Abnehmkiller Getränke – Was steckt wirklich hinter der Kraft der Flüssigkeiten?

Wasser ist die Lebensgrundlage der Erde; Pixabay.com © Pezibear (CC0 1.0)

Wer sich fit halten will und gleichzeitig abnehmen möchte, bekommt häufig die Empfehlung mehr zu trinken. Da der menschliche Körper zu 70 Prozent aus Wasser besteht, ist es logisch, dass regelmäßig Wasser aufgenommen werden muss, denn sämtliche Prozesse im Körper benötigen die wertvolle Flüssigkeit. Täglich verliert ein erwachsener Mensch zwei bis zweieinhalb Liter pro Tag, bei sportlichen Aktivitäten können es auch bis zu vier Liter sein.

Der Saft des Lebens, das Blut, besteht ebenfalls zu 55 Prozent aus flüssigen und zu 45 Prozent aus festen Bestandteilen, dem Plasma und den Blutzellen. Täglich verarbeitet der menschliche Körper unzählige Prozesse, in denen Wasser und Blut eine wichtige Rolle spielen, vor allem in der Verdauung. Wer abnehmen will, sollte sich deshalb mit den verschiedenen Abläufen auskennen und mit Hilfe der Kraft der Getränke gezielt die Verdauungsprozesse anregen. Ob Smoothie, Schorlen, alkoholfreie Getränke oder Wasser pur – es gibt viele Möglichkeiten, seinem Körper etwas Gutes zu tun.

Was Wasser im Körper bewirkt

Von den rund zwei Litern pro Tag, die der menschliche Körper aufnimmt, bestehen ein bis eineinhalb davon aus Flüssigkeiten. Wasser löst Vitamine und Zuckermoleküle und transportiert Salze zu den wichtigen Verdauungsorganen. Im Verdauungstrakt löst das Wasser die aufgenommenen Nährstoffe, um sie über Lymphgefäße und Blut zu den relevanten Zellen zu befördern und gleichzeitig werden Abfallstoffe wie Harnstoff und Salze aus dem Körper geleitet. Die Nieren benötigen viel Wasser, um die Abfallprodukte und überflüssige Flüssigkeiten des Zellstoffwechsels zu entfernen und um das Blut zu reinigen.

Da ein Großteil der chemischen Reaktionen der Verdauung hydrolytisch sind, benötigen sie Wasser, um überhaupt funktionieren zu können und um die Moleküle der Nahrung mit Wassermolekülen zu transportieren. Außerdem sorgt Wasser für die innere Temperaturregelung, denn bei Überhitzung schwitzt der Körper und dieses Wasser verdunstet, was für den kühlenden Effekt sorgt.

Die Vorgänge sind komplex und benötigen unterschiedlich viel Zeit und Wassermengen: Pro Tag fließen neun Liter Wasser allein durch den Verdauungstrakt, während die Nieren 180 Liter Wasser pro Tag filtern.

Es gibt zahlreiche Selbstversuche von Fitnessexperten und Sportlern, mit Flüssigkeit die Verdauung besser zu kontrollieren und dem Körper dabei zu helfen, überflüssiges Fett und Schadstoffe loszuwerden.

Smoothies – Gesunde Allrounder?

Der Körper benötigt neben dem Wasser weitere Bausteine, um überhaupt funktionieren zu können. Täglich sollten Menschen deshalb fünf Portionen Obst und Gemüse zu sich nehmen, genauer gesagt 400 Gramm Gemüse und 250 Gramm Obst. Das ist das Minimum, das für viele im Alltag kaum zu bewältigen ist, schließlich sind Fast Food und kleine Häppchen meist schneller zubereitet, als eine ausgewogene Mahlzeit. Allerdings können Obst- und Gemüsesnacks im Büro ohne viel Mühe vorbereitet werden.

Wichtig hierbei ist allerdings, auf die Zusammensetzung zu achten, denn viele Obstsorten enthalten sehr viel Fruchtzucker wie Ananas, Äpfel, Granatäpfel, Kirschen, Kiwis, Mangos oder Orangen.

Quelle: http://www.foodintolerances.org/

Smoothies sind pürierte Obst- und Gemüsedrinks, angereichert mit frischen Kräutern, die dem Körper nicht nur Flüssigkeit, sondern wertvolle Vitamine und Nährstoffe liefern, welche zum Teil sogar über dem Gehalt von Kartoffeln, Getreide oder Fleisch liegen. Wichtig sind außerdem die Antioxidantien, welche vor Krankheiten schützen und die Alterung der Zellen verlangsamen. Bei der Zusammensetzung der Smoothies sollte auf passende Obst- und Gemüsesorten geachtet werden, wie beispielsweise grüne Salate kombiniert mit Avocado und Pflaumen:

Rezept:

  • einige Blätter gemischten Salat (z.B. Eisbergsalat und Römersalat)
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 1/2 Salatgurke
  • 1 Avocado
  • 1 Banane
  • 2 Pflaumen
  • 1 Nektarine
  • etwas abgeriebene Zitronenschale
  • 1/2 Liter Wasser

Beim Abnehmen sollten die Smoothie-Fans jedoch auf die Kalorien und den Zuckergehalt achten, denn wer einen Smoothie zu sich nimmt, kann vermutlich eine ganze Mahlzeit auslassen oder zumindest reduzieren und sollte auch keine Süßigkeiten oder Snacks mehr zu sich nehmen. Grüne Smoothies eignen sich sehr gut zum Abnehmen, denn wer beispielsweise viele der Früchte weglässt, kann Fett- und Zuckergehalt verringern. Die Avocado kann aus diesem Rezept verschwinden und mit einem Apfel oder einer Birne ersetzt werden. Selbst Spinat kann eine leckere Grundlage für den Fruchtdrink darstellen. Je nach Lust und Vorliebe können die Kombinationen ausprobiert werden. Bei industriellen Smoothies sollten Käufer auf einen Fruchtanteil von mindestens 50 Prozent achten und darauf, dass keine zuckerhaltigen Zusätze hinzugefügt wurden.

