp ist er wieder Richtung 60 kg.

Kennt jemand so eine Situation? Habt ihr auch bei einem gewissen Gewicht festgehangen, trotz eiserner Diziplin?
Wenn ja, habt ihr Tipps und wielange hält so eine Phase an??

zur Zeit leidende Grüße
Jule*



Nachricht bearbeitet (01.12.2008 21:00)


Start: 4. Oktober 2008
Stand 27. April 55,8 kg
Methode: Kalorien reduzieren 300-500 kcal pro Tag und gesund ernähren, ausreichend beweg
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 00:59
Wenn Du schnellere Ergebnisse willst musst Du eben ein höheres Defizit fahren als 300-500Kcal pro Tag. Die Schwankungen von Samstag auf heute haben absolut nichts mit Fett zu tun, das war zu 95% Wasser. Richtigen Stillstand gibt es eigentlich nicht, nur Phasen in denen einem die Veränderungen nicht so sehr ins Auge springen. Auf die Waage achte ich dabei immer nur sekundär, mir gehts mehr um die Optik als um mein Gewicht.
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 07:39
Jule* schrieb:

> Guten Abend allerseits,
>
> wer kennt sich mit Stillstand aus??

Hi Jule* - ich würde sagen, nahezu jeder kennt sich damit aus. Kaum eine(r), der davon verschont bleibt. Am besten ist es, du orientierst dich in dieser Zeit nicht allzu sehr an der Waage sondern an deinen Klamotten bzw. deinen Körpermaßen. Überdenk doch auch mal, ob es denn genau die von dir angestrebten 56 kg sein müssen oder ob du dich nicht von der Zahl lösen kannst und deinem Gefühl vertraust, wann du mit dir zufrieden bist.

>
> Ich habe mich am Samstag gewogen, freudige 58,3 kg und heute
> wieder 59,6 kg. Ich bin etwas frustriert, da ich am Wochenende
> nicht mal gesündigt habe.

Mein "Gewicht" springt ständig mit 2-3 kg Schwankungen auf und ab, ohne dass sich dabei am Spielraum meiner Klamotten was verändert. Ich hab es längst aufgegeben, mir darüber noch Gedanken zu machen. Solange du weißt, dass du dich diszipliniert beim Essen verhalten hast, ist das einfach eine Zahl auf der Waage (über die Genauigkeit bei Waagen brauchen wir hier auch nicht mehr zu sprechen: wenn ich mich 5 mal hintereinander wiege, kommt 5 mal ne andere Kommazahl raus).
>
> Ich habe das Gefühl, dass mein Körper irgendwie immerwieder die
> 60 kg anstrebt.

Und selbst wenn es so wäre: DEIN Gefühl zählt, wann du mit dir zufrieden bist, egal, ob die Zahl 56 oder 60 kg heißt.
>
> Ich verzichte nun schon einige Wochen auf Süsskram und Alkohol,
> trinke mindestens 3 Liter am Tag (Wasser oder ungesüssten Tee),
> mache ca 3 Stunden Ausdauer pro Woche und trotzdem, der
> Waagenzeiger ändert sich immer wieder mal runter und schwupp
> ist er wieder Richtung 60 kg.

Du bist zu verbissen Jule* ;-) - das ist nicht böse gemeint - wenn du zuviel Verzicht übst, dann schlägt irgendwann der Heißhunger zu und dann fängst du das Stopfen an (ich spreche da leider aus Erfahrung, weil ich am Anfang meiner Ernährungsumstellung noch nicht wirklich kapiert hatte, wie es richtig geht). Gönn dir ab und zu auch mal was - ne Kleinigkeit - aber zelebriere das dann richtig, das bringt ein totales Wohlgefühl und gibt Kraft für den nächsten Schritt beim Abnehmen.

>
> Kennt jemand so eine Situation? Habt ihr auch bei einem
> gewissen Gewicht festgehangen, trotz eiserner Diziplin?
> Wenn ja, habt ihr Tipps und wielange hält so eine Phase an??

Also du siehst, dass zumindest auch ich davon betroffen war und ich erinnere mich an unzählige Anfragen anderer Forumsteilnehmer, denen es genau so ging. Einfach weitermachen wie bisher, mein längster Stillstand hat mal 5 Wochen gedauert, nimm mal dein Taillenmaß als Ausgangspunkt und orientiere dich ne gewisse Zeit daran.


