Abnehmen durch Fasten?

Entgiften

Fasten wird zwar immer beliebter, dennoch ist es auch gleichermaßen umstritten. Denn neben den offensichtlichen Vorteilen - allen voran der schnelle Gewichtsverlust - bringt es auch Nachteile mit sich, die Abnehmwillige in jedem Fall berücksichtigen sollten.

In allererster Linie fasten Menschen, um unerwünschte Stoffe aus ihrem Körper loszuwerden, es geht also im Grunde nicht um das Abnehmen. Abseits dessen wird außerdem auch aus religiösen Gründen gefastet. Die Christen waren früher beispielsweise an die Fastenzeit gebunden, aus diesem Grund feierten Sie Fastnacht oder Karneval, um sich im Vorfeld noch einmal sattessen zu können. Heute schreibt die katholische Kirche allerdings kein Fasten mehr vor, wenngleich sie ihren Mitgliedern empfiehlt, in diesen Zeiten bewusster zu leben und freiwillig auf Fleisch zu verzichten. In anderen Religionen ist das Fasten hingegen noch stark vertreten. So gibt es im Islam beispielsweise den Ramadan, eine Fastenzeit, die 30 Tage andauert. Die Juden hingegen feiern jährlich das Versöhnungsfest Jom Kippur, bei dem ebenfalls aufgrund von Buße und Reinigung gefastet wird.

NahrungsverzichtHeute ist Fasten aufgrund seiner gesundheitlichen Vorteile verbreitet und stellt eine Art des Lifestyles dar. Es dient dazu, die sogenannten "Schlacken" aus dem Körper zu entfernen, also abgelagerte Säuren, Gifte und Reststoffe, die sich im Organismus abgelagert haben. Schon an dieser Stelle sollte das Fasten bzw. Entschlacken jedoch durchaus kritisch betrachtet werden, denn viele Experten kritisieren diese Form des Körperkults. Sie mahnen beispielsweise, dass es keinen Grund gibt, die Vorgänge des Körpers – immerhin ein fein aufeinander abgestimmtes System – zu stören und aus dem Takt zu bringen. Wissenschaftliche Belege gibt es für die besagten Schlacken übrigens ebenfalls nicht, wenngleich Heilfastenanhänger sich sicher sind, dass es sich um "Abbaustufen der Neutralfette" und "Zwischenprodukte eines unvollständigen Eiweißstoffwechsels" handelt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont, dass eben jene Abfallstoffe ohnehin ständig über Haut, Niere, Darm oder Lunge ausgestoßen werden und Fastenkuren dementsprechend überflüssig sind.

Auch wenn die gesundheitlichen Vorteile des Fastens nicht klar belegt sind und sich immer wieder in der Diskussion befinden, so ist eines aber dennoch klar: wer fastet, der nimmt auch zwangsläufig ab. Dafür sorgt die drastische eingeschränkte Aufnahme von Kalorien, die mit dem Nahrungsverzicht einhergeht. Abnehmwillige müssen dafür aber nicht zwangsläufig wochenlang am Stück fasten, oft kann auch schon ein einzelner Tag in der Woche gespart werden – dann sollte diese Form der Ernährung allerdings längerfristig durchgeführt werden.

Fasten zum Abnehmen – welche Variante ist die richtige?

Ist vom Fasten die Rede, so wird meist eine ganz bestimmte Form bzw. Methode damit in Verbindung gebracht. Das klassische Fasten nach Buchinger erlaubt beispielsweise nur Säfte und Brühe, während das Fasten nach der F.X.-Mayr-Kur auch Milch und alte Semmeln gestattet. Auch sanftere Kuren mit basischen Suppen und Früchten sind möglich. Im Folgenden sind einige der bekanntesten Fastenformen zu finden:

Fastenkuren

Die richtige Passform Aber Vorsicht, wer wirklich effektiv und dauerhaft abnehmen möchte, wird mit den meisten Fastenkuren nicht weit kommen. Diese sorgen zwar dafür, dass die ersten Kilos sehr schnell purzeln – bis zu 1 Kilo am Tag sind mitunter möglich –, allerdings stellt sich der Körper nach kurzer Zeit auf das dauerhafte Hungern ein und wechselt in den "Energiesparmodus". Wer dann irgendwann wieder normal isst, der könnte vom altbekannten Jojo-Effekt betroffen sein, denn der Körper wird nun versuchen, möglichst viele Reserven anzulegen, um sich auf die nächste Hungersnot einzustellen. Einige negative Aspekte des Fastens hat auch die Stiftung Warentest in einem Beitrag zusammengestellt.

Gewichtsverlust beim Fasten – wie wichtig ist die Zahl auf der Waage?

Generell macht es außerdem nur bedingt Sinn, sich dabei ausschließlich auf das Gewicht zu verlassen – eine häufig bessere Kennzahl sind hingegen die eigenen Maße. Denn auch wenn sich auf der Waage einmal ein Stillstand zeigt, so kann sich auf dem Maßband dennoch ein Unterschied bemerkbar machen, wenn Hüfte, Taille oder Brustumfang nachgemessen werden. Das gilt ebenso für Kleidung, denn wer hier die richtigen Größen nutzt, kann für seine Figur einiges tun und diese optisch möglichst vorteilhaft in Szene setzen. Auch hier bietet es sich im Idealfall an, die perfekte Passform einfach einmal im Vorfeld zu ermitteln, um Kleidung zu finden, die der eigenen Figur schmeichelt und ungewollte Pfunde kaschieren kann. Gerade als Motivationsstütze während der Abnehmphase kann dies eine große Hilfe sein. Ohne Anleitung ist das Maßnehmen für die korrekten Kleidergrößen gar nicht so leicht, passende Ratgeber gibt es mittlerweile jedoch bei etlichen Seiten und Anbietern.