Saftschorlen und Säfte – zu viel Zucker?

Wasser wird auf Dauer langweilig und eintönig, deshalb greifen viele Sportler und Abnehmbewusste zu Fruchtschorlen und Säften. Die Schorle erfrischt nicht nur im Sommer, sie liefert zusätzlich zu der Flüssigkeit Mineralien und Vitamine. Am besten ist es dabei jedoch, die Schorlen selbst herzustellen, denn die Getränke aus den Supermärkten sind häufig mit viel Zucker angereichert, so dass sich die Kalorienzahl drastisch erhöhen kann.

Empfohlenes Mischverhältnis liegt bei 2/3 Wasser und 1/3 Fruchtsaft oder Sirup, damit das Getränk am besten wirken kann. Vorsicht bei dem Zufügen von Fruchtsirup, denn der Zuckergehalt kann dabei sehr schnell nach oben schnellen.

Der Zuckeranteil lässt sich reduzieren, wenn noch Minze und Vanilleschoten hinzukommen. Wer von Anfang an auf süße Obstsorten setzt, kann den Zucker auch vollständig weglassen. Die Finger sollten abnehmende Personen von gekauftem Eistee lassen, denn der ist in den meisten Fällen gar nicht aus Tee hergestellt und enthält 12 bis 21 Gramm Zucker bei 200 Millilitern.

Neben den Fruchtschorlen mögen viele Menschen frisch gepresste Obstsäfte, die besonders an Sonnentagen erfrischen. Obst gilt als gesund und die Säfte sind süß und lecker, doch gerade das ist das Problem, wenn Abnehmen auf dem Tagesplan steht. Industriell hergestellte Säfte enthalten aufgrund ihrer Konzentration und Zusammensetzung sehr viel Zucker und Kalorien und auch selbst gemachte Säfte haben es meist in sich. Apfelsaft enthält auf 100 Milliliter beispielsweise 44 Kilokalorien oder 21 Gramm Zucker pro Glas.

Quelle: https://aok-on.de/

Alkoholfreies Bier – was ist isotonisch?

Nach einer ausgiebigen Trainingsrunde, einem langen Lauf oder einem Wettkampf lockt das alkoholfreie Weizenbier viele Bierfreunde, die ihre Gesundheit schützen wollen. Die Flüssigkeitsreserven wollen schließlich wieder aufgefüllt werden, ebenso der Glykogenspeicher und die Nährstoffe. Alkoholfreies Bier besitzt im Vergleich zu der Fruchtschorle ähnlich wenige Kalorien und liefert Kalium, Magnesium und B-Vitamine.

Oft wird beim Sport von isotonischen Getränken gesprochen. Diese bedeuten, dass im Getränk die gleiche Konzentration an Teilchen und Nährstoffen wie im Blut vorliegt, so dass der Körper diese direkt aufnehmen kann. Hypotone Konzentration beinhaltet eine geringere Konzentration als im Blut, so dass der Körper das Wasser wieder ausscheidet, beispielsweise bei zuckerhaltigen Limonaden und Säften.

Alkoholfreies Bier ist jedoch nicht immer automatisch isotonisch, deshalb sollten Sportbewusste sehr genau auf die Inhaltsangaben achten. Andere Isotonische Getränke liefern weitere wichtige Inhaltsstoffe:

  • Kohlenhydrate (Zucker)
  • Vitamine
  • Mineralstoffe (Natrium, Magnesium)
  • Polyphenole
  • Folsäure

Sportler sollten sich jedoch nicht zu viel von den isotonischen Bieren versprechen, denn die Nährstoffe sind nur in geringem Maße vorhanden. Darüber hinaus verbraucht der Sport mehr Zucker als Mineralstoffe und die zuckerreduzierten Biere helfen bei der Auffüllung nur bedingt. Bei der Auswahl der isotonischen Getränke sollten Sportler im Hinterkopf behalten, dass der Körper höchstens 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde aufnehmen kann. Kombinationen von Glukose und Fruktose können den Wert jedoch auf über 100 Gramm steigern.

Tipps zur Verbesserung des Wasserhaushaltes

Wasser ist für alle notwendig, ob die Person abnehmen, Sport treiben und gesund leben möchte. Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte beispielsweise direkt nach dem Aufstehen zwei Gläser Wasser trinken, da nachts ebenfalls bis zu zwei Liter Wasser verbraucht werden. Dies regt die Verdauung und weitere Prozesse im Körper an und sorgt für einen guten Start in den Tag.

Daneben ist es hilfreich vor Mahlzeiten ein bis zwei Gläser Wasser zu trinken, denn so tritt das Sättigungsgefühl eher ein und die Kalorienanzahl des Gerichtes kann sich reduzieren.

Bei einer gesteigerten Wasserzufuhr am Morgen steigert sich der Energieumsatz des Körpers für die nächsten Stunden um 30 Prozent, so dass zusätzlich Energie verbrannt wird. Allein zwei Liter Wasser pro Tag entziehen dem Stoffwechsel 100 Kilokalorien.

Um abzunehmen ist es also in jedem Fall ratsam, mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen und wer den Selbstversuch startet und jeden Tag mindestens zwei Liter Wasser trinkt, wird schnell positive Veränderungen bemerken.

Zu viel Wasser kann übrigens ebenfalls schädlich sein, doch erst ab einer Menge von sechs bis sieben Litern wird es für den Körper kritisch und auch nur dann, wenn die Person keinen Sport betrieben hat.