> zur Zeit leidende Grüße

Das glaub ich dir gerne - nimm dir trotzdem vor, dein Glück nicht von einer Zahl abhängig zu machen

LG
BeLight

> Jule*
>

>
> Nachricht bearbeitet (01.12.2008 21:00)




Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 08:35
Hallo Jule,
ich will die Kommentare der anderen hier nicht abtun, aber genau dein Problem habe ich auch. Unser Anfangs- und Zielgewicht liegen nah beieinander und auch ich habe das Gefühl, dass mein Körper nicht von der 60 weg will. Auch wenn es jeder Logik widerspricht, ich glaube, es ist einfach so, dass der Körper ein gewisses "Dauergewicht" hat von dem er nur mit viel Mühe abweicht. Glücklicherweise sind die Abweichungen nach oben auch nicht so gravierend und man kommt leichter wieder auf die 60 zurück, als sich davon nach unten zu arbeiten. Bei mir schwankt das Gewicht schon seit über 20 Jahren immer im Bereich zwischen 52 und 62 kg, wobei ich mir besagte 52 dann auch wirklich mühsam erarbeiten musste.
Das hilft dir sicher jetzt auch nicht unbedingt beim Kampf gegen die Pfunde. Ich wollte dir nur mal Beistand leisten, dass es noch mehr dieser "Fälle" gibt.
Aber wenn man einen bestimmten Punkt geknackt hat, fällt es auch wieder etwas leichter, man muss nur solange durchhalten.

LG Bea



Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 08:55
KZ-Häftlinge, magersüchtige Teenager und so ziemlich alle Sportler jedweder Sportart widersprechen dieser Dauergewichttheorie eher. Ein Jan Ullrich wäre ohne die Disziplinierung durch die Tour sicher auch ein dickes Kind geblieben und würde von einem Dauergewicht reden .-)



Nachricht bearbeitet (02.12.2008 09:00)
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 10:00
Steppenwolf schrieb:

> KZ-Häftlinge, magersüchtige Teenager und so ziemlich alle
> Sportler jedweder Sportart widersprechen dieser
> Dauergewichttheorie eher.

du weißt aber schon, wovon wir hier reden? weiß nicht, wie du auf so eine Antwort kommst.....



Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 10:01
Die KZ-Häftlinge hättest du dir sparen können!

Gewichtsstillstandsprobleme sind normal, jeder der eine langfristige Umstellung mitmacht oder mitgemacht hat, kennt dieses Phänomen. Irgendwie sortiert sich der Körper neu und braucht ebend dafür seine Zeit.
Einige wenige vergessen aber auch, dass der Körper durch bereits verlorenes Gewicht weniger kalos braucht. Bisher gesparte 300-500 Kalorien können nach einer Gewichtsabnahme plötzlich nur noch 200-300 gesparte Kalorien bedeuten und dementsprechend länger dauert es dann.

Einfach weiter machen und en Kopf für wichtigere Dinge freihalten :-)



Ziel erreicht
weiblich; 42 Jahre, 158 cm
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 10:16
Bea64 schrieb:

> Auch wenn
> es jeder Logik widerspricht, ich glaube, es ist einfach so,
> dass der Körper ein gewisses "Dauergewicht" hat von dem er nur
> mit viel Mühe abweicht.

Nicht unbedingt (also was die Logik angeht). Hierzu wurde der Set Point untersucht, der bei jedem individuell ist.

[www.gesundheit.de]
[www.ernaehrung.de]

LG Majo



Nachricht bearbeitet (02.12.2008 10:20)
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 11:03
Majo schrieb:

> Nicht unbedingt (also was die Logik angeht). Hierzu wurde der
> Set Point untersucht, der bei jedem individuell ist.
>
> [www.gesundheit.de]
> [www.ernaehrung.de]

Komisch, dass die Setpoint-Theorie immer nur in Verbindung mit Gewichtsreduktion angeführt wird.

Würde sie stimmen, müsste sie ja "in beide Richtungen" anwendbar sein. Wenn man trotz unterkalorischer Ernährung sein Gewicht auf dem "Setpoint" hält, müsst man ja auch bei überkalorischer Ernährung sein Gewicht auf dem Setpoint halten.

Oder gelten auf dem Weg "nach oben" andere Regeln?

Wenn die Setpoint-Theroie stimmen würde, wundert es mich, warum die hungernden Menschen in der Nachkriegszeit, Häftlinge in KZs und viele Menschen in der Dritten Welt abmagern und nicht einfach ihr durch den Setpoint bestimmtes Gewicht behalten...

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 11:41
Alexander schrieb:

> Komisch, dass die Setpoint-Theorie immer nur in Verbindung mit
> Gewichtsreduktion angeführt wird.
>
> Würde sie stimmen, müsste sie ja "in beide Richtungen"
> anwendbar sein. Wenn man trotz unterkalorischer Ernährung sein
> Gewicht auf dem "Setpoint" hält, müsst man ja auch bei
> überkalorischer Ernährung sein Gewicht auf dem Setpoint halten.
>
>
> Oder gelten auf dem Weg "nach oben" andere Regeln?