Beliebte Variante der Neuzeit – das intermittierende Fasten

Beim sogenannten intermittierenden Fasten handelt es sich um eine Form, bei der nicht durchgehend gefastet wird, stattdessen wird die klassische Fastenkur regelmäßig unterbrochen. Phasen, in denen normal gegessen wird, wechseln sich mit Phasen des kompletten Verzichts ab. So soll ermöglicht werden, dass einerseits die Vorteile des Fastens ausgenutzt werden können, andererseits aber kein Heißhunger oder Schwächegefühl entsteht.

Während der Fastenzeit: Nur ungesüßte Getränke wie Kaffee oder Tee sind erlaubt, darüber hinaus darf außerdem jederzeit beliebig viel Wasser getrunken werden.

Während der restlichen Zeit: Die Ernährung sollte generell möglichst gesund und ausgewogen sein, grundsätzlich darf nun aber einfach ganz normal gegessen werden. Klassische Verhaltensweisen wie etwa der Verzicht auf Fast-Food, wenig Aufnahme von raffiniertem Zucker oder vernünftige Essenszeiten sind währenddessen empfehlenswert, aber keine Pflicht.

gesunde Ernährung

Das intermittierende Fasten kommt in unterschiedlichen Varianten daher, die sich daran orientieren, ob die individuellen Ziele und Präferenzen besonders hoch oder niedrig angesiedelt sind. Diese unterscheiden sich vor allem in ihrem Verhältnis von Fastenzeit zu Essenszeit. Beliebte Formen sind folgende:

  • 36:12

    Es wird jeden zweiten Tag gefastet. Am ersten Tag wird ganz normal gegessen, die Essenszeit findet zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr abends statt. Gefastet wird während der kompletten Nacht, aber auch am darauffolgenden Tag wird komplett auf Nahrung verzichtet. Erst am übernächsten Tag darf das Fasten wieder mit dem Frühstück gebrochen werden. Die 36 steht hier demnach für die erste Nacht und den darauffolgenden Tag, während die 12 für den normalen Essenstag gilt, der von 8-20 Uhr geht.

  • 16:8

    Diese Variante wird sehr häufig genutzt, denn sie lässt sich besonders gut in den Alltag integrieren. Ein tägliches Fastenintervall von 16 Stunden sorgt nur bei wenigen für Probleme und eignet sich gerade für diejenigen, die mit dem Frühstücken Probleme haben. Denn hier ergibt sich beispielsweise die Möglichkeit, spät zu frühstücken und früh zu Abend zu essen, etwa zwischen 11-17 Uhr. Ganz nach Belieben kann das Frühstück aber auch komplett wegfallen, sodass erst mit dem Mittag um 12 oder 13 begonnen wird – die Essenszeit würde dann entsprechend bis 20-21 Uhr am Abend andauern.

  • 20:4

    Eine relativ intensive Art des intermittierenden Fastens stellt die Variante 20:4 dar, bei der lediglich an 4 Stunden des Tages gegessen werden darf. Der restliche Zeitraum dient als Fastenphase. Da diese Variante vergleichsweise extrem ist, eignet sie sich in der Regel nur für einen kurzen Zeitraum.

  • Einzelne Fasten-Tage

    Diejenigen, die nicht langfristig abnehmen möchten, sondern nur kleine Sünden ausgleichen oder den Verdauungstrakt wieder ins Lot bringen wollen, können zum Konzept 5:2 greifen. Dabei wird an zwei Tagen pro Woche auf Nahrung verzichtet, ansonsten findet eine ganz normale Ernährung statt. Diese Ernährungsform kommt bei vielen Anwendern gut an und ist auch dadurch bekannt geworden, dass sie neben den positiven Gewichtsverlusten relativ einfach durchzuführen ist und die Fastenden sich nicht stark eingeschränkt fühlen.

Intermittierendes Fasten – für viele geeignet

Das intermittierende Fasten bietet einen interessanten Ansatz, um abzunehmen und dabei dennoch keinen großartigen Verzicht zu empfinden. Einzelne Nahrungsmittelgruppen oder Lebensmittel müssen nicht vermieden werden und auch anstrengendes Kalorienzählen entfällt. Vielen Anwendern fällt es zudem einfach leichter, einen Tag lang einfach nichts zu essen, wenn sie die Gewissheit haben, dass am nächsten Tag wieder eine ganz normale Mahlzeit ansteht. Auch die Möglichkeit eines späteren Frühstücks ist für viele attraktiv und eignet sich zudem gut für das Büro oder den sonstigen Alltag. Bis auf die Einhaltung der Tageszeiten sind im Grunde keine Vorkenntnisse notwendig und auch die Planung beschränkt sich auf ein Minimum.

Abbildung 1: 91048935 - junge frau trinkt entspannt einen tee © Picture-Factory
Abbildung 2: 74330335 - Karotten Diät © dima_pics
Abbildung 3: 72374093 - Dressmaker at work © adam121
Abbildung 4: 90012313 - Healthy lunch preparing © Photographee.eu