Zitat aus der von Majo benannten Seite:
Das bedeutet, dass der Körper darum bemüht ist, das für ihn normale Ausgangsgewicht - den Set-Point - beizubehalten. Ein kurzfristiges Abnehmen unter das individuelle Set-Point-Gewicht ist zwar möglich, jedoch pendelt das Gewicht längerfristig wieder in Richtung des Ausgangspunktes. Es kommt zu einer Gegenregulation, die einer zu starken Gewichtsabnahme entgegenwirkt. Das gleiche Prinzip gilt auch für die umgekehrte Richtung: im Anschluss an eine hochkalorische «Mastkur» treten spezielle Veränderungen im Stoffwechsel ein, so dass über längere Zeit das frühere, normale Ausgangsgewicht (Set-Point) wieder erreicht wird.


Es geht hier also nicht nur um den Set Point beim Abnehmen.

Ehrlich gesagt, wissenschaftlich bewiesen oder nicht, meine Erfahrungen bestätigen genau diese Theorie.

Was eure Vergleich mit KZ-Häftlingen sollen weiß ich nicht...das geht wohl dann doch am Thema vorbei, weil diese Menschen weit weg von "normal"gelebt haben.

LG Bea

@Majo...danke für den Hinweis..mir fiel jetzt auch ein, dass ich darüber auch schon mal was gelesen hatte.



Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 11:58
Bea64 schrieb:

> Zitat aus der von Majo benannten Seite:
> Das bedeutet, dass der Körper darum bemüht ist, das für ihn
> normale Ausgangsgewicht - den Set-Point - beizubehalten. Ein
> kurzfristiges Abnehmen unter das individuelle Set-Point-Gewicht
> ist zwar möglich, jedoch pendelt das Gewicht längerfristig
> wieder in Richtung des Ausgangspunktes. Es kommt zu einer
> Gegenregulation, die einer zu starken Gewichtsabnahme
> entgegenwirkt. Das gleiche Prinzip gilt auch für die umgekehrte
> Richtung: im Anschluss an eine hochkalorische «Mastkur» treten
> spezielle Veränderungen im Stoffwechsel ein, so dass über
> längere Zeit das frühere, normale Ausgangsgewicht (Set-Point)
> wieder erreicht wird.

Wenn das stimmen würde, müsste ja langfristig das Durchschnittsgewicht der Bevölkerung gleich bleiben. Bleibt es aber nicht. Die Zahl der Adipösen nimmt seit der Nachkriegszeit stetig zu. Und genau das dürfte nach Setpoint-Theorie nicht sein.

> Was eure Vergleich mit KZ-Häftlingen sollen weiß ich
> nicht...das geht wohl dann doch am Thema vorbei, weil diese
> Menschen weit weg von "normal"gelebt haben.

Wer "normal" lebt, wird langfristig weder zu- noch abnehmen, da er früher oder später einen ausgeglichenen Energiehaushalt herstellt:

Wenn ich ab sofort täglich 3.000 kcal esse und 2.000 kcal verbrauche, werde ich zunehmen. Aufgrund dieser Gewichtszunahme werde ich auch Muskelmasse zulegen, da mein Körper mehr Muskulatur benötigt, um meine Masse zu bewegen. Dadurch steigt mein Grundumsatz - und eines Tages werde ich dadurch nicht mehr nur 2.000 kcal sondern 3.000 kcal täglich verbrauchen. Bleibe ich ab diesem Tag bei einer Energieaufnahme von 3.000 kcal, werde ich ab diesem Tag nicht mehr zunehmen. Das hat aber nichts mit einem Setpoint zu tun, den ich erreicht habe sondern mit einer - jetzt - ausgeglichenen Energiebilanz.

Andersrum funktioniert es genauso: Wenn ich ab sofort täglich 3.000 kcal esse und 4.000 kcal verbrauche, werde ich abnehmen. Aufgrund dieser Gewichtsreduktion werde ich auch Muskelmasse abbauen, da mein Körper nicht mehr so viel Muskulatur benötigt um meine Masse zu bewegen. Dadurch sinkt mein Grundumsatz - und eines Tages werde ich dadurch nicht mehr 4.000 kcal sondern nur noch 3.000 kcal täglich verbrauchen. Bleibe ich ab diesem Tag bei einer Energieaufnahme von 3.000 kcal, werde ich ab diesem Tag nicht mehr abnehmen. Aber auch das hat nichts mit einem Setpoint sondern nur mit einer ausgeglichenen Energiebilanz zu tun.

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 12:59
trienrieke schrieb:


.....
> Einige wenige vergessen aber auch, dass der Körper durch
> bereits verlorenes Gewicht weniger kalos braucht. Bisher
> gesparte 300-500 Kalorien können nach einer Gewichtsabnahme
> plötzlich nur noch 200-300 gesparte Kalorien bedeuten und
> dementsprechend länger dauert es dann.

Da sagst du was Wahres trienrieke - ich war regelrecht geschockt, als ich bei meiner BIA-Auswertung meinen Grundumsatz gesehen habe: Popelige 1330 kcal und es waren zu Beginn mal 1900, das ist ne komplette Mahlzeit. Wenn ich da nicht verhungern will ;-), kann ich das nur über viel Bewegung ausgleichen. Ich hab es ja nun ne ganze Zeit akribisch verfolgt: Bei "normaler Haushaltstätigkeit" darf ich mir ohne Sporteinheiten nur ca. 1800 kcal leisten, das ist nicht gerade üppig. Ich versuche täglich, ca. 500-700 kcal durch Sport zusätzlich zu verbrauchen, um nicht allzu sehr die Kalos im Kopf hin- und herwälzen zu müssen.

Daumen hoch für deine 3 Wochen - einfach KLASSE :-)

LG
BeLight




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Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 13:34
Alexander schrieb:

>>
> Komisch, dass die Setpoint-Theorie immer nur in Verbindung mit
> Gewichtsreduktion angeführt wird.

Nein, diese Theorie wird auch beim Zunehmen angeführt. Speziell bei Anorexie oder Bullimie, wo die Betroffenen extreme Angst vorm (stetigen) Zunehmen haben. Erst mal wird das Gewicht (je nachdem, wie weit es unten ist) schnell in die Höhe gehen, wenn diese ihren Grundumsatz essen (was da ja meinst weit darunter liegt). Sobald der Körper jedoch ein gesundes Gewicht (dem dort auch sogenannten Setpoint erreicht hat), wird der Körper nicht weiter zunehmen.

Die Theorie verstehe ich so, dass wenn man eine ausreichende Mengen isst, weder zu wenig wie unter 1.000 kcal noch zuviel weit über 3.000 kcal (wenn man nicht viel körperlich tätig ist), dann hat der Körper seinen für ihn individuellen Setpoint. Und bei dem wirken sich dann 200 kcal mehr oder weniger langfristig nicht aus.
>
> Würde sie stimmen, müsste sie ja "in beide Richtungen"
> anwendbar sein. Wenn man trotz unterkalorischer Ernährung sein
> Gewicht auf dem "Setpoint" hält,

Nein, bei einer unterkalorischen Ernährung hast Du keinen Setpoint. Ich verstehe den Setpoint so, dass dieser erreicht und gehalten wird, wenn der Körper optimal versorgt ist.

> Wenn die Setpoint-Theroie stimmen würde, wundert es mich, warum
> die hungernden Menschen in der Nachkriegszeit, Häftlinge in KZs
> und viele Menschen in der Dritten Welt abmagern und nicht
> einfach ihr durch den Setpoint bestimmtes Gewicht behalten...

Weil sich der Setpoint erst einpendelt, wenn der Körper ausreichend versorgt ist. Das waren die von Dir angeführten Menschen nicht.

LG Majo
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 13:50
Majo schrieb:

> Die Theorie verstehe ich so, dass wenn man eine ausreichende
> Mengen isst, weder zu wenig wie unter 1.000 kcal noch zuviel
> weit über 3.000 kcal (wenn man nicht viel körperlich tätig
> ist), dann hat der Körper seinen für ihn individuellen
> Setpoint.

Mein Jahresdurchschnittsgewicht beträgt 73 kg. Mal mehr, mal weniger. Das liegt aber nicht daran, dass das ein für mich genetisch vorbestimmtes Gewicht (=Setpoint) ist, sondern das liegt daran, dass ich im Großen und Ganzen über die Woche verteilt immer die gleiche Menge an Energie zuführe und verbrauche.

> Und bei dem wirken sich dann 200 kcal mehr oder
> weniger langfristig nicht aus.

Wenn ich langfristig meine tägliche Energiezufuhr um 200 kcal erhöhe, wird sich mein Jahresdurchschnittsgewicht wohl bei 74 kg einpendeln aber sicher nicht gleich bleiben.

> Nein, bei einer unterkalorischen Ernährung hast Du keinen
> Setpoint. Ich verstehe den Setpoint so, dass dieser erreicht
> und gehalten wird, wenn der Körper optimal versorgt ist.

Das ist richtig, das ist aber nicht Inhalt der Setpoint-Tehorie. Die geht doch davon aus, dass es ein genetisch vorbestimmtes Gewicht gibt, das man langfristig nicht unterschreiten kann - selbst dann nicht, wenn man dauerhaft weniger isst bzw. sich dauerhaft mehr bewegt.

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 14:09
Ich sehe die Sache für mich so.
Sicher kann ich mit einer ständigen Kontrolle von verbrauchten und aufgenommenen Kalorien mein Gewicht auch lange unter dem "Normalpunkt" (nennen wir es mal so) halten (wenn ich da dann endlich mal angekommen bin), sobald ich aber aufhöre mir ständig den Kopf über Kalorien zu zerbrechen und einfach esse, wonach mir ist, dann wird sich das Gewicht wieder nach und nach auf den alten Wert einpegeln. Viel darüber komme ich auch nicht, weil ich ab einem bestimmten Punkt sowieso wieder die "Notbremse" ziehe. Es ist dann vermutlich der Höchstpunkt, den man sich vielleicht gerade noch zugesteht.
Warum manche Menschen diesen Höchstpunkt irgendwann überschreiten, weiß ich nicht, ist wohl auch sehr unterschiedlich.
Für mich ist dieser Set-Point jedenfalls sehr real, sowohl nach oben als auch nach unten.

LG Bea



Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 14:22
Bea64 schrieb:

> Für mich ist dieser Set-Point jedenfalls sehr real, sowohl nach
> oben als auch nach unten.

Das ist er für mich auch. Und wenn du dein "Normalerweise-Gewicht" mit dem Begriff "Setpoint" bezeichnen möchtest, ist das ja auch okay. Allerdings hat das dann mit der zitierten Setpoint-Theorie nichts mehr zu tun - die geht davon aus, dass unser Gewicht genetisch festgelegt ist und wir langfristig nichts dagegen machen können, da das Gewicht immer wieder auf den Setpoint zurück will. Und das ist Unsinn - hat aber mit dem von dir genannten Gewicht nichts zu tun.

Dieses Gewicht kannst du halten, ohne dich zu sehr einschränken zu müssen und ohne zu sehr der Völlerei anzuhängen. Das liegt im Bereich eines BMI von 19 bis 25 und wird als "Normalgewicht" (und nicht als Setpoint) bezeichnet :-)

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 14:34
nenn es wie du willst, mich ziehts einfach immer zur 60..:-)
aber ich denke mal von diesen Beobachtungen, die sicher eine Menge anderer Leute auch schon gemacht haben, ist diese Set Point Theorie mal ausgegangen.

LG Bea



Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 14:48
Bea64 schrieb:

> nenn es wie du willst, mich ziehts einfach immer zur 60..:-)

aber nur so lange, wie du auf deine Ernährung und Bewegung achtest, oder?

Wenn du dem "Ziehen" nachgeben würdest, würde es dich irgendwann immer zur 65 ziehen, stimmt's?

> aber ich denke mal von diesen Beobachtungen, die sicher eine
> Menge anderer Leute auch schon gemacht haben, ist diese Set
> Point Theorie mal ausgegangen.

Ich habe eher die Vermutung, dass der Setpoint eine Alternative ist zu den "schweren Knochen" oder "den Drüsen" ;-) ganz nach dem Motto "ich würd ja abnehmen, aber der böse Setpoint lässt mich nicht..."

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 15:16
Alexander schrieb:

>
> aber nur so lange, wie du auf deine Ernährung und Bewegung
> achtest, oder?

nein..wenn ich auf die Ernährung achte, schaffe ich es, mich nach unten zu bewegen...achte ich nicht darauf, ziehts mich bis zur 60..hab ich die dann wieder erreicht, passe ich automatisch wieder mehr auf...aber selbst in Zeiten, wo ich wirklich lange Zeit unüberlegt esse, komme ich nicht weit über die 60..also irgendein magischer Punkt ist da schon..und wenn ich Jule zitiere, dann bin ich nicht alleien mit dieser Theorie..

LG Bea



Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 15:30
Bea64 schrieb:

> nein..wenn ich auf die Ernährung achte, schaffe ich es, mich
> nach unten zu bewegen...achte ich nicht darauf, ziehts mich bis
> zur 60..hab ich die dann wieder erreicht, passe ich automatisch
> wieder mehr auf...

siehst du - der Grund dafür, dass du ab da wieder abnimmst bzw. nicht weiter zunimmst liegt darin, dass du ab 60 kg "wieder mehr aufpasst", aber nicht darin, dass du mit 60 kg dein genetisch vorbestimmtes Gewicht erreicht hast.

> Zeit unüberlegt esse, komme ich nicht weit über die 60..also
> irgendein magischer Punkt ist da schon..

nämlich der, an dem DU sagst "hey Bea, jetzt reicht's, so geht's nicht weiter". Würdest du das nicht sagen, würdest du munter weiter zulegen - auch wenn dein "Setpoint" schon lange hinter dir ist.

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 15:43
Alexander schrieb:


> siehst du - der Grund dafür, dass du ab da wieder abnimmst bzw.
> nicht weiter zunimmst liegt darin, dass du ab 60 kg "wieder
> mehr aufpasst", aber nicht darin, dass du mit 60 kg dein
> genetisch vorbestimmtes Gewicht erreicht hast.

an genetisch vorbestimmt glaube ich da auch nicht so wirklich, es ist eher so eine Art Wohlfühlgewicht auf Lebenszeit, da zieht es einen immer wieder hin, selbst wenn ich mich im Spiegel mit 55 kg eigentlich lieber mag...der Körper scheint da anders darüber zu denken.

> nämlich der, an dem DU sagst "hey Bea, jetzt reicht's, so
> geht's nicht weiter". Würdest du das nicht sagen, würdest du
> munter weiter zulegen - auch wenn dein "Setpoint" schon lange
> hinter dir ist.

aber warum sagt man das in diesem Moment? wenn ich mein Spiegelbild als Anhaltspunkt nehme, müsste ich weitaus früher stop sagen...warum also erst bei der magischen 60??

LG Bea



Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 15:55
Weil du dich vielleicht mit 60kg im Spiegel noch "ok" findest, bei 61kg aber schon denkst es ist "zu viel". Bei 55kg findest du dich vielleicht optimal, aber nicht jeder kann perfekt sein, daher sind 1-5kg für dich eben noch "zulässig", 6kg mehr auf den Rippen aber nicht.

Vielleich daher?

So ergeht es mir jedenfalls. Habe ein "Perfektgewicht", mit dem finde ich mich am schönsten. Ein paar kg mehr sind zulässig, finde mich nicht perfekt aber gefalle mir selber noch (einigermaßen). Aber ab einem bestimmten Punkt sehe ich mich im Spiegel und denke "nee nee, runter damit" und will abnehmen.

Liebe Grüße
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 16:01
sicher hat es auch damit zu tun....ich versteh nur nicht, warum man so schnell zu den 60 kg kommt, aber drüber geht glücklicherweise nicht so schnell und es dauert superlange, endlich von den 60 nach unten wegzukommen, so als würd einen irgendetwas festhalten an dieser Zahl...

LG Bea



Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 16:05
Bea64 schrieb:

> an genetisch vorbestimmt glaube ich da auch nicht so wirklich,
> es ist eher so eine Art Wohlfühlgewicht auf Lebenszeit,

damit bin ich einverstanden.

> da
> zieht es einen immer wieder hin, selbst wenn ich mich im
> Spiegel mit 55 kg eigentlich lieber mag...der Körper scheint da
> anders darüber zu denken.

du hast dir einen bestimmten Lebensstil angewöhnt, bei dem du dich wohlfühlst. Dazu gehört ein bestimmtes Maß an Bewegung und Ernährung. Mit diesem Lebensstil schaffst du es, langfristig 60 kg zu halten.

Wenn du diesen Lebensstil dauerhaft änderst (z. B. Süßstoff anstatt Zucker in den Kaffee/Tee, anstatt zweimal in der Woche nur einmal in der Woche schlemmen, täglich zusätzlich zu deinem Pensum noch 20 Minuten Spaziergang einbauen usw.) wirst du dein Gewicht dauerhaft vielleicht bei 57 kg halten können.

Die Setpoint-Theorie geht aber davon aus, dass du selbst bei dauerhafter Veränderung deines Lebensstils diese 60 kg langfristig nicht unterschreiten kannst.

Und genau DAS ist Unsinn.

> aber warum sagt man das in diesem Moment? wenn ich mein
> Spiegelbild als Anhaltspunkt nehme, müsste ich weitaus früher
> stop sagen...warum also erst bei der magischen 60??

Das ist eine gute Frage, die ich mir schon seit Jahren stelle und auf die ich noch keine überzeugende Antwort gefunden habe. Die 60 kg sind wohl einfach deine magische "bis hierher und nicht weiter"-Grenze (bei mir sind das 80 kg).

Warum 120 kg Frauen nicht auf die Idee kamen, irgendwann mal "bis hierher und nicht weiter" zu sagen, kann ich mir eigentlich nur mit einer gestörten Körperwahrnehmung erklären. Die finden sich mit 90 oder 100 oder 110 kg nicht zu dick. Dick sind die, die 150 kg oder 160 kg wiegen.

Vielleicht kann mir ein(e) Dicke(r) oder ehemalige(r) Dicke(r) das erklären, warum er/sie nicht bei einem bestimmten Gewicht die Notbremse gezogen hat?

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 16:09
Bea64 schrieb:

> sicher hat es auch damit zu tun....ich versteh nur nicht, warum
> man so schnell zu den 60 kg kommt, aber drüber geht
> glücklicherweise nicht so schnell und es dauert superlange,
> endlich von den 60 nach unten wegzukommen, so als würd einen
> irgendetwas festhalten an dieser Zahl...

Weil ein Unterschreiten eine Verschlechterung deines Lebensstils bedeuten würde: du müsstest entweder bei der Nahrungsaufnahme Verzicht üben oder dich zusätzlich anstrengen.

"Aufwärts" ist's einfacher: du musst auf wengier verzichten und/oder dich weniger anstrengen.

Aus dem gleichen Grund geht eine Woche Urlaub doppelt so schnell vorbei wie eine Woche Arbeit :-)

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 16:28
Alexander schrieb:

>
> Vielleicht kann mir ein(e) Dicke(r) oder ehemalige(r) Dicke(r)
> das erklären, warum er/sie nicht bei einem bestimmten Gewicht
> die Notbremse gezogen hat?

Weils irgendwann aus dem Ruder läuft, weil man sich irgendwann nicht mehr auf die Waage stellt und weils irgenwann eh schon wurscht ist. Bei meinem Mann wars jedes Jahr zwei, drei Kilo mehr. Geht ja noch. Nur in 10 Jahren waren es halt 30 kg.

LG Majo
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 17:19
Hallo

ich danke euch allen für die Anworten und die nette Diskussion.
Ich glaube eher an einen Stillstand. Werde so weiter machen.

Wobei der Dezember eh schwer wird.:-)
Am Samstag Weihnachtsfeier und so geht es dann weiter.
Ich werde euch auf dem Laufenden halten. Aufgeben werde ich nicht, auch wénn ich über die 60 schiesse, der Januar kommt ganz bestimmt ;-) und dann ohne Weihnachtsausreden.

LG Jule*




Start: 4. Oktober 2008
Stand 27. April 55,8 kg
Methode: Kalorien reduzieren 300-500 kcal pro Tag und gesund ernähren, ausreichend beweg
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 17:36
Alexander schrieb:

> Warum 120 kg Frauen nicht auf die Idee kamen, irgendwann mal
> "bis hierher und nicht weiter" zu sagen, kann ich mir
> eigentlich nur mit einer gestörten Körperwahrnehmung erklären.
> Die finden sich mit 90 oder 100 oder 110 kg nicht zu dick. Dick
> sind die, die 150 kg oder 160 kg wiegen.

Einspruch! Ich empfand mich bereits mit 90 kg als viel zu fett.


>
> Vielleicht kann mir ein(e) Dicke(r) oder ehemalige(r) Dicke(r)
> das erklären, warum er/sie nicht bei einem bestimmten Gewicht
> die Notbremse gezogen hat?

Ich hatte jahrelang davor mein Gewicht in vernünftigen Grenzen gehalten - meine Psyche war okay, mein Lebensumfeld stabil, keine großartigen Höhen und Tiefen. Dann kam die Schwangerschaft, anschließend eine Gewichtsreduzierung auf ca. 70 kg und das Gewicht wurde dann 3 Jahre von mir gehalten. In diesen 3 Jahren ist bei mir folgendes passiert: Kein eigener Verdienst mehr, Reduzierung auf Hausfrauentätigkeit und Muttersein nach jahrelangem im Fokus stehen an meiner einstigen Arbeitsstelle, Gespräche auf Babyniveau, Bewusstwerden der eigenen besch.... Kindheit, Abrutschen in die Depression und gleichzeitig alles mit Fressen kompensiert. Mit jedem Kilo mehr kam ein mehr an Depression, Verzweiflung, Unglücklichsein, mit jeder verbalen Spitze hinsichtlich meines explodierenden Gewichts kam eine neue Fressrunde hinzu. Es war ein Teufelskreis, aus dem ich kaum herausgekommen wäre, wenn ich nicht irgendwann massive Anstrengungen unternommen hätte, mein Leben mit professioneller Hilfe wieder auf die Reihe zu bringen. Aber eins ist sicher: zu keinem Zeitpunkt war es so, dass ich mir meiner Fülle nicht ganz deutlich bewusst gewesen wäre - ich weiß noch, als ich ca. 100 kg wog, hatte ich mal ein Gespräch, in dem mir mein Gegenüber sagte "so schlimm sei es doch gar nicht", das habe ich total anders empfunden.
Das ist nun mein individueller Einzelfall, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass viele der extrem Dicken (zu denen ich aus meiner Sicht auch gehört habe) wesentliche größere Probleme mit sich herumtragen als das Übergewicht. Ebendies wird der Grund sein, warum die Hülle des Menschen häufig als Panzer herhalten muss, um noch größere Gefahren abzuwenden. Das ist meine zugegebenermaßen laienhafte Einschätzung, aber ich persönlich habe mich damals so gefühlt.

Vielleicht kann dies ansatzweise deine Frage erklären.


LG
BeLight

> Alex




Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 18:08
BeLight schrieb:

> In
> diesen 3 Jahren ist bei mir folgendes passiert: Kein eigener
> Verdienst mehr, Reduzierung auf Hausfrauentätigkeit und
> Muttersein nach jahrelangem im Fokus stehen an meiner einstigen
> Arbeitsstelle, Gespräche auf Babyniveau, Bewusstwerden der
> eigenen besch.... Kindheit, Abrutschen in die Depression und
> gleichzeitig alles mit Fressen kompensiert.

das heißt, du warst dir zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass du dick bist, aber dir war es egal?

> Mit jedem Kilo mehr
> kam ein mehr an Depression, Verzweiflung, Unglücklichsein, mit
> jeder verbalen Spitze hinsichtlich meines explodierenden
> Gewichts kam eine neue Fressrunde hinzu.

Wenn's mal so weit ist, ist mir auch klar, dass es dann immer weitergeht.

> Aber eins ist sicher: zu keinem Zeitpunkt war es so,
> dass ich mir meiner Fülle nicht ganz deutlich bewusst gewesen
> wäre

Ich habe immer wieder das Gefühl, dass sich viele dessen gar nicht bewusst sind. In einem Gespräch mit meiner Frau (50 kg) meinte einmal eine Freundin (geschätzt 80 kg) auf die Frage, ob denn ihre Kollegin dick sei: "Nein, die ist so wie wir". Hä? Wie kommt eine 80 kg Frau auf die Idee, sie habe die gleiche Figur wie eine 50 kg Frau?

> ich kann mir
> sehr gut vorstellen, dass viele der extrem Dicken (zu denen ich
> aus meiner Sicht auch gehört habe) wesentliche größere Probleme
> mit sich herumtragen als das Übergewicht.

Und das ist die Denkweise, die sich mir nicht erschließt. Wenn ich eh schon genug Probleme habe, gegen die ich nichts machen kann, warum lade ich dann noch ein weiteres - das Übergewicht - auf mich?

Das sind ja die Kriterien von Suchtverhalten: ich habe Probleme, also sauf ich, davon werden die Probleme nur noch größer, also sauf ich noch mehr...

> Vielleicht kann dies ansatzweise deine Frage erklären.

Ja. Danke.

Alex
Re: Hilfe ich komme nicht voran
02. Dezember 2008 19:08
Alexander schrieb:

> BeLight schrieb:
>

.....
das heißt, du warst dir zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass du
dick bist, aber dir war es egal?

Egal ist einem das doch niemals, aber zu dieser Zeit war es eines der scheinbar kleineren Probleme.


> > Aber eins ist sicher: zu keinem Zeitpunkt war es so,
> > dass ich mir meiner Fülle nicht ganz deutlich bewusst gewesen
> > wäre
>
> Ich habe immer wieder das Gefühl, dass sich viele dessen gar
> nicht bewusst sind. In einem Gespräch mit meiner Frau (50 kg)
> meinte einmal eine Freundin (geschätzt 80 kg) auf die Frage, ob
> denn ihre Kollegin dick sei: "Nein, die ist so wie wir". Hä?
> Wie kommt eine 80 kg Frau auf die Idee, sie habe die gleiche
> Figur wie eine 50 kg Frau?

Diese Erfahrung hab ich in den letzten Monaten des öfteren auch machen "dürfen" - die Verwandschaft ist da besonders gnadenlos, ich könnte echt manchmal nen Hals kriegen, wenn ich mit 90 kg Kalibern verglichen werde und "wir doch figürlich gar nicht so weit voneinander entfernt sind". Vor allen Dingen der Satz "egal ob 36 oder 46 (Kleidergröße), ist doch alles noch im Rahmen" sorgt mittlerweile bei mir gerne für Heiterkeit. :-)


>
> > ich kann mir
> > sehr gut vorstellen, dass viele der extrem Dicken (zu denen
> ich
> > aus meiner Sicht auch gehört habe) wesentliche größere
> Probleme
> > mit sich herumtragen als das Übergewicht.
>
> Und das ist die Denkweise, die sich mir nicht erschließt. Wenn
> ich eh schon genug Probleme habe, gegen die ich nichts machen
> kann, warum lade ich dann noch ein weiteres - das Übergewicht -
> auf mich?

Vielleicht weil es zu diesem Zeitpunkt das kleinste deiner Probleme darstellt und du vor allen Dingen aus der Fresserei - und sei es noch so kurzfristig - Glücksgefühle beziehen kannst, die du sonst nirgens mehr hast?


>
> Das sind ja die Kriterien von Suchtverhalten: ich habe
> Probleme, also sauf ich, davon werden die Probleme nur noch
> größer, also sauf ich noch mehr...

Ja, traurig aber soo wahr. So sehe ich mich eigentlich auch: Ein ehemals Esssüchtigter, der hoffentlich gelernt hat, mit seiner Sucht umzugehen, aber der auch weiß, dass er niemals so geheilt ist, dass er alle Vorsicht ausser acht lassen kann und darf.
>
> Alex

LG
BeLight




Low Fat+Kalos zählen - Start 1.1.2007/Ende April 2008
25.11.09: 61,0 kg
w, 47 Jahre, 1,68 m, vh, 1 Kind